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Von der Schülerinnenliga nach Deutschland und ins ÖFB-Team

Freiburg-Akteurin Nicole Ojukwu erzählt im LAOLA1-Interview von ihrem Werdegang. Wie Erfahrungen in der Schülerinnenliga ihr im Laufe ihrer Karriere geholfen haben.

Von der Schülerinnenliga nach Deutschland und ins ÖFB-Team Foto: © IMAGO / DeFodi Images

Von der Sparkasse Schülerinnenliga, nach St. Pölten in die ÖFB-Frauen-Akademie und weiter in die Deutsche Bundesliga. Dieser Sprung ist Nicole Ojukwu gelungen.

Mittlerweile läuft die Freiburg-Akteurin, die 2024 mit 18 Jahren den Sprung ins Ausland gewagt hat, auch für das österreichische Nationalteam auf.

In der WM-Qualifikation konnte die 20-Jährige zuletzt Einsätze verbuchen. Ebenso wie in Deutschland bei ihrem Stammverein, wo die Mittelfeldspielerin in der abgelaufenen Saison in 22 Spielen in der Bundesliga drei Tore und drei Vorlagen zu Buche stehen hat.

Im Interview spricht sie mit LAOLA1 über ihre ersten Erfahrungen im Fußball, ihre Zeit mit dem Polgargymnasium in der Schülerinnenliga, prägende Erlebnisse und welchen Tipp sie den Mädchen geben würde, die vom 21. bis 24. Juni in Obertraun (Oö) um den Titel in der Sparkasse Schülerinnenliga kämpfen. Alle Infos zur Sparkasse Schülerinnenliga >>>

LAOLA1: Welche Erfahrungen hast du bei der Schülerinnenliga gemacht?

Ojukwu: Die Schülerinnenliga war immer ein cooles Erlebnis. Erstens, weil man keine Schule hatte zu dem Zeitpunkt, und auch, weil man das machen konnte, was einem am meisten Spaß gemacht hat. Meine Schule war schon eher eine von den erfolgreicheren.

"Die Schülerinnenliga hat mir dabei geholfen, abzuschalten und frei aufzuspielen. Es ist um etwas gegangen, aber es war nicht der Weltuntergang, wenn man einmal verloren hat."

Nicole Ojukwu über die Zeit in der Schülerinnenliga

LAOLA1: Du warst im Polgargymnasium. Wie du schon betont hast, ist die Schule wirklich sehr erfolgreich und hält den Rekord der meisten Siege. Was ist das Erfolgsgeheimnis?

Ojukwu: Für mich war der ausschlaggebende Grund, wieso ich in diese Schule gehen wollte, dass es eine Fußballklasse gab. Ich glaube, wenn du von der Schule aus sagst, wir haben eine Fußballklasse, dass es dann auch noch mal attraktiver ist für junge Fußballer und Fußballerinnen, dort hinzugehen.

LAOLA1: Wie ist das Training in der Schule abgelaufen?

Ojukwu: Ich muss mich ein bisschen zurückerinnern. Ich weiß auf jeden Fall, dass wir einmal in der Woche fix Fußballtraining hatten. Dann war es bei mir so, dass ich bei den Jungs mittrainiert habe. 


LAOLA1: Es sind einige Schülerinnen beziehungsweise ehemalige Schülerinnen jetzt sehr erfolgreich im Fußball. Warst du mit jemandem in der Klasse oder hast zusammen in der Schülerinnenliga gespielt, die jetzt in einer guten Liga spielt?

Ojukwu: Als ich in der ersten Klasse war, da war Lara Felix (FC Ingolstadt 04) in der Abschlussklasse, also ein Jahr konnte ich noch mit ihr zusammenspielen. Mit mir in derselben Stufe war Lara Höchcherl, sie spielt jetzt bei der Vienna.

LAOLA1: Gibt es irgendein Erlebnis, an das du dich in Bezug auf die Schülerinnenliga besonders zurückerinnerst?

Ojukwu: Direkt in meinem ersten Jahr, wo es eigentlich sehr unwahrscheinlich war für Erst- oder Zweitklässlerinnen, mitzufahren - das war eher so für Dritt- und Viertklässlerinnen bei uns in der Schule, weil es einfach die besten Spielerinnen waren - wurden Lara und ich auch mitgenommen. Wir durften dort mitspielen und dann haben wir gleich gewonnen. Ich würde sagen, das war schon so ein Erlebnis, das vergisst man nicht.

