Klopp bezeichnet Lijnders als einen "außergewöhnlichen Trainer, der auch Riesen-Bock auf die Aufgabe hat".
"Jürgen Klopp hat keine Karriere nach der Nationalmannschaft"
"Ich habe das für mich beste Trainerteam 'possible' zur Verfügung gestellt", betont der Neo-DFB-Coach. Er werde alles reinlegen, was er hat. Schließlich sei der DFB-Job "idealerweise der Höhepunkt meiner Karriere".
Ihm gehe es rein um die Sache an sich. "Jürgen Klopp hat keine Karriere nach der Nationalmannschaft", hält er fest.
Wenn ihr euch daneben benehmt und meine Familie nicht in Ruhe lasst, bin ich weg.
In den vergangenen zwei Jahren, als Klopp bei Red Bull arbeitete, fand er zwar häufig in der Öffentlichkeit und den Medien statt. Mit den Medien sprach der Deutsche aber recht wenig.
Das wird sich in Zukunft ändern. Wohl auch deshalb spricht Klopp (kritisch) über die mediale Berichterstattung: "Ich mache den Job, obwohl ich mitbekommen habe, wie ihr (die Medien, Anm.) mit Julian umgeht. Obwohl ich mitbekomme, wie England mit Tuchel umgeht. Ihr müsst mich nicht zu sehr loben, wenn etwas funktioniert – das sollte selbstverständlich sein."
Er wäre auch bereit, den Schlusstrich selbst zu ziehen: "Der Tag, an dem ihr das nicht mehr wollt, sagt ihr das und ich bin weg – ohne Abfindung. Wenn der DFB sagt, so machen wir nicht weiter, bin ich weg. Wenn ihr euch daneben benehmt und meine Familie nicht in Ruhe lasst, bin ich weg."
Unter anderem gab es Berichte über die Freundin von Vorgänger Julian Nagelsmann, mit dem Klopp seit der WM übrigens nicht in Austausch trat.
Wovor sich die Bayern nicht fürchten müssen
In puncto sportliche Zukunft des DFB lässt Klopp noch einiges offen. Jedenfalls haben mit Klopp, Sven Bender und Joachim Watzke nun drei Ex-Dortmunder tragende Rollen beim DFB.
Der Bundestrainer nimmt allerdings schmunzelnd vorweg: "Die Bayern müssen sich keine Gedanken machen, weil wir jetzt hier sind, wir nur noch Dortmund-Spieler einladen. Was auch witzig wäre. Oder weil ich mal bei Red Bull gearbeitet habe, nehme ich nur Leipziger – puh."
In den vergangenen Wochen hat sich Klopp zumindest mit seinem potenziellen Spielerpool auseinandergesetzt. "Ich habe mir eine Liste von Namen gemacht, die mich interessieren würden, wo ich gerne mehr darüber wüsste. Und ich habe mir 57 Feldspieler angeguckt", erzählt er.
Fünferkette kein Thema, Überraschungen angekündigt
Zu Beginn soll seine Tür für alle möglichen Nationalspieler offenstehen. Klopp spricht von einem Neustart. "Jeder, der berechtigt ist für die deutsche Nationalmannschaft zu spielen, der sollte sich jetzt echt mal Mühe geben. Weil ich werde gucken. Niemand wird abgeschrieben."
Es sollen sogar Spieler die Chance erhalten, "die jetzt möglicherweise noch gar nicht damit rechnen."
Wie es auf dem Platz aussehen wird? "Gegenpressing ist ein wichtiges Thema", verrät Klopp, der seine Fußball-Idee erkennbar machen möchte und klarstellt, dass er auf eine Viererkette setzen wird.
Fest steht für ihn außerdem: "Wir werden keine Manndeckung spielen, selbst wenn die beste Mannschaft in Deutschland Manndeckung spielt. Aber das gibt es auch in anderen Nationen."
Haben wir Spieler wie Dembélé, Mbappé, Doué oder Barcola? Nein. Aber schlagen können wir sie trotzdem.
In Deutschland würde es eine realistische Erwartungshaltung brauchen, unterstreicht Klopp: "Erfolg ist Leistung in Relation zur Erwartungshaltung."
Wenn gefragt werde, ob das DFB-Team denn so gut wie Frankreich sein würde, "und die Antwort lautet 'nein', dann stimmt das nicht. Die Frage müsste lauten: Haben wir Spieler wie Dembélé, Mbappé, Doué oder Barcola? Nein, aber schlagen können wir sie trotzdem."
Trotzdem hat Klopp allen voran ein Ziel: "Ab heute müssen wir alles dafür tun. Nicht dafür, dass wir Weltmeister werden. Sondern dass wir so spielen, dass wir es werden können."
Denn sportlicher Erfolg - der bei einem WM-Titel maximal gegeben werde - beeinflusse laut dem Bundestrainer auch die Gesellschaft. "Wenn ich mir mal vorstelle, Deutschland wird in vier Jahren Weltmeister. Am nächsten Tag wäre der Nachbar nicht mehr so ein Arsch, wie wir im Moment vielleicht denken, dass er ist. Oder das Wetter wäre nicht so schlecht oder Friedrich Merz würde nicht alles falsch machen."
Seitenwechsel: Früher großer Kritiker, jetzt Befürworter
Der Vereinstrainer Klopp, den es eigentlich bis zuletzt 2024 gab, ist spätestens mit der Anstellung beim DFB Geschichte. Damit geht auch die Änderung einiger Ansichten einher, für die er bisher noch gestanden ist.
"Ich war auf der anderen Seite: Länderspiele haben mich früher gestört. Jetzt möchte ich sie zum absoluten Highlight machen." Andererseits möchte er auch Wünsche von Klubtrainern respektieren. "Wen einer sagt, er kann nicht, dann soll er auch nicht - und da kämpfe ich nicht darum."