Dortmunds Fass und Leicesters Fall

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Endlich wieder Champions League (Heute ab 20:45 Uhr im LIVE-Ticker bei LAOLA1)!

Auf dem Weg zur internationalen Krönung steht das Achtelfinale an: 16 Teams kämpfen um den Aufstieg ins Viertelfinale, die üblichen Verdächtigen genauso wie der eine oder andere Underdog.

Ob das Wiedersehen alter Bekannter, Dortmunds Pulverfass oder die zwei Gesichter von Leicester City - LAOLA1 beleuchtet vor den Hinspielen einige Stories rund um die Duelle in der Runde der letzten 16:



  • Wiedersehen macht "Freude"

Und jährlich grüßt das Murmeltier! Immer wieder kreuzen einige Teams mehrfach ihre Klingen, bei diversen Duellen ist es sogar schon fast Tradition. So etwa bei FC Bayern München gegen den FC Arsenal. Die Deutschen trafen in der Königsklasse in den letzten vier Jahren drei Mal aufeinander und stehen sich heuer im Achtelfinale schon wieder gegenüber. Insgesamt wurden seit 2000/01 zehn Spiele absolviert. Fünf Siege feierte Bayern, drei Arsenal und zwei Mal gab es ein Remis. In den K.o.-Phasen-Duellen stieg aber immer der deutsche Rekordmeister auf. Ebenfalls ein Dauerbrenner ist Paris Saint Germain gegen den FC Barcelona. Zum dritten Mal in den vergangenen fünf Jahren stehen einander die beiden Großklubs in der K.o.-Phase gegenüber. 2013 und 2015 siegte Barca jeweils im Viertelfinale. Vor zwei Jahren gab es auch das Duell zwischen Bayer Leverkusen und Atletico Madrid. Erst im Elfmeterschießen stiegen die Spanier auf, 2010/11 gab es das Duell auch schon in der Europa League. Große Abwechslung ist bei diesen Paarungen somit nicht gegeben, vielleicht sorgen aber die Außenseiter dieses Mal für Überraschungen.

  • Dortmunds Fass am Überlaufen

Bei Borussia Dortmund läuft derzeit vieles schief. Von Konstanz ist keine Spur, in der deutschen Bundesliga belegen die Schwarz-Gelben nur den vierten Rang - mit bereits 15 Punkten Rückstand auf Leader FC Bayern München. Dabei waren viele - auch der Klub selbst - sicher, heuer in den Titelkampf einzugreifen. Feuerwerke und Lichtblicke gab es einige. In der Liga etwa ein 6:0 gegen Darmstadt, ein 5:1 gegen Wolfsburg oder ein 5:2 gegen HSV. In der Champions League schrieb der BVB mit dem 8:4 gegen Legia Warschau sogar Geschichte, schon das Hinspiel endete 6:0. Diese Unbekümmertheit ist in Dortmund aber längst vergessen. Die Spieler mühen sich, Stars wie Mario Götze oder Andre Schürrle sind nur Reservisten, der Verein wird ungeduldig. Bestes Beispiel sind die Ungereimtheiten zwischen Thomas Tuchel und BVB-Boss Hans-Joachim Watzke. Ersterer will das Kommando haben, bekommt aber Spieler aufgebrummt, die er gar nicht kennt. Oder er äußert sich über zu hohe Erwartungen im Verein. Nicht gerade die beste Basis, damit alle an einem Strang ziehen. Die Führungsriege sieht die Champions-League-Qualifikation für die kommende Saison schwinden, obwohl noch genügend Zeit ist. Und international muss erst einmal Benfica Lissabon ausgeschalten werden. Sonst könnte die Krise bei den Westfalen zum Pulverfass werden bzw. das Fass endgültig zum Überlaufen gebracht werden. Klar ist aber auch, der Kader ist gut und der BVB besitzt die Qualität, um sowohl in der Liga als auch in der Königsklasse weiter eine gute Rolle zu spielen.

  • Welche Underdogs beißen zu?

