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Kommentar: Dieser Salzburg-Spieler wird in Erinnerung bleiben

Sadio Mane? Dominik Szoboszlai? Erling Haaland? Kerim Alajbegovic! Warum der Bosnier in ganz großen Fußstapfen wandelt und diesen schon jetzt gerecht wird:

Kommentar: Dieser Salzburg-Spieler wird in Erinnerung bleiben Foto: © GEPA

Jetzt hat er es auch auf internationaler Bühne gezeigt.

Ein ums andere Mal rettete Kerim Alajbegovic dem FC Salzburg im Herbst quasi im Alleingang wichtige Punkte in der ADMIRAL Bundesliga.

Im Europacup waren beim blutjungen Bosnier zwar auch schon gute Ansätze dabei, doch ein wenig fehlte die Effizienz.

Einer vom Kaliber eines Mane, Szoboszlai oder Haaland

Seit Donnerstag weiß man, dass Kerim Alajbegovic auch große Spiele kann. Den FC Basel erlegte er am vorletzten Europa-League-Spieltag mit einem frühen Doppelpack.

Einmal mit Links, einmal traumhaft mit Rechts. Der beidbeinige 18-Jährige hatte schon nach zwölf Spielminuten dafür gesorgt, dass sein FC Salzburg doch noch von der K.o.-Phase träumen darf.

Und ich bin mir nach diesem Spiel, in dem Alajbegovic nicht nur mit seinen beiden Toren glänzte, endgültig sicher: Hier wächst ein ganz großer Spieler vom Kaliber eines Sadio Mane, Dominik Szoboszlai oder Erling Haaland heran.

Mentale Reife

Was mich darin so sicher macht, ist nicht nur seine Art, wie er sich auf dem Spielfeld gibt, sondern auch jene abseits davon.

Ich habe die Karim Adeyemis, Erling Haalands oder Dominik Szoboszlais in diesem Alter in Salzburg interviewen dürfen. Keiner wirkte mit 18 Jahren auch nur annähernd so reif wie Alajbegovic.

Der gebürtige Deutsche hat für sein junges Alter eine starke Rhetorik, spricht mit sanfter Stimme markige Sätze.

Er kommt aus einem guten Elternhaus, das voll hinter ihm steht, ihn gleichzeitig aber auf dem Boden hält. Sollte er jemals arrogant werden, würden ihn seine Eltern sofort vom hohen Ross holen, verriet er einmal in einem "Sky"-Interview. "Aber arrogant werde ich eh nie. So wurde ich nicht erzogen", so Alajbegovic damals.

Letsch: "Könnt ruhig kritisch mit ihm sein"

Nach seiner Zaubershow gegen Basel gibt er sich gewohnt demütig: "Am Ende bin ich einfach froh, dass ich der Mannschaft etwas geben konnte." Auch Selbstkritik ist dabei: "Natürlich bin ich zufrieden mit den beiden Toren, aber mit ein bisschen mehr Entschlossenheit und Glück hätte ich noch ein, zwei mehr machen können."

Bei den "Bullen" ist man darum bemüht, Alajbegovic genau so bodenständig zu halten. Coach Thomas Letsch hatte am Donnerstag wenig Lust, auf den Hype-Zug aufzuspringen.

"So wie er das zweite Tor macht, muss man ihn nicht machen. Aber dann muss er auch den dritten machen, den er an die Latte schießt", scherzt der Deutsche in Bezug auf Alajbegovics Kunstschuss von der Strafraumgrenze nach Seitenwechsel, der an den Querbalken und diesmal von dort ins Aus donnerte.

Letschs Wunsch an die versammelte Medienrunde: "Ihr könnt ruhig auch kritisch mit ihm sein." Das fällt nach Spielen wie solchen am Donnerstag immer schwerer.

In fünf Jahren wird man sagen: "Bist du deppert, der Alajbegovic hat ja mal in Österreich gespielt."

Über Leverkusen an die Weltspitze?

Lange wird man als österreichischer Journalist ohnehin nicht mehr die Chance haben, Alajbegovics Leistungen in egal welche Richtung zu bewerten. Von Bayer Leverkusen würde es schlicht fahrlässig sein, die laut Medienberichten unter zehn Millionen Euro liegende Rückkaufklausel auf seinen Eigenbauspieler im kommenden Sommer nicht zu ziehen.

In einem Interview vergangene Woche fragte ich Alajbegovic, ob er sich vorstellen könnte, sich im Sommer nochmal nach Salzburg zurückverleihen zu lassen. Mittlerweile bin ich mir gar nicht mehr so sicher, ob er diesen weiteren Zwischenschritt überhaupt noch benötigt.

Warum sollte ein Spieler mit einem solchen Leistungsvermögen nicht auch beim zurzeit strauchelnden deutschen Meister von 2024 eine Rolle spielen können?

Und in fünf Jahren wird man, ähnlich wie man es akuell in Bezug auf Haaland, Szoboszlai und Co. tut, sowieso sagen: "Bist du deppert, der Alajbegovic hat ja mal in Österreich gespielt."

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