Europa League: Roses Ausbruch vor dem Rückspiel

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Noch ist nicht aller Tage Abend.

Der FC Salzburg kämpft am Donnerstag (21:05 Uhr LIVE im LAOLA1-Ticker) im Viertelfinal-Rückspiel vor ausverkauftem Haus gegen Lazio Rom um den Aufstieg ins Halbfinale der UEFA Europa League.

Es wäre das erste Europacup-Halbfinale mit österreichischer Beteiligung seit 1996, als Rapid im Europacup der Cupsieger Feyenoord Rotterdam (1:1/a, 3:0/h) ausschaltete.

Die Italiener haben nach dem 4:2 im Stadio Olimpico freilich die besseren Karten im Rückspiel (Hier nachlesen!), doch Salzburgs Hoffnung stirbt zuletzt.

"Wir haben uns etwas einfallen lassen", verspricht Trainer Marco Rose bei der Pressekonferenz vor dem Showdown in Salzburg.

Mit einer Frage konnte der 41-Jährige indes ganz und gar nichts anfangen.


In der letztwöchigen Ausgabe von "LAOLA1 On Air - Der Sport-Podcast" ging es um den italienischen Fußball. Gibt es in Italien auch einen Red-Bull-Hass? Wie bereitet sich Andre Ramalho auf das Duell mit Ciro Immobile vor? Wie ist es in einem kuriosen Sommer dazu gekommen, dass Inzaghi überhaupt Lazio-Trainer wurde? Hier anhören:


"Mich ärgert diese Frage"

Nämlich ob das Derby della Capitale am Sonntag zwischen Lazio und Roma und die Wichtigkeit dieses Spiels möglicherweise einen Vorteil für Salzburg bedeuten könnte, wurde Rose gefragt. Was folgte, war ein Ausbruch des Salzburg-Trainers.

"Was soll ich mit der Frage anfangen? Soll das heißen, dass sie uns nicht wahrnehmen? Ich meine, Männer ganz ehrlich, auf der einen Seite sind wir schon Meister, auf der anderen Seite kriegt man nach einer Niederlage in der Liga schon wieder die Fragen gestellt, werdet ihr nervös?"

„Seid mir nicht böse, aber ich kann mich auf das nicht einlassen, sondern ich habe vollstes Vertrauen in meine Mannschaft, ich kümmere mich um meine Mannschaft, wir versuchen die Situation, die sich Spiel für Spiel darstellt, zu analysieren und so ins nächste Spiel zu gehen. Aber das ganze Drumherum, dieses Gegamble, diese Fragen, sollen sie uns jetzt unterschätzen?"

"Könnt euch schon mal einen Sekt holen"

Auf die Feststellung des Journalisten, dass die Frage ob der Wichtigkeit des Derbys auch im Hinblick auf die CL-Plätze nicht so weit hergeholt wäre, legte Rose nach.

"Aber ist das jetzt mein Problem? Muss ich mich damit auseinandersetzen? Ist das mein Thema? Ist das irgendetwas, dass mich in irgendeiner Weise beeinflussen soll? Hilft mir das irgendwie? Keine Ahnung. Oder soll ich jetzt sagen: Ja, sie werden uns in jedem Fall unterschätzen, wir schießen sie hier 4:0 aus dem Stadion, ihr könnt euch schon mal ein Glas Sekt holen und feiern."

"Mich ärgert es ganz einfach, mich ärgert die Frage, weil ich damit nichts anfangen kann. Was hat das mit dem Spiel morgen zu tun? Was habe ich mit AS Rom gegen Lazio zu tun? Glaubst du, dass sie morgen nicht weiterkommen wollen? Ich denke schon, dass sie weiterkommen wollen, weil sie über den Wettbewerb in die Champions League kommen und einen Titel gewinnen können auf europäischem Top-Niveau. Ich weiß nicht, ob sie das Spiel weniger wichtig sehen als das Spiel am Wochenende. Ich weiß es nicht, ich habe keine Ahnung."

