Vertrag mit russischem Wettanbieter: Pirlo-Deal wackelt
Der ehemalige Mittelfeld-Star galt als Favorit auf den Teamchefposten in Italien - nun gerät der Deal aber ins Wanken.
Die geplante Ernennung von Andrea Pirlo zum neuen Trainer der italienischen Fußball-Nationalmannschaft gerät wegen seiner Verbindung zum russischen Wettanbieter Fonbet ins Wanken.
Wie die "Gazzetta dello Sport" (Sonntag-Ausgabe) berichtet, lässt der neue Präsident des italienischen Fußball-Verbandes FIGC, Giovanni Malago, die Geschäftsbeziehungen des früheren Weltmeisters zu dem Wettanbieter prüfen.
Markenbotschafter für russisches Unternehmen
Der 47-jährige Pirlo steht derzeit beim Erstligisten United FC in Dubai unter Vertrag und dient zugleich als globaler Markenbotschafter des Wettanbieters Fonbet.
Nach Angaben der Zeitung gilt dabei weniger das Engagement für einen Wettanbieter als problematisch - ein solcher Vertrag könnte beendet werden -, sondern vielmehr die russische Herkunft des Unternehmens vor dem Hintergrund von Russlands Angriffskriegs gegen die Ukraine, auf deren Seite Pirlos Heimat Italien klar steht.
Werbeauftritt Pirlos in Moskau vor zwei Monaten in der Kritik
Für Kritik sorgte insbesondere ein Werbeauftritt Pirlos in Moskau vor zwei Monaten gemeinsam mit Ex-Nationalspieler Marco Materazzi.
Mehrere italienische Politiker verschiedener Parteien äußerten Zweifel, ob jemand mit einer solchen Verbindung Italien als Nationaltrainer repräsentieren sollte.
Nach Angaben des Blattes soll Malago inzwischen eine Prüfung der Vertragsunterlagen veranlasst haben. Dabei gehe es unter anderem um die Frage, ob Pirlos Zusammenarbeit mit Fonbet ausschließlich mit seinem Engagement beim United FC verknüpft ist.
Vertrag könnte aufgelöst werden
Die Anwälte des früheren Nationalspielers betonen dem Bericht zufolge, der Vertrag mit Fonbet stehe ausschließlich im Zusammenhang mit Pirlos Tätigkeit beim Klub aus Dubai.
Mit einer Auflösung des Trainervertrags könne Pirlo auch die Zusammenarbeit mit dem Wettanbieter einseitig und ohne Vertragsstrafe beenden.