LAOLA1: Haben deine Zeit in der Schülerinnenliga und gerade auch solche Erlebnisse deine Karriere geprägt oder beeinflusst?

Ojukwu: Ich würde sagen, es hat mir ein bisschen dabei geholfen, abzuschalten und frei aufzuspielen. Es ist schon um etwas gegangen, aber es war nicht der Weltuntergang, wenn man einmal verloren hat. Deshalb hat es mir persönlich gutgetan, wenn man ein bisschen wegkommt von dem "Ich muss gewinnen". Es war zum Hinkommen, es macht einfach Spaß und ich spiele, weil es mir Spaß macht. Das war etwas, das wichtig war für mich, überhaupt weil ich noch jung war.

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Seit 2024 spielt Ojukwu mittlerweile beim SC Freiburg in der Deutschen Bundesliga.
Foto: ©IMAGO / DeFodi Images

LAOLA1: Das Schülerinnenliga-Finale steht bald an. Was würdest du den Mädchen mitgeben? Hast du Tipps?

Ojukwu: Ich würde sagen: Einfach genießen, frei aufspielen, einfach mal den Kopf ausschalten und Spaß an dem haben, was man macht.

LAOLA1: Würdest du sagen, dass Österreich die talentierten Mädchen mittlerweile gut fördert?

Ojukwu: Ich würde schon sagen. Als ich in die Akademie gekommen bin, hatte ich schon das Gefühl, beziehungsweise habe ich jetzt immer noch das Gefühl, dass dort Mädchen, Fußball und Spielerinnen extrem gefördert werden. Das zeigt sich an der Anzahl der Trainings und auch an den Bedingungen, die wir dort hatten. Ich kann es nicht beurteilen, wie es früher war, aber ich glaube, es ist schon sehr gut mit der Akademie. Jetzt gibt es ja auch mehrere Akademien, nicht mehr nur die in St. Pölten, sondern unter anderem auch Salzburg. Es werden immer mehr.

LAOLA1: Kannst du beschreiben, wie es in der Akademie abläuft und wie die Bedingungen ausschauen?

Ojukwu: Ich kann von so einem typischen Schultag erzählen: Man ist in der Schule gewesen, ungefähr zwei Stunden. Dann hatte man Training und auch Krafttraining. Dann waren, glaube ich, vier Stunden Schule und am Nachmittag war dann das Mannschaftstraining am Platz. Am Abend war eigentlich immer Zeit, entweder zu lernen oder mit Freundinnen etwas zu machen. Dann gab es auch manchmal Tage, an denen wir in der Früh nicht Schule hatten, sondern direkt ins Training gegangen sind, dann in die Schule und dann wieder ins Training.

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Ojukwu wurde in der ÖFB-Frauen-Akademie ausgebildet und durchlief diverse Jugendnationalteams, ehe sie ins A-Team aufstieg.
Foto: ©GEPA

LAOLA1: Gab es bei dir einen speziellen Zeitpunkt, an dem du gemerkt hast, dass es zum Profi reichen könnte?

Ojukwu: Als ich noch bei den Jungs gespielt habe, habe ich einen Trainer gehabt und der hat mir das ein bisschen in den Kopf gesetzt, beziehungsweise er hat es meiner Mama in den Kopf gesetzt und ich habe es immer ein bisschen mitbekommen. Als ich dann realisiert habe, ich spiele mit den Jungs und hier sind eigentlich nirgendwo Mädchen, gegen die ich spiele, oder als ich bei Turnieren, wo nur Jungs dabei waren, den Pokal bekommen habe für den besten Spieler des Turniers, habe ich schon gedacht, es ist nicht so unrealistisch, Profi zu werden, und schon etwas, auf das man jetzt hinarbeiten kann und das auch realistisch ist. 


LAOLA1: Würdest du sagen, dass du jetzt deinen Traum in Deutschland lebst?

Ojukwu: Ja. Hätte mir vor zwei, drei Jahren jemand gesagt: Du gehst nächstes Jahr nach Deutschland und lebst vom Fußball, dein Leben besteht aus Fußballspielen und sonst nichts anderem, dann bin ich mir nicht sicher, ob ich das damals geglaubt hätte. Vor allem so früh - ich bin ja direkt, als ich mit der Akademie fertig war, nach Deutschland gegangen. Hätte mir das jemand vor drei Jahren gesagt, hätte ich gesagt: Lieber noch ein Jahr in Österreich spielen, zu Hause wohnen. Deshalb würde ich schon sagen, es ist ein Traum, den ich gerade lebe.

LAOLA1: Vielen Dank für das Gespräch!

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