Die "Men 2 Watch" bei der EURO 2020

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Kylian Mbappe, Harry Kane, Kevin de Bruyne, Cristiano Ronaldo, Romelu Lukaku,... Bei der EURO 2020 sind die Augen auf die Superstars des europäischen Fußballs gerichtet.

Doch bei einem Turnier werden immer auch neue Stars geboren. Zahlreiche Kicker wollen und werden die EM als Chance nutzen, um ihren Bekanntheitsgrad zu steigern.

LAOLA1 hat sich die Kader der 24 teilnehmenden Nationen angesehen und aus jedem Aufgebot einen Kicker herausgepickt, auf den es besonders zu achten gilt. Das sind in den meisten Fällen eher junge Spieler, die in den kommenden Jahren für Furore sorgen können, teilweise aber auch Fußballer, die schon etwas Erfahrung gesammelt haben, derzeit aber noch unter dem Radar fliegen.

Gruppe A:

Italien: Manuel Locatelli

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Verein: Sassuolo Calcio

"Ich fühle mich bereit für einen Top-Klub", verkündete der 23-Jährige vor einigen Wochen. Diese Einschätzung beruht offensichtlich auf Gegenseitigkeit - in den vergangenen Wochen wurde Europas Elite mit dem Italiener in Verbindung gebracht, unter anderem sollen Real Madrid, Manchester City, Chelsea und Juventus angeklopft haben. Verwunderlich ist das nicht, denn der junge Mann aus der Lombardei hat eine überragende Saison hinter sich. Im zentralen Mittelfeld hat er bei Sassuolo die Fäden gezogen. Im Schnitt hat er über 80 Pässe pro Partie gespielt, mehr als jeder andere Kicker in der Serie A, fast 90 Prozent davon sind bei seinen Mitspielern angekommen.

Locatelli, der mit 18 für den AC Milan debütierte und 2018 zu Sassuolo wechselte, vereint Spielintelligenz mit starker Technik - da passt es ja ganz gut, dass er einst ein Poster von Andrea Pirlo in seinem Kinderzimmer hatte. In der "Squadra Azzurra" rittert er mit Marco Verratti, Jorghino und Nicolo Barella um die drei Plätze in der Zentrale.

(Artikel wird unter dem Video fortgesetzt.)

Schweiz: Becir Omeragic

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Verein: FC Zürich

Diesen jungen Mann sollte man unbedingt auf dem Schirm haben! Nicht viele können im zarten Alter von 19 Jahren auf vier Länderspieleinsätze verweisen, vor allem, wenn sich international gestandene Spieler auf der Innenverteidiger-Position wie Manuel Akanji, Nico Elvedi oder Routinier Fabian Schär im Kader tummeln. Dass Omeragic aber wohl das größte Schweizer Defensiv-Talent ist, daran ist nicht zu zweifeln.

Mit 17 gab der Rechtsfuß sein Debüt für den FC Zürich, seitdem folgten 55 weitere Bewerbsspiele für den zwölffachen Meister. In der Zürcher Verteidigungszentrale führt schon seit längerem kein Weg mehr an Omeragic vorbei, auch in der "Nati" wird dem 1,87-Meter-Mann über kurz oder lang ein Fixplatz gehören. Als Pluspunkt ist zudem seine Flexibilität zu sehen, in 29 Bewerbsspielen der abgelaufenen Saison lief Omeragic 15 Mal als Innenverteidiger, 14 Mal als Rechtsverteidiger auf. Rechts in der Schweizer Viererkette ist zwar kein Spot mehr frei, in der Zentrale matcht sich der 19-Jährige aber mit den oben genannten Teamkollegen um die Plätze in der Dreierkette, sollte diese zum Einsatz kommen.

Türkei: Orkun Kökcü

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Verein: Feyenoord Rotterdam

Der in den Niederlanden geborene Orkun Kökcü ist in der Nationalmannschaft mit seinen sechs Länderspielen noch ein eher unbeschriebenes Blatt. Der 20-Jährige, der zuletzt viermal in Folge von Teamchef Senol Günes aufgeboten wurde, ist ein Kind der Jugend von Feyenoord Rotterdam, wohin er im Alter von 13 Jahren wechselte. Kökcü gehörte in der laufenden Saison zum Stammpersonal von Feyenoord, eine Knöchelverletzung und eine Corona-Infektion kosteten ihm allerdings wertvolle Spielzeit. In der Europa League stand der Mittelfeldspieler bei beiden Niederlagen gegen den WAC über 90 Minuten auf dem Platz.

