Personell wird es gegen die Schotten keine Überraschungen geben, Nagelsmann könnte die älteste deutsche Startelf bei einem großen Turnier seit 24 Jahren aufbieten. Bei erwarteter Aufstellung wäre diese im Durchschnitt 28,7 Jahre alt.
DFB-Team steht hinter kritisierten Neuer
Mit 38 Jahren ältester Kicker wäre Tormann Neuer, um den sich nach dessen Patzer beim 2:1 im Test gegen Griechenland Diskussionen entspannt haben.
Nagelsmann und die DFB-Spieler bezogen freilich eindeutig für den Bayern-Kapitän Stellung. "Manu gibt jeder Mannschaft einen wahnsinnigen Rückhalt. Wir stehen alle total hinter ihm", sagte Stürmer Niclas Füllkrug.
Für Schottland wird die Aufgabe "ganz schwierig", wie Kapitän Andy Robertson von Liverpool feststellte, "aber wir freuen uns und werden alles geben".
Der Außenseiter der Gruppe A setzt zum EM-Auftakt neben den eigenen verbesserten Qualitäten auf die Unterstützung durch Zehntausende Fans. Die "Tartan Army" genannten, oft in traditionelle Schottenröcke gekleideten Anhänger gelten als trinkfest. Medienberichten zufolge werden in Deutschland 200.000 Schotten erwartet. Nur ein Bruchteil schafft es aber auch ins Stadion.
Schottland: "Unser Ziel ist es weiterzukommen"
Die Schweiz und Ungarn sind weitere Gruppengegner für Deutschland und die Schotten. Für Letztere ist es die insgesamt vierte EM - für die K.o.-Runde reichte es dabei noch nie. Auch bei acht WM-Endrunden kam das Aus stets in der Vorrunde. Zuletzt war beim EM-Turnier vor drei Jahren ein 0:0 gegen Rivale England das Highlight.
"Unser Ziel ist es, in dieser Gruppe weiterzukommen", sagte Verteidiger Scott McKenna. "Der einzige Weg, das zu erreichen, besteht darin, ein Spiel nach dem anderen durchzuziehen. Diese Woche konzentrieren wir uns nur auf Deutschland, und danach beschäftigen wir uns mit der nächsten Woche." Die weiteren Spiele absolviert das Team in Köln und Stuttgart.
Für Nagelsmann ist Schottland längst keine klassische Kick-and-Rush-Mannschaft mehr, er bescheinigte den Schotten "wirklich viel Potenzial". Auch BVB-Stürmer Füllkrug betonte, dass die Schotten keine reine Mauer-Mannschaft seien, sondern auch mit druckvollem Pressing zu gefallen wüssten.