Videoschiri in Bundesliga im Dauereinsatz

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Die 7. Runde der deutschen Bundesliga hatte einen unerwarteten Hauptdarsteller: den Video-Schiedsrichter.

Gleich in fünf Spielen kam das technische Hilfsmittel bei Elfmeter-Entscheidungen zum Einsatz. Fünfmal brachte die ominöse Rechteck-zeichnende Schiri-Geste unterschiedliche Ergebnisse.

Bayern München, der VfL Wolfsburg, Borussia Mönchengladbach, Borussia Dortmund und Eintracht Frankfurt profitierten. Die Hertha, Mainz 05, Hannover 96, FC Augsburg und der VfB Stuttgart hofften vergeblich auf ein anderes Urteil.

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Hertha-Bayern (2:2): Elfmeter für Hertha aberkannt

18. Minute: Vladimir Darida rennt im Bayern-Strafraum zum Ball, Javi Martinez geht dazwischen. Schiedsrichter Harm Osmers zeigt in seiner ersten Reaktion auf den Elfmeterpunkt. Nach Beratung mit dem Video-Schiri und Selbststudium der TV-Bilder neben dem Spielfeld nimmt Osmers die Entscheidung zurück: Ball gespielt (SPIELBERICHT).

Wolfsburg-Mainz (1:1): Elfmeter für Mainz aberkannt

89. Minute: Im Duell der Joker kommt Paul-Georges Ntep gegen Karim Onisiwo zu spät und bringt den ÖFB-Legionär zu Fall. Schiedsrichter Robert Hartmann entscheidet nach dem Zweikampf an der Strafraumgrenze auf Elfmeter. Der Videobeweis korrigiert ihn aber, es gibt letztlich nur Freistoß für Wolfsburg. "Absolut in Ordnung", sagt Mainz-Sportdirektor Rouven Schröder im "kicker" (SPIELBERICHT).

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Gladbach-Hannover (2:1): Elfmeter für Gladbach bestätigt

90. Minute: Nachdem Martin Harnik aus drei Metern nicht ins leere Tor, sondern nur die Latte trifft, kommt es noch bitterer für Hannover 96: Vincenzo Grifo legt sich den Ball zu weit vor, spitzelt ihn aber gerade noch vor Salif Sane weg. Der Unparteiische Christian Dingert entscheidet auf Elfmeter. Nach Rücksprache mit Video-Schiedsrichter Wolfgang Stark sieht er sich die TV-Bilder der Szene neben dem Spielfeld nochmals an. Die Entscheidung bleibt bestehen, Thorgan Hazard (90.+4) trifft zum Gladbacher Sieg. H96-Trainer Andre Breitenreiter akzeptiert den Strafstoß: "Das Schiedsrichtergespann hat alles richtig gemacht beim späten Elfmeter. Fußball soll gerecht sein." Auch sein Manager Horst Heldt "bleibt Befürworter des Video-Beweises." Umso beachtlicher, dass die Verantwortlichen des Aufsteigers die Contenance bewahren, weil ein Handspiel von Fabian Johnson im BMG-Strafraum nach Videobeweis ebenfalls nicht gegeben wurde (SPIELBERICHT).

Augsburg-Dortmund (0:1): Elfmeter für Dortmund gegeben

80. Minute: Die Teams bereiten sich bereits auf einen Augsburger Eckball vor. Plötzlich erhält Schiedsrichter Marco Fritz via Headset von Video-Assistent Jochen Drees den Hinweis, dass Ja-Cheol Koo in einer Aktion vor dem FCA-Konter Lukasz Piszczek regelwidrig am Trikot gezogen hatte. Statt Ecke für Augsburg gibt es also plötzlich Elfmeter für Dortmund. Für Übeltäter Koo geht der Elfmeter in Ordnung, nur die lange Pause zwischen Foul und Pfiff findet der Südkoreaner "komisch". Dass Pierre-Emerick Aubameyang den Elfmeter letztlich viel zu lässig verschießt, kann man dem Schiedsrichter-Gespann nicht vorwerfen (SPIELBERICHT).

Eintracht Frankfurt-VfB Stuttgart (2:1): Elfmeter für Stuttgart aberkannt

Simon Falette stoppt Simon Terodde per Torraub. Der Mann mit der Pfeife, Felix Brych, zeigt auf den Elfmeterpunkt. Video-Assistent Bastian Dankert korrigiert ihn: Das Foul fand knapp außerhalb des Strafraums statt. Der VfB muss sich mit einem Freistoß begnügen, den Daniel Ginczek ordentlich verzieht. Frankfurt-Trainer Niko Kovac ist erleichtert: "Stellen Sie sich vor, das Foul wird mit Elfmeter geahndet, dann ist hier Schluss mit lustig. Der Videobeweis hat heute wieder etwas gebracht." (SPIELBERICHT).

Fazit: Fünf Zweikämpfe, fünf Elfmeterpfiffe, zwei gegebene Strafstöße, aber nur ein Elfmetertor. Am wichtigsten allerdings: In allen Fällen lag der Video-Schiedsrichter richtig, auch wenn manch Entscheidung etwas auf sich warten ließ. Kritiker greifen entweder diesen Umstand auf oder fordern, dass der Video-Schiedsrichter wie im Beispiel Augsburg-Dortmund öfters von sich aus eingreifen sollte.

Grundsätzlich soll das der Video-Assistent nur dann, wenn das Spiel unterbrochen und eine Fehlentscheidung glasklar ist. "Nur ist der Begriff 'glasklar' im Fußball vollkommen dehnbar", erklärt der frühere DFB-Schiedsrichter Markus Merk (339 Bundesliga-Spiele) im "Stern" das Problem.

Glasklar ist also nur: Der Videobeweis wird auch in den nächsten Wochen für viel Gesprächsstoff sorgen.

Nun bist du dran: Schreibe in den Kommentaren, was du vom Video-Assistenten hältst. Wo siehst du Vor- und Nachteile? Was hat sich gebessert, was muss sich noch bessern?

Ist der Video-Assistent eine gute Neuerung?


Apropos knifflige Schiri-Entscheidungen:

Textquelle: © LAOLA1.at

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