Kökcü ist ein klassischer Kreativspieler, der den Gegner mit quirligen Dribblings und gefinkelten Pässen das Leben schwer machen kann, körperlich aber nicht immer mithalten kann. Mit seinen 1,75 Metern ist der 20-Jährige eher auf der schmächtigen Seite. Dennoch herrscht von Europas Top-Klubs Interesse am türkischen Nationalspieler - Interesse, das Kökcü mit dem einen oder anderen Geniestreich befeuern kann.

Wales: Ethan Ampadu

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Verein: FC Chelsea

20 Jahre alt, aber schon 22 Länderspiele für Wales auf dem Buckel - das ist ein Ausrufezeichen. Sein Debüt gab er im zarten Alter von 17 Jahren und einem Monat, sein Talent wurde früh erkannt und gefördert. Über Exeter City kam der vorrangig als Innenverteidiger eingeplante Defensiv-Allrounder 2017 zum FC Chelsea, wo er noch zumindest bis 2023 unter Vertrag steht. Eine Leihe zu RB Leipzig wurde lediglich mit drei Bundesliga-Kurzeinsätzen und einem im DFB-Pokal belohnt. Bei Sheffield United schnupperte er mit 25 Premier-League-Einstäzen erstmals so richtig Luft im Erwachsenen-Fußball.

Der Marktwert des hochveranlagten Defensiv-Akteurs wird bereits jetzt von transfermarkt.at auf 15 Millionen Euro geschätzt. Für die "Blues" kam er schon vor seiner Leihe nach Leipzig 2019/20 drei Mal in der Europa League und zwei Mal im FA-Cup zum Einsatz - sein Pflichtspiel-Debüt gab er im Alter von 15 Jahren. Zudem stand er 2017/18 im Finale der UEFA Youth League, das gegen den FC Barcelona verloren ging. Ampadu ist eine Aktie für die Zukunft und für Wales schon jetzt unverzichtbar. Ob die Blues nach Beendigung der Leihe in der kommenden Saison noch mehr auf Ampadu setzen, wird sich weisen - möglicherweise durch herausragende EURO-Leistungen.

Gruppe B:

Belgien: Jeremy Doku

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Verein: Stade Rennes

Jeremy Doku ist mit 19 Jahren der mit Abstand jüngste Spieler im EM-Kader Belgiens. Trotz seines jungen Alters bringt der Sohn ghanaischer Eltern schon eine Menge Erfahrung im Profibereich mit. So feierte er bereits mit 16 Jahren sein Profi-Debüt für den RSC Anderlecht in der Jupiler Pro League. Zwei Jahre später erfolgte der Transfer des Supertalents in die Ligue 1, genauer gesagt zu Stade Rennes.

In Frankreich hatte Doku mit keinerlei Anlaufschwierigkeiten zu kämpfen, entwickelte sich auf Anhieb zum Stammspieler in Rennes. Mit Ausnahme einer Rot-Sperre kam der pfeilschnelle Offensivspieler in jedem Saisonspiel zum Einsatz. Noch kurz vor seinem Wechsel nach Frankreich feierte der technisch hervorragend augebildete Außenbahnspieler sein Debüt für Belgiens A-Nationalteam. Bereits in seinem zweiten Länderspiel, beim 5:1-Nations-League-Sieg gegen Island, ließ er seinen ersten Nationalteam-Treffer folgen. Bei dieser EM fungiert der flinke Angreifer als Geheimwaffe von Teamchef Roberto Martinez, der Doku als "außergewöhnliches Talent" bezeichnet.

Dänemark: Mikkel Damsgaard

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Verein: Sampdoria Genua

"Ich kann sagen, dass Damsgaard in meinen Augen ein Wunderkind ist", sagt Claudio Ranieri, der Trainer des Dänen bei Sampdoria Genua. Dem gibt es wenig entgegenzusetzen. Der 20-Jährige ist nur eines von zahlreichen Talenten, das den Sprung vom FC Nordsjaelland in die große Fußball-Welt geschafft hat. Rund sieben Millionen Euro schickte Sampdoria vor der abgelaufenen Saison nach Dänemark, um sich die Dienste des flexiblen Offensivspielers zu sichern.

