Endstand
0:3
0:2 , 0:1
NEWS

Freiburg zwischen "Trauer" und "Stolz über das Erreichte"

Nichts wurde es mit dem großen Traum vom Europa-League-Titel. Im ersten Moment überwiegt bei allen die Enttäuschung.

Freiburg zwischen "Trauer" und "Stolz über das Erreichte" Foto: © IMAGO / Shutterstock

Das größte Spiel der Vereinsgeschichte endete für den SC Freiburg mit einer Enttäuschung!

Der deutsche Bundesligist musste sich im Finale der UEFA Europa League Aston Villa klar mit 0:3 geschlagen geben (zum Spielbericht >>>).

Nach Schlusspfiff überwog bei den Freiburgern die Enttäuschung: "In solchen Momenten die richtigen Worte zu finden ist schwer. Jetzt überwiegt die Traurigkeit, den letzten Schritt nicht gegangen zu sein", sagte Cheftrainer Julian Schuster bei "CANAL+".

Auch Torhüter Noah Atubolu stimmte dem bei: "Ich bin sehr, sehr enttäuscht."

Ertl nach EL-Finale: "Villa war drei Nummern zu groß" >>>

Villa in den entscheidenden Momenten da

Freiburg reiste als klarer Underdog nach Istanbul. Der Klub um ÖFB-Legionär Philipp Lienhart, der 61 Minuten mitwirkte, schlug auf dem Weg in sein erstes internationales Endspiel der Vereinsgeschichte Genk, Celta Vigo und Sporting Braga (mit Florian Grillitsch).

Im Endspiel konnte man der Rolle als Außenseiter nicht gerecht werden. "Wir haben gut reingefunden. Die erste Hälfte war 50/50 mit wenigen Chancen auf beiden Seiten. Dann spielen Standardsituationen eine wichtige Rolle und da haben wir das Spiel aus der Hand gegeben", so Schuster.

In den ersten 45 Minuten gestaltete sich die Partie noch offen, Freiburg war gut im Spiel gegen den Ball. Der Favorit schlug jedoch in den entscheidenden Momenten eiskalt zu. Kurz vor der Pause stellten Youri Tielemans (41.) und Emiliano Buendia (45.+3) mit zwei Traumtoren auf 2:0.

Emerys fünfter Streich: "Er ist der beste Trainer der Welt" >>>

Der Glaube war nie weg

Der Glaube war nie weg
Am Ende war der Gegner zu stark
Foto: ©IMAGO / Shutterstock

Zwar versuchte Freiburg nach Seitenwechsel nochmal ranzukommen, spätestens nach dem 3:0 durch Morgan Rogers war die Partie aber entschieden (58.).

"Wenn es nicht läuft, zeigt sich der wahre Charakter einer Mannschaft. Dieser Glaube war immer da und da bin ich sehr dankbar. Unterm Strich hat es leider trotzdem nicht gereicht. Es hat nicht viel gefehlt", lobte Schuster seine Mannschaft.

Trotzdem wollte es für Freiburg im überhaupt erst zweiten großen Finale der Klubgeschichte nicht reichen. 2022 verlor man im DFB-Pokalfinale gegen RB Leipzig im Elfmeterschießen.

Von Streich zu Schuster - ein nahtloser Übergang

Trainer damals war noch Vereinslegende Christian Streich. Der mittlerweile 60-Jährige coachte den Klub in etwas mehr als zwölf Jahren und 488 Spielen. Im Sommer 2024 übernahm dann sein ehemaliger Spieler und Kapitän Julian Schuster das Traineramt.

Und der 41-Jährige führte die Arbeit seines Mentors nahtlos fort, wurde in seinem Premierenjahr direkt Fünfter in der Liga. Heuer wurde der Klub Siebter und qualifizierte sich damit für die UEFA Conference League.

Mit etwas Abstand wird dann auch der Stolz über das Erreichte überwiegen. Es ist aber okay, jetzt zu trauern.

Julian Schuster

Damit werden die Deutschen auch in der kommenden Saison international vertreten sein. Zumindest ein kleiner Trost nach der Finalniederlage in Istanbul.

Das sah auch der Cheftrainer so: "Mit etwas Abstand wird dann auch der Stolz über das Erreichte überwiegen. Es ist aber okay, jetzt zu trauern."

Die Fans im Hintergrund

Beeindruckend auch der eigene Anhang. Kein einziger Fan verließ frühzeitig das Stadion in Istanbul, die Mannschaft wurde gebührend gefeiert. Daher gab es auch viel Lob von den Spielern.

So sagte Vincenzo Grifo nach Schlusspfiff: "Die haben uns dahin gebracht. Sie waren auch in schlechten Momenten immer für uns da. Für solche Momente spielt man Fußball. Leider muss es immer einen Gewinner und einen Verlierer geben. Heute haben wir den Kürzeren gezogen."

Auch wenn Lienhart und Co. die Reise zurück mit leeren Händen antreten müssen - Freiburgs Saison war dennoch eine sehr erfolgreiche.

Die teuersten deutschen Fußballer jemals

Kommentare