Der Ausbruch kommt nicht überraschend, hatte Rose in seiner ersten Profi-Saison doch schon die gesamte Spielzeit mit ähnlichen Fragen Probleme, konnte sich aber bisweilen einen Ausbruch verkneifen.

Gleich nach der Pressekonferenz, bei der es auch um das Sportliche ging (siehe unten), folgte aber die Aussprache mit dem Journalisten.

Marco Roses Ausbruch auf VIDEO ab Minute 12:20:

Neuer Plan, neues Glück?

Was im Hinspiel nicht klappte, soll im Rückspiel weitaus besser gemacht werden: Allen voran muss besser verteidigt, die Bälle dürfen nicht leichtfertig verschenkt und das römische Überzahl-Spiel im Mittelfeld unterbunden werden.

Dafür hat man sich etwas einfallen lassen.

"Wir haben jetzt zwei Mal gegen dieselbe Grundordnung gespielt, wir wollen etwas anderes probieren, um gegen das 3-5-2 durchzukommen. Wir haben uns etwas einfallen lassen, um vielleicht aus anderen Positionierungen heraus in die Räume zu kommen, die wir erkennen und uns wünschen. Wir hoffen, mehr Druck nach vorne entwickeln zu können."

Plus: "Wir müssen unser Tor wieder mit mehr Schärfe verteidigen, wir müssen mutig sein, überzeugt nach vorne verteidigen."

Heimmacht Salzburg

Die Generalprobe verlief für beide Teams unterschiedlich: Für Salzburg setzte es die zweite Liga-Niederlage der Saison (0:1 beim LASK), nach der Rose am Mittwoch monierte, dass eine klare Abseitsstellung vor dem Tor (bei einem Befreiungsschlag) übersehen wurde, "aber wir können das auch besser verteidigen."
Die Römer gewannen bei Udinese mit 2:1 und übernahmen damit hinter Juventus Turin und SSC Napoli Rang 3 der Serie A.
Die Salzburger stehen bereits vor dem 18. Europacup-Spiel der laufenden Saison (mehr als alle anderen Viertelfinalisten) und mussten mit dem 2:4 in Rom ihre Serie von 19 internationalen Spielen ohne Niederlage beenden.
Zu Hause sind die Salzburger international seit neun Spielen ungeschlagen, wobei es sechs Siege und drei Remis (Torverhältnis 16:2) gab. Die Italiener wiederum haben zwei ihrer letzten drei Auswärtsmatches verloren, das letzte aber 2:0 bei Dynamo Kiew gewonnen.
Insgesamt hat Salzburg 37 Heimspiele in Folge nicht verloren. "Es kann alles passieren", sagt Rose, der auch auf die Unterstützung der "vollen Hütte" baut.


Die besten Bilder vom Viertelfinal-Hinspiel der Europa League zwischen Lazio Rom und RB Salzburg:

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So könnte Salzburg spielen

Diadie Samassekou ist auf Salzburger Seite gelbgesperrt und wird von Xaver Schlager auf der Sechser-Position ersetzt. Hee Chan Hwang dürfte wiederum nach seiner Sperre an Stelle von Fredrik Gulbrandsen in die Startelf rutschen, bleibt vor allem die Frage, wer Schlager als Zehner ersetzt? Takumi Minamino, der kurz nach seiner Einwechslung in Rom das zwischenzeitliche 2:2 erzielte, sowie Hannes Wolf heißen die Kandidaten. Reinhold Yabo steht nach seiner Erkrankung auch wieder zur Verfügung.

Bei einer weiteren Gelben Karte für das nächste Spiel gesperrt: Munas Dabbur, Xaver Schlager, Stefan Lainer, Duje Caleta-Car (Salzburg) bzw. Ciro Immobile, Jordan Lukaku, Sergej Milinkovic-Savic, Luis Felipe, Dušan Basta, Senad Lulic, Marco Parolo (Lazio).





Textquelle: © LAOLA1.at

Europa League: Salzburg braucht gegen Lazio eine Premiere

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