Da war der Rechtsfuß längst Stammspieler beim dänischen Meister der Spielzeit 2011/12. Im zarten Alter von 17 Jahren gab Damsgaard sein Debüt in der Superligaen, überzeugte sofort und war fortan gesetzt. Es folgten insgesamt 93 Pflichtspiele, 13 Treffer sowie 21 Assists sprechen Bände. Heuer spielte er in der Serie A, in rund der Hälfte der Spiele stand der linke Flügelspieler in der Startelf, kam nur in zwei Liga-Spielen nicht zum Einsatz, wenn er nicht verletzt war.

Auch im Nationalteam Dänemarks wurde Damsgaard bereits das Vertrauen geschenkt, er zahlte es mit je zwei Toren und Vorlagen aus drei Spielen eindrucksvoll zurück. Ein Stammplatz wird ihm wohl nicht vergönnt sein, als Einwechselspieler wird das "Wunderkind" aber zu seinen Einsätzen kommen.

Finnland: Marcus Forss

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Verein: FC Brentford

Marcus Forss wagte bereits früh in seiner Laufbahn den Sprung ins Ausland. Mit gerade mal 13 Jahren wechselte der finnische Mittelstürmer in die Nachwuchsabteilung von West Bromwich Albion. Nach fünf Jahren im Nachwuchs der "Baggies" übersiedelte Forss im Sommer 2017 ablösefrei zum FC Brentford. Dort zeigte er bereits in seiner Premieren-Saison ansprechende Leistungen, erzielte 21 Treffer für die zweite Mannschaft und gewann die Auszeichnung zum Spieler des Jahres.

In der Saison 2018/19 folgte die Beförderung in die Kampfmannschaft. Nach einem Leihgeschäft zum AFC Wimbledon in die League One im Jahr darauf, folgte zu Beginn dieser Spielzeit die Rückkehr zum englischen Zweitligisten. Vorwiegend als Joker im Einsatz hatte der Finne dennoch großen Anteil am Aufstieg der "Bees" in die Premier League, erzielte insgesamt 7 Tore in 39 Championship-Spielen. Seine Leistungen in England gingen auch in Finnland nicht spurlos vorüber. Gleich in seinem ersten Länderspiel November 2020 traf Forss beim sensationellen Freundschaftspiel-Sieg gegen Frankreich. Mit Teemu Pukki und Joel Pohjanpalo hat Forss zwar zwei routinierte Stürmer vor der Nase, dennoch stehen seine Chancen auf Einsatzzeit bei der EURO sehr gut.

Russland: Maksim Mukhin

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Verein: Lokomotive Moskau

Obwohl Maksim Mukhin erst zehn Spiele in der obersten russischen Liga absolviert hat, hat es der 19-Jährige von Lokomotive Moskau in den EM-Kader von Stanislaw Tschertschessow geschafft. Alleine dieser Umstand sollte belegen, dass der ehemalige Tirol-Keeper große Stücke auf den Mittelfeldspieler hält, der zur kommenden Saison zum Stadtrivalen ZSKA Moskau wechseln wird, denn das Durchschnittsalter russischer Turniermannschaften bewegt sich meist in gesetzteren Spähren.

Mukhin, der kein einziges Mal für die russische U21 auflief, feierte bereits im März beim 2:1-Sieg über Slowenien sein Nationalmannschaftsdebüt. Anfang Juni kamen beim Remis gegen Polen noch einmal 33 Minuten hinzu. Der 19-Jährige wird bei der Europameisterschaft eher keine großen Einsätze für sich verbuchen dürfen, dafür ist das Mittelfeld mit Spielern wie Roman Zobnin, Aleksey Miranchuk oder Daler Zuzyaev zu stark besetzt. Alleine im EURO-Kader zu stehen, ist für einen Spieler, der im vergangenen November sein Profi-Debüt gefeiert hat bereits großartig genug.