Die alten Bekannten in der Champions League? Ja, durchaus. Aber nicht ausschließlich. Der wohl krasseste Außenseiter im Achtelfinale ist Leicester City - und das, obwohl die Bilanz in der heurigen Königsklasse durchaus imponierend ist. Sechs Spiele, vier Siege, ein Remis und nur eine Niederlage im belanglosen letzten Gruppenspiel stehen zu Buche. Mit dem FC Sevilla bekommt man es mit dem dreifachen Europa-League-Sieger zu tun. Vielleicht bleibt die Königsklasse ja Leicesters Schokoladenseite. Ansonsten überraschte der AS Monaco, der schon lange kein CL-Stammgast mehr ist. Drei Siege, zwei Remis und nur eine Niederlage sprechen für sich. Mit 75 Toren in 25 Spielen in der französischen Ligue 1 ist Monaco die Torfabrik Europas, auch wenn es in der CL-Gruppenphase nur für 9 Treffer reichte. Manchester City muss allerdings auf der Hut sein. Benfica ist längst Dauergast in der Champions League, genießt aber nicht den Status wie Barcelona, Real oder Juventus Turin. Die Portugiesen haben gegen kriselnde Dortmunder durchaus gute Chancen. Und Leverkusen? In der Liga am Boden, in der Königsklasse obenauf? Vielleicht sitzt Roger Schmidt mit einem Aufstieg gegen Atletico wieder fester im Sattel.

  • Leicesters Fall

Gut, dass für Leicester die Champions League bald wieder angeht. In der Premier League liegen die "Foxes" nur noch einen Punkt vor den Abstiegsrängen. Die vergangenen fünf Premier-League-Spiele hat die Mannschaft von ÖFB-Legionär Christian Fuchs allesamt verloren und kein einziges Tor erzielt. Die Euphorie beim Sensations-Meister ist längst verflogen, zumindest in der Meisterschaft. Denn in anderen Bewerben läuft es deutlich besser. Im FA-Cup steht das Team von Claudio Ranieri im Achtelfinale - und auch in der Champions League. Bereits im Herbst, als es in der Meisterschaft auch nicht sonderlich gut lief, zeigte die Mannschaft ein anderes Gesicht. Vier von sechs Spielen konnten in der Gruppenphase gewonnen werden, in Kopenhagen setzte es ein 0:0. Als Leicester bereits für das Achtelfinale qualifiziert war, unterlagen die Engländer in Porto 0:5. Sevilla bekam mit Leicester einen Gruppensieger zugelost - und hat damit wohl das einfachste Los. Denn Leicester befindet sich im freien Fall und könnte im Sommer als Meister, der absteigt, wieder Geschichte schreiben. Nur Manchester City gelang 1938 dieses Kunststück. Ob da die "Königsklasse" große Priorität hat, wird die kommende Woche zeigen. Der "Guardian" schreibt: "Leicester ist in der aktuellen Form auf dem besten Weg, die Champions League gegen die zweite Liga einzutauschen." Und Ranieri ("Unser Kopf ist in der Premier League") droht einigen Meister-Kickern aus dem Vorjahr bereits mit der Ersatzbank.

  • Das lange Achtelfinale

Bis die Runde der letzten 16 in der Champions League letztlich entschieden ist, dauert es mittlerweile schon traditionell über einen Monat (!). Am 14. Februar geht das Achtelfinale mit den Partien zwischen Benfica Lissabon und Borussia Dortmund sowie Paris SG und FC Barcelona los. Die letzten Rückspiele finden am 15. März in Madrid (Atletico-Leverkusen) und Monte Carlo (Monaco-Manchester City) statt. Seit 2009 gibt es acht statt vier Spieltage im Achtelfinale, auch da die Europa League parallel ihr Sechzehntel- und Achtelfinale abhält. Aber es hilft dem Millionen-Geschäft Champions League natürlich, wenn mehrere Spiele an verschiedenen Tagen gezeigt werden können. Im Dezember hat die UEFA dahingehend auch schon die nächsten Entscheidungen getroffen. Ab 2018 gibt es dann nämlich zwei Startzeiten: 19 Uhr (2 Spiele) und 21 Uhr (6 Spiele). Die Begründung der Sitzung in Nyon lautete, dass die Fußballfans mehr Spiele sehen können. Zum vorletzten Mal wird also die K.o-Phase um 20:45 Uhr angepfiffen...

Textquelle: © LAOLA1.at

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