Roses Rezept für das Ende der CL-Durststrecke

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Einmal mehr steht Salzburg unmittelbar vor einem Entscheidungsspiel um den Einzug in die Gruppenphase der UEFA Champions League.

In der RB-Ära gingen diese bekanntlich stets daneben: 0:3 in Valencia (2006), 1:3 in Donetsk (2007), 0:3 bei Maccabi Haifa (2009), 1:1 bei bei Hapoel Tel Aviv (2010), 0:3 in Malmö (2014), 1:2 n.V. gegen Dinamo Zagreb (2016).

Diese Ergebnisse reichten freilich nie zum Aufstieg, bei den anderen vier Versuchen scheiterten die Salzburger bereits vor der letzten Quali-Runde.

Beim elften Anlauf muss am Mittwoch (21 Uhr, LIVE im LAOLA1-Ticker) nach dem 0:0 im Hinspiel zwingend ein Sieg gegen Roter Stern Belgrad her - spätestens im Elfmeterschießen.

Nach Giovanni Trapattoni, Huub Stevens und Roger Schmidt versucht es Marco Rose als vierter Salzburg-Trainer mit einem zweiten Anlauf in die "Königsklasse" zu gelangen. Roses Rezept für dieses Unterfangen basiert auf dem erfolgreichen Europa-League-Frühjahr - seine bisherige Bilanz in K.o.-Duellen macht Salzburg ebenfalls Hoffnung.

Wurden wieder die richtigen Lehren gezogen?

Seit Rose im Sommer 2017 zum Cheftrainer der Profis befördert wurde, verlor der Serienmeister von insgesamt sieben K.o.-Duellen nur zwei. Vor einem Jahr scheiterte Salzburg in der 3. CL-Quali-Runde an HNK Rijeka ohne ein Spiel zu verlieren, zudem wurde im Rückspiel ein Treffer zu Unrecht wegen Abseