FC Bayerns CL-Aus auch Flicks Aus? Trainer scherzt

FC Bayerns CL-Aus auch Flicks Aus? Trainer scherzt Foto: © getty
 

Himmelhoch jauchzend oder zu Tode betrübt - auch der FC Bayern München bleibt davon nicht verschont.

Nach dem Triple-Gewinn im Vorjahr inklusive dem ersten Corona-Champions-League-Titel galten die Münchner noch bis Dienstag als großer Favorit auf den neuerlichen Gewinn, doch Paris St. Germain beendete diese Träume im Viertelfinale.

Ein 1:0-Auswärtssieg in Paris war nach dem 2:3 im Hinspiel zu wenig. Plötzlich wird Vieles wieder in Frage gestellt. Zumindest in puncto Trainer gab es schon zuletzt Spekulationen, dass Hansi Flick nach einem Zwist mit Sportvorstand Hasan Salihamidzic möglicherweise nach dieser Saison bei Bayern Geschichte ist.

Das vorzeitige Aus in der Champions League fügt auch noch sportliche Gründe hinzu. Direkt nach dem Spiel darauf angesprochen, scherzte Flick bei "Sky" über dieses Thema und meinte im ersten Moment der Enttäuschung: "Ja, jetzt gerade habe ich mich entschieden."

Was folgen sollte, war ein knapp fünfminütiger Monolog, der von einigen Seiten schon als Abschiedsrede interpretiert wird.

Fünfminütiger Monolog, aber kein Bekenntnis zu Bayern

Die Trainer-Diskussion beim FC Bayern ist damit in vollem Gange, obwohl Flick noch einen Vertrag bis 2023 besitzt.

Flick versuchte diese wegzudiskutieren, sprach über seine generelle Arbeit als Trainer, den gewohnten Druck bei den Bayern und dass er sich "nichts anderes als den Trainerjob vorstellen" könne.

In Wirklichkeit redete der Chefcoach um den heißen Brei herum, ließ Platz für Spekulationen. Die unterschiedlich getätigten Interpretationen kommentierte er danach bei der Pressekonferenz aber wieder amüsiert: "Ich habe mir da noch keine Gedanken gemacht, dass ich das generell tue, dafür hat jeder von Ihnen auch Verständnis. Aber jetzt direkt nach dem Spiel muss ich erst mal das Ausscheiden verdauen, das steht einem auch zu."

Dass man mit zuletzt sechs Titeln einen Maßstab gesetzt habe, ist auch Flick klar. Neue Herausforderungen gehören jedoch dazu, in dieser Hinsicht hat auch der Trainer seine eigenen Vorstellungen.

Flick bringt erstmals öffentlich das DFB-Team ins Spiel

Anstatt die Spekulationen jedoch mit einem klaren Bekenntnis zum Verein zu beenden, ließ Flick Vieles in der Schwebe. Noch dazu brachte er erstmals auch den DFB ins Spiel, wo er als möglicher Nachfolger von Joachim Löw gehandelt wird.

"Wenn es um meine Familie geht: Egal was ich machen würde, die würden mich immer unterstützen, immer hinter mir stehen. Ob ich dann beim DFB bin vielleicht, dort vielleicht einen anderen Rhythmus hätte – das ist denen vollkommen egal. Entscheidend ist für sie, dass mein Job mir Spaß macht und das ist das, was meine Familie mir wünscht. Deswegen wird sie in all den Dingen – egal wie meine Entscheidung fällt – komplett hinter mir stehen", so Flick.

Ein Gespräch mit Vorstand Oliver Kahn sei hingegen noch nicht geplant, um die Sache endgültig aus der Welt zu schaffen - egal, in welche Richtung das Pendel dabei ausschlägt. "Ich habe bis jetzt noch keinen Termin. Wenn Oliver mit mir sprechen möchste, wird er mir das rechtzeitig sagen, ich habe Zeit. Wenn er Lust hat, mit mir zu quatschen, kann er das gerne tun."

Viel mehr im Fokus steht das Verhältnis zu Salihamidzic, das als zerrüttet gilt. Der Sportvorstand wird - wenn es hart auf hart kommt - dabei jedoch am längeren Ast sitzen. Selbst Experte und Bayern-Insider Lothar Matthäus meinte bereits zuletzt, dass dieses Verhätnis nicht mehr zu kitten sein wird.

Kritik am Schiri und Zeitspiel - "Bayern ist immer ein fairer Verlierer"

Das Thema Flick war aber nicht das einzige, das nach dem CL-Aus der Bayern bewegte. Viel mehr war es auch die sportliche Darbietung und einige Nebenschauplätze.

So jubelte etwa Neymar nach dem Schlusspfiff auf dem Weg zu seinem Teamkollegen Leandro Paredes provokant in Richtung Joshua Kimmich. "Es ist lustig, weil ich gar nicht gejubelt habe, um mich mit ihm anzulegen. Es war mehr ein Jubel mit Leo. Das Schicksal wollte, dass auch Kimmich da war", erklärte sich der Superstar im brasilianischen TV. "Er hat gesagt, dass ihr Team besser war. Dass sie gewinnen würden. Er war sicher, dass sie ins Halbfinale einziehen würden."

Noch vor dem Spiel hatte Thomas Müller betont, dass es im Gegensatz zu anderen Teams nicht der Stil der Bayern sei, große Ansagen herumzuposaunen. Das Bayern-Urgestein selbst nahm da lieber den Schiedsrichter ins Visier und warf ihm vor, "sich auf das Hinfallen und das Geschrei eingelassen zu haben. Wir kamen nie wirklich in eine richtige Druckphase, das Spiel wurde immer wieder unterbrochen." Auch Flick verstand "ein paar Dinge nicht richtig", bei den Entscheidungen von Referee Orsato.

Und in den Schlussminuten und nach dem Spiel wurde auch noch kritisiert, dass sich PSG Zeit ließ, etwa Torhüter Keylor Navas. Das klang bei Flick jedoch ein bisschen anders: "Der FC Bayern ist immer ein fairer Verlierer. Dass wir da im Nachhinein noch mal nachkarten, ist nicht unser Stil."

Neymar: "Wir wollen diesen Pokal"

Am Ende müssen sich die Deutschen die eigene Spielweise ankreiden lassen, auch wenn der Trainer den FCB auch diesmal als besseres Team sah. Vor allem defensiv, aber auch offensiv, wo man sich an der PSG-Defensive die Zähne ausbiss.

Im Endeffekt war es das "verkehrte" Hinspiel - diesmal hatte PSG eine Vielzahl an Chancen, alleine Neymar scheiterte binnen kürzester Zeit drei Mal am Aluminium und auch gegen Ende der Partie ließen die Franzosen fahrlässig einige Konter unvollendet - wie die Bayern im Hinspiel.

Während die Bayern Gründe für das Ausscheiden suchen, planen die Pariser nach der Final-Niederlage im Vorjahr auch dieses Jahr den großen Coup.

Neymar stellt somit unmissverständlich klar: "Wir wollen diesen Pokal."

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

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