HSV am Boden: Folgt jetzt der nächste Umbruch?

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Nach dem 1:5-Debakel gegen den SV Sandhausen und dem daraus resultierendem erneuten Nicht-Aufstieg des Hamburger SV steht der Klub vor dem nächsten großen Umbruch.

"Wir haben das als großes Ganzes angefangen - und genau so sind wir jetzt als großes Ganzes gescheitert", räumt HSV-Coach Dieter Hecking ein. Einzelne Schuldige wolle er nicht benennen, fügt der 55-Jährige absichtlich hinzu.

Ob die Hamburger mit Hecking als Trainer in ihre dritte Zweitliga-Saison starten werden, ist noch nicht klar. Sein Vertrag hätte sich nur beim Aufstieg automatisch verlängert. "Jetzt muss man gucken, ob wir dieses große Ganze wieder so aufstellen können, dass alle das Gefühl haben: Es kann im nächsten Jahr klappen", betont Hecking und deutet damit an, dass die Bedingungen auch für ihn stimmen müssen.

HSV will nicht wieder bei Null anfangen

(Text wird unter dem Video fortgesetzt)

Als im vergangenen Jahr "das gesamte Sportsystem kollabierte", wie es der damalige HSV-Chef Bernd Hoffmann ausdrückte, rollten Köpfe. In diesem Jahr sieht zumindest der bisherige Plan vor, dass die sportlich Verantwortlichen beisammen bleiben, um nicht wieder bei Null anfangen zu müssen. "Wir werden in den nächsten Tagen in die Analyse gehen und die richtigen Schlüsse ziehen", kündigte Chefkontrolleur Marcell Jansen an.

Es steht aber ohnehin der nächste Umbruch im Kader an, der zwar der zweitteuerste der 2. Liga ist, aber den Beweis seiner Klasse schuldig blieb. Denn letztlich war es die Mannschaft, die auf dem Platz versagten. Allein nach der Corona-Pause ließen sie in Fürth (2:2), Stuttgart (2:3), Heidenheim (1:2) und gegen Kiel (3:3) durch zum Teil haarsträubende Last-Minute-Gegentore sechs Punkte liegen.

In Hamburg liegen die Nerven blank

Die Krönung folgt im Saisonfinale: Statt die Steilvorlage des 1. FC Heidenheim (0:3 in Bielefeld) zu nutzen und das eine fehlende Pünktchen zu sichern, ging der HSV gegen den Verein aus der 15.000-Seelen-Gemeinde Sandhausen unter und verpasst erneut als Vierter die Relegation. Dem HSV versagten wieder einmal die Nerven und so muss der Klub in der nächsten Saison wieder eine Runde in der Zweitklassigkeit drehen.

Doch der Nicht-Aufstieg hat vor allem auch finanzielle Folgen: Durch die abermals verpasste Oberhaus-Rückkehr gehen dem HSV nicht nur rund 20 Millionen Euro an Fix-Einnahmen flöten. Auch das weitere Engagement der beiden größten HSV-Partner ist offen. Am Dienstag läuft der Vertrag mit Klaus-Michael Kühne über die Namensrechte am Volksparkstadion aus. Bisher hat der Milliardär, der als größter Einzelaktionär 20,57 Prozent Anteile an der Fußball AG des HSV hält, vier Millionen Euro pro Jahr bezahlt. Zudem könnte die ebenfalls von Corona stark betroffene Airline Emirates als Hauptsponsor nach dem Nichtaufstieg eine Ausstiegsklausel aus dem Vertrag bis 2022 ziehen.

St. Pauli trennt sich von Luhukay

Beim anderen Hamburger Zweitliga-Klub ist dagegen schon eine Entscheidung gefallen: Nach einer enttäuschenden Saison hat sich der FC St. Pauli von Trainer Jos Luhukay getrennt. Der Vertrag des Niederländers lief noch bis Ende Juni 2021. Als 14. der Endtabelle bleibt St. Pauli jedoch unter seinen sportlichen Erwartungen. Wer die Nachfolge Luhukays antreten soll, wollen die Klubverantwortlichen in der Sommerpause entscheiden.

Textquelle: © LAOLA1.at/APA

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