Gruppe C:

Niederlande: Owen Wijndal

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Verein: AZ Alkmaar

Gab es in den letzten Jahren keinen wirklichen Stammspieler auf der linken Verteidigerposition im niederländischen Nationalteam, hat sich dieser Umstand mit dem Aufstieg von Owen Wijndal geändert. Der 21-jährige Linksverteidiger von AZ Alkmaar hat sich seit seinem Länderspieldebüt für die "Elftal" im Oktober 2020 einen Fixplatz in der Abwehr der Niederländer erspielt. Der 1,76 Meter große Wijndal stellt einen modernen Flügelverteidiger dar, der in der Offensive der Niederländer für Durchschlagskraft sorgen kann und dadurch wohl auch in den Fokus von ÖFB-Rechtsverteidiger Stefan Lainer rücken wird.

Wijndal war für AZ in der heurigen Saison der Eredivise absoluter Dauerbrenner - der neunfache niederländische Nationalspieler verpasste in der Liga, dem Cup, der Europa League und der Champions-League-Qualifikation keine einzige Sekunde. Kein Wunder, dass Europas Top-Klubs auf den 21-Jährigen aufmerksam wurden: Der FC Barcelona soll bereits die Fühler ausgestreckt haben.

Nordmazedonien: Eljif Elmas

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Verein: SSC Napoli

Nicht viele verbuchen ihren ersten Nationalteam-Einsatz im jungen Alter von gerade einmal 17 Jahren - Elmas schon. Am 11. Juni 2017 wurde der Kreativspieler im Spiel zur WM-Qualifikation gegen Spanien eingewechselt. Auch der SSC Napoli erkannte zwei Jahre später das große Talent und überwies rund 16 Millionen Euro an Fenerbahce Istanbul.

Mit 1,82 Meter bringt der mittlerweile 21-Jährige Gardemaße für die Position des Zehners mit, dort fühlt sich der Nordmazedonier am wohlsten. Er kann aber auch als Achter oder linker Flügelspieler aufgestellt werden. Im Nationalteam des ÖFB-Auftaktgegners ist der Rechtsfuß gesetzt, an ihm wird in den kommenden Jahren auch kaum ein Weg vorbeiführen. Dass Elmas die große Bühne nützen will, bewies er nicht zuletzt mit dem Siegtreffer beim sensationellen 2:1-Sieg Nordmazedoniens über Deutschland. Mit starken Leistungen bei der EURO könnte der 21-Jährige endgültig zum Leistungsträger des Balkan-Staates avancieren und wohl auch seine Chancen auf mehr Startelfeinsätze in Neapel steigern.

Österreich: Christoph Baumgartner

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Verein: TSG Hoffenheim

Wer wird Österreichs Shootingstar bei der EURO? Christoph Baumgartner hat definitiv das Potenzial dazu. Der steile Weg nach oben gipfelte bisher in einem Stammplatz bei TSG Hoffenheim in der deutschen Bundesliga. Mit seiner unbekümmerten Spielweise avancierte der technisch versierte Offensivspieler (21) schnell zum Publikumsliebling, der im offensiven Mittelfeld, am besten hinter den Spitzen, zum Einsatz kommt, jedoch auch auf der Außenbahn spielen kann. Schon 2019/20 zeigte er mit 7 Toren und 4 Assists in 26 Spielen auf, in der vergangenen Saison bestätigte er dies mit 6 Toren und 5 Vorlagen in 31 Spielen.

Baumgartner weiß, was er will. Der gebürtige Horner und Bruder von WAC-Profi Dominik Baumgartner übersprang im Sportgymnasium St. Pölten eine Klasse, da er früh nach Deutschland wollte und durch einen intensiven Lern-Sommer das fünfjährige BORGL in nur vier Jahren absolvieren konnte. Zudem war er der zweitjüngste U21-EM-Teilnehmer nach Dario Maresic. Dieser Ehrgeiz und seine fußballerische Finesse machen ihm zum wohl begehrtesten Österreicher bei der EURO - denn Interessenten stehen Schlange. Am Ball wieselflink mit brillianter Technik und Laufarbeit sowie dem Riecher vor dem Tor - die abgebrühten Interviews dazu machen ihn nicht nur für Klubs wie Manchester United und Co. interessant. Bodenständig wie er ist, verlängerte er aber erst im März in Hoffenheim.

Ukraine: Iliya Zabarnyi

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Verein: Dynamo Kiev

Mehr Durchbruch geht eigentlich gar nicht. 2019/20 war Iliya Zabarnyi selbst in seiner Heimat Kiew nur Insidern bekannt, saß drei Mal auf der Bank der Dynamo-Profis, mehr auch schon nicht. Doch Verletzungspech seiner Kollegen hat ihn im vergangenen Sommer die Hackordnung nach oben gespült und der 18-Jährige hat seine Chance mehr als nur genutzt. Plötzlich sah er sich in der Champions League mit Lionel Messi und Cristiano Ronaldo konfrontiert. Der Bonus für das Erreichen der Königsklasse sei ungefähr das Zehnfache seines Jahresgehalts gewesen, berichtete er.

Das wird sich im Sommer wohl ändern. Andrey Shevchenko hat den Innenverteidiger angeblich schon seinem Ex-Klub Chelsea empfohlen, die "Blues" schlagen wohl in diesem Sommer zu. Bei der EURO wird "Sheva" dem fast 1,90 Meter großen Abwehrspieler wohl einen Stammplatz zugestehen. In der abgelaufenen Saison hat der Youngster eindrucksvoll bewiesen, dass er schon sehr abgeklärt agieren kann, kaum Kopfballduelle verliert und im Spielaufbau Akzente setzt.

Gruppe D:

England: Declan Rice

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Verein: West Ham United

Dass sich Declan Rice überhaupt bei der EURO beweisen darf, hat er einer eigenen Karriere-Entscheidung zu verdanken. Der 22-Jährige durchlief nämlich alle Nachwuchs-Nationalmannschaften Irlands, für das er auch noch drei A-Testspiele bestritt, ehe im Februar 2019 der Wechsel zu seinem Geburtsland erfolgte. Nachdem ihn Martin O'Neill dreimal in Folge aus dem Kader strich, gab er dem Buhlen Englands nach und wurde nach Jack Reynolds (vor 130 Jahren!) zum erst zweiten Spieler, der für beide Länder auf dem Platz stand. Und das hat sich ausgezahlt: Seit seinem Wechsel ist Rice im defensiven Mittelfeld gesetzt, selbst mit nur einem Sechser am Platz.

Kurz nach seinem 19. Geburtstag im Jänner 2018 setzte sich Rice bei West Ham United durch, bestritt seither nur elf Premier-League-Spiele nicht und trug in der abgelaufenen Saison auch meist die Kapitänsbinde. 2019/20 war der defensive Mittelfeldspieler ligaweit unter den Top fünf in Sachen Tacklings und Balleroberungen, krönte sich damit verdient zum "Hammer of the Year", 2020/21 wurde Rice überhaupt zum "Young Premier League Player of the Season" gewählt. Chelsea soll ihn ködern, wo Freund Mason Mount kickt - eine starke EM könnte den Marktwert weit nach oben treiben.

Kroatien: Domagoj Bradaric

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Verein: OSC Lille

Domagoj Bradaric ist das, was man gerne als Straßenfußballer bezeichnet. Der Linksverteidiger ist immer für ein Schmankerl gut, schiebt seinen Gegenspielern gerne mal den Ball durch die Beine, schaltet sich in die Angriffe seines Teams mit ein und schließt immer wieder selbst ab. Mit 18 Jahren debütierte er für Hajduk Split, drei Monate später trug er schon die Kapitänsschleife des Traditionsklubs und wurde nach seiner ersten Spielzeit in der höchsten kroatischen Spielklasse auch prompt ins Team der Saison gewählt.

Wenige Wochen später blätterte OSC Lille auch schon eine Ablöse in der Höhe von 6,5 Millionen Euro (plus 2 Mio. mögliche Bonuszahlungen) hin. Im Frühjahr hat der 21-Jährige zwar seinen Stammplatz an Reinildo Mandava aus Mosambik verloren, der sensationelle Meistertitel im Land des Weltmeisters dürfte aber dann doch ein wenig Trost gespendet haben. Im kroatischen Team muss sich Bradaric derzeit hinter dem routinierteren Borna Barisic anstellen.

Schottland: Che Adams

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Verein: FC Southampton

Der in Leicester geborene Che Adams ging einen anderen Weg als so manch anderer Fußball-Profi. Bis zu seinem 17. Lebensjahr kickte der Stürmer ausschließlich in englischen Provinzligen, ehe er trotz etlicher Angebote von Premier-League-Klubs in Englands dritthöchster Spielklasse, bei Sheffield United, unterschrieb. Nach beständig guten Leistungen folgte der nächste Schritt zu Birmingham City, das er 2019 als einer der torgefährlichsten Spieler der Championship in Richtung Southampton verließ.

Vor allem in seinem zweiten Jahr beim Hasenhüttl-Klub gelang dem ehemaligen U20-Nationalstürmer Englands der richtige Durchbruch mit 14 Scorerpunkten in 36 Spielen. Trotz etlicher Anfragen des schottischen Verbands schlug Adams, der aufgrund seiner Mutter auch für Schottland spielberechtigt ist, das Angebot, den Verband zu wechseln aus - bis zum März dieses Jahres. Teamchef Steve Clarke nominierte den offensiv variabel einsetzbaren Spieler erstmals fürs schottische Nationalteam, im WM-Quali-Spiel gegen Österreich feierte Adams auch sein Debüt. Bei der EM fungiert der Angreifer als Schottlands große Geheimwaffe.

Tschechien: Tomas Soucek

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Verein: West Ham United

Im Gegensatz zu vielen anderen "Men2Watch", die eher aufgrund ihres Potenzials in dieser Liste aufscheinen, ist Tomas Soucek bereits ein gestandener Profi. Nicht nur das, der zentrale Mittelfeldspieler ist zweifelsohne das entscheidende Puzzlestück für Tschechiens Fußball-Nationalmannschaft. Der 26-Jährige hat innerhalb des vergangenen Jahres eine herausragende Entwicklung genommen. Von Slavia Prag ausgebildet, sammelte Soucek bei seinem Jugendklub auch die ersten Einsätze in Tschechiens höchster Leistungsstufe, ehe er im Jänner 2020 den Sprung ins Ausland wagte.

Der Wechsel zu West Ham United erwies sich als genau richtig. Bei den "Hammers" mutierte Soucek zur absoluten Schlüsselfigur im defensiven Mittelfeld, war vor allem in dieser Saison einer der Hauptverantwortlichen für das starke Abschneiden der Londoner in der Premier League (6.). Der Tscheche stand in jedem Spiel auf dem Platz, erzielte dabei starke zehn Tore - und das trotz seiner eher defensiv ausgerichteten Position. Wenn Soucek auch bei der EM nur halbwegs so performt, wie er es diese Saison bereits gezeigt hat, dann ist auch Tschechien für die eine oder andere Überraschung gut.

Gruppe E:

Polen: Jakub Moder

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Verein: Brighton & Hove Albion

Der junge Mann, den sie "Kuba" nennen, ist einer der versatilsten im polnischen Kader. Im Mittelfeld kann der 22-Jährige praktisch überall spielen. Das hat im Nationalteam zwar den Nachteil, dass er nirgends gesetzt ist, jedoch den Vorteil, dass er praktisch in jedem Spiel zum Einsatz kommt, immer wieder aber von der Bank aus.

Aus dem Nachwuchs von Lech Posen ist ihm beim siebenfachen Meister der Durchbruch gelungen, im Sommer 2020 wurde er schon mit RB Leipzig und Borussia Dortmund in Verbindung gebracht, unterschrieben hat der Weitschuss-Spezialist, der in seiner Heimat einst mit Sergio Busquets verglichen wurde, dann aber in der Premier League bei Brighton - für elf Millionen Euro Ablöse. Im Süden Englands hat Moder im Frühjahr ein Stammleiberl erobert, spielt meistens im linken Mittelfeld. Zwei Länderspieltore hat der Youngster auch schon bejubelt, eines davon auswärts gegen seine Wahlheimat England.

Schweden: Dejan Kulusevski

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Verein: Juventus Turin

IF Brommapojkarna ist legendär - der Verein aus Stockholm gilt mit insgesamt über 250 Mannschaften als größter Fußballklub Europas. Dejan Kulusevski ist nicht der erste schwedische Teamspieler, der dort ausgebildet wurde. Womöglich wird er aber einmal der bekannteste sein. Denn der Offensivspieler gilt als zukünftiger Superstar. Kein Wunder, hat er es doch nach seinem Wechsel zu Juventus im Sommer geschafft, sich bei der "alten Dame" als Stammkraft zu etablieren. Und am Finaltriumph in der Coppa Italia hatte der 21-Jährige mit einem Tor und einem Assist großen Anteil.

Am Stiefel kickt der Schwede, der in der U17 fünf Mal für Nordmazedonien gespielt hat, seit er 16 Jahre alt ist. Atalanta hat ihm den Feinschliff verpasst, während seiner Leihzeit in Parma bewies der 2Pac-Fan dann Serie-A-Reife und die 35 Millionen Ablöse von Juve waren dann sozusagen der Ritterschlag.

Slowakei: Robert Bozenik

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Verein: Feyenoord Rotterdam

Das slowakische Top-Talent schlechthin! Bei der EURO-Generalprobe gegen Österreich stand der 21-jährige Stürmer zwar nicht im Aufgebot, bei der EURO könnte aber nach 15 Länderspieleinsätzen seine große Stunde schlagen. Der junge Mann aus Terchova wurde beim MSK Zilina groß und der Verein wusste schnell, welcher Rohdiamant da in seinen Händen heranreifte. Im Jänner 2020 begann dann das Tauziehen - der Hamburger SV zog den Kürzeren, da man nur bereit war, rund drei Millionen Euro zu überweisen. Den Zuschlag bekam Feyenoord Rotterdam, kolportiert wurden 4 bis 5 Millionen Euro Ablösesumme.

Der 1,90 Meter große Stürmer ist ein Vollstrecker mit guter Technik und dem Blick für die gefährlichen Situationen, ausgelassener Jubel in der Eredivisie ist sein Markenzeichen. In dieser Saison bremste ihn jedoch eine Knöchelverletzung aus, weshalb er in 15 Liga-Einsätzen nur zu einem Treffer kam. Auch im Nationalteam ist er noch keine fixe Größe, das kann sich aber schnell ändern.

Spanien: Pedri

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Verein: FC Barcelona

Im 21. Jahrhundert bestritt kein LaLiga-Debütant in seiner ersten Saison mehr Spiele als Pedri. Und das nicht für irgendeinen Klub, sondern für den FC Barcelona. Der 18-Jährige ist im Mittelfeld durchgestartet, in 52 Pflichtspielen stand er am Platz - da kam kein Mitspieler ran, nicht einmal Lionel Messi, der an der Seite des Youngsters viel Freude an seiner Tätigkeit bei "Blaugrana" wiedergefunden hat. Mit 1,74 Metern sind direkte Vergleiche mit dem Argentinier nicht nur für die "Marca" naheliegend, auch wenn er etwas weniger offensiv agiert. 20 Millionen Euro Ablöse an Las Palmas mögen auf den ersten Blick für das Alter nicht wenig erscheinen, schon jetzt ist aber unbestritten: Pedri wird ein Superstar. Für Barca-Coach Ronald Koeman ist Pedri schnell unverzichtbar geworden, nun setzt auch Teamchef Luis Enrique auf seine Dienste.

Binnen nicht einmal zwei Jahren durchlief das neue Wunderkind Spaniens die U17 bis zur U21, Ende März stand das A-Debüt an. Gegen Georgien durfte der Barca-Jüngling schon über 90 Minuten ran. Spielverständnis, Kombinationsdrang und Ruhe am Ball, vor allem aber im Kopf, sind Eigenschaften, mit denen Pedri von Betreuern und Beobachtern bedacht wird - Attribute, die nicht nur bei "Barca", sondern auch im Nationalteam gut ankommen.

Gruppe F:

Deutschland: Jamal Musiala

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Verein: FC Bayern

Musiala hat einen gewaltigen Aufstieg in der Saison 2020/21 hinter sich. In der vergangenen Saison noch primär in der U17 und U19 des FC Bayern München im Einsatz, schaffte der offensive Mittelfeldspieler zu Beginn dieses Jahres im Alter von gerade mal 17 Jahren den Sprung in die erste Mannschaft des deutschen Serienmeisters. Gleich im ersten Saisonspiel gegen Schalke ließ Musiala in seinem erst zweiten Bundesliga-Spiel seinen ersten Treffer folgen. Fortan kam Musiala stets zu seinen Einsatzminuten. Der richtige Durchbruch gelang ihm allerdings mit seiner starken Vorstellung im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League gegen Lazio Rom – die Partie, in der er auch seinen ersten Königsklassen-Treffer markierte.

Es war auch um die Zeit herum, als sich Musiala, der sowohl deutsche als auch englische Wurzeln besitzt, zur deutschen Nationalmannschaft bekannte. Binnen weniger Tage feierte er im März in der WM-Qualifikationspartie gegen Island auch sein Debüt im DFB-Team. Der wendige und dribbelstarke Musiala profitiert bei dieser EM zweifelsohne von der Kader-Aufstockung auf 26 Mann, denn vom absoluten Stammspieler im DFB ist der 18-Jährige doch noch ein Stück entfernt, der Bayern-Rohdiamant wird bei diesem Turnier wohl kaum über die Joker-Rolle hinauskommen.

Frankreich: Jules Kounde

Verein: FC Sevilla

Dass großes fußballerisches Können nicht automatisch die Eintrittskarte in die französische Nationalmannschaft bedeutet, musste Aymeric Laporte schmerzlich am eigenen Leib erfahren. Der Verteidiger von Manchester City spielt dank seiner baskischen Abstammung nun für Spanien. Das Qualitätsmerkmal in die "equipe tricolore" aufgenommen zu werden, darf sich dafür Sevilla-Innenverteidiger Jules Kounde auf die Fahnen schreiben. Der 22-Jährige feierte Anfang Juni beim 3:0 über Wales sein Nationalmannschaftsdebüt für Frankreich.

Kounde wechselte im Juli 2019 von seinem Jugendverein Girondins Bordeaux um kolportierte 25 Millionen nach Andalusien, wo der gebürtige Pariser seitdem zum Stammpersonal gehört. Mit seinen 1,78 Metern ist Kounde für einen Innenverteidiger zwar relativ klein, dieses Manko macht er aber mit seiner Vielseitigkeit, die ihn auch in der Offensive und im Spielaufbau auszeichnet, wett.

Portugal: Nuno Mendes

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Verein: Sporting Lissabon

Der portugiesischen Liga sind schon viele Superstars entsprungen, und Nuno Mendes könnte der nächste sein. Ob links im Mittelfeld oder in der Verteidigung, der 18-Jährige bewies offensiv wie defensiv seinen Wert, auch wenn je ein Tor und ein Assist das gar nicht abbilden - die lediglich 20 Gegentore aber sehr wohl. Besonders die beiden Manchester-Klubs haben das nicht übersehen und sollen sich ein Duell um seine Dienste liefern - mit EM-Auftritten und guten Leistungen könnte das rund 50 Millionen Euro kosten.

Dabei ist Mendes noch ein "Frischling" im A-Team, feierte er erst Ende März sein Debüt. Hier wird ihm - wie schon in den Nachwuchs-Teams - die defensivere Rolle als Linksverteidiger in einer Viererkette zugeschrieben, die er dennoch offensiv auslegt. Für seine 18 Jahre ist der 1,84 Meter große Mendes auch körperlich schon sehr präsent und liefert damit ein Komplettpaket eines modernen Außenspielers mit defensiven Aufgaben. Wie viel bei der EM von ihm zu sehen sein wird, bleibt abzuwarten: Zwei seiner vier Länderspiele bestritt er über 90 Minuten, die Konkurrenz ist etwa mit Raphael Guerreiro aber groß.

Ungarn: Roland Sallai

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Verein: SC Freiburg

Ungarn blickt nicht gerade auf glorreiche Zeiten in der jüngeren Vergangenheit zurück, da kommt ein deutscher Bundesliga-Profi wie Sallai genau richtig. 24 Jahre jung, beim SC Freiburg seit 2018 unter Christian Streich entwickelt und mit einem enormen Sprung schon in der vergangenen, aber vor allem dieser Saison. Für den Budapester spricht seine Vielseitigkeit, ob auf den Außenbahnen oder sogar ganz vorne im Sturm.

In der deutschen Bundesliga kam er 2020/21 auf 8 Tore und 6 Assists in 28 Einsätzen - und Fußball-Fachmann Streich prophezeit ihm eine große Zukunft. "Er hat eine richtig positive Entwicklung genommen, weil er viel ruhiger und klarer geworden ist, weil er Vertrauen gefasst hat." Erst kurz vor der EURO verlängerte er seinen Vertrag bei den Breisgauern, obwohl er in weiterer Zukunft noch Großes erreichen könnte. "Wenn er noch besser wird, kann er als fertiger Spieler in die ganz große Welt hinaus." Beißt er sich in Ungarns Teamkader weiter durch (bereits 22 Teameinsätze), stürmt er wohl an der Seite von Adam Szalai.


Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

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