Jetzt hat er es auch auf internationaler Bühne gezeigt.
Ein ums andere Mal rettete Kerim Alajbegovic dem FC Salzburg im Herbst quasi im Alleingang wichtige Punkte in der ADMIRAL Bundesliga.
Im Europacup waren beim blutjungen Bosnier zwar auch schon gute Ansätze dabei, doch ein wenig fehlte die Effizienz.
Einer vom Kaliber eines Mane, Szoboszlai oder Haaland
Seit Donnerstag weiß man, dass Kerim Alajbegovic auch große Spiele kann. Den FC Basel erlegte er am vorletzten Europa-League-Spieltag mit einem frühen Doppelpack.
Einmal mit Links, einmal traumhaft mit Rechts. Der beidbeinige 18-Jährige hatte schon nach zwölf Spielminuten dafür gesorgt, dass sein FC Salzburg doch noch von der K.o.-Phase träumen darf.
Und ich bin mir nach diesem Spiel, in dem Alajbegovic nicht nur mit seinen beiden Toren glänzte, endgültig sicher: Hier wächst ein ganz großer Spieler vom Kaliber eines Sadio Mane, Dominik Szoboszlai oder Erling Haaland heran.
Mentale Reife
Was mich darin so sicher macht, ist nicht nur seine Art, wie er sich auf dem Spielfeld gibt, sondern auch jene abseits davon.
Ich habe die Karim Adeyemis, Erling Haalands oder Dominik Szoboszlais in diesem Alter in Salzburg interviewen dürfen. Keiner wirkte mit 18 Jahren auch nur annähernd so reif wie Alajbegovic.
Der gebürtige Deutsche hat für sein junges Alter eine starke Rhetorik, spricht mit sanfter Stimme markige Sätze.
Er kommt aus einem guten Elternhaus, das voll hinter ihm steht, ihn gleichzeitig aber auf dem Boden hält. Sollte er jemals arrogant werden, würden ihn seine Eltern sofort vom hohen Ross holen, verriet er einmal in einem "Sky"-Interview. "Aber arrogant werde ich eh nie. So wurde ich nicht erzogen", so Alajbegovic damals.
Letsch: "Könnt ruhig kritisch mit ihm sein"
Nach seiner Zaubershow gegen Basel gibt er sich gewohnt demütig: "Am Ende bin ich einfach froh, dass ich der Mannschaft etwas geben konnte." Auch Selbstkritik ist dabei: "Natürlich bin ich zufrieden mit den beiden Toren, aber mit ein bisschen mehr Entschlossenheit und Glück hätte ich noch ein, zwei mehr machen können."
Bei den "Bullen" ist man darum bemüht, Alajbegovic genau so bodenständig zu halten. Coach Thomas Letsch hatte am Donnerstag wenig Lust, auf den Hype-Zug aufzuspringen.
"So wie er das zweite Tor macht, muss man ihn nicht machen. Aber dann muss er auch den dritten machen, den er an die Latte schießt", scherzt der Deutsche in Bezug auf Alajbegovics Kunstschuss von der Strafraumgrenze nach Seitenwechsel, der an den Querbalken und diesmal von dort ins Aus donnerte.
Letschs Wunsch an die versammelte Medienrunde: "Ihr könnt ruhig auch kritisch mit ihm sein." Das fällt nach Spielen wie solchen am Donnerstag immer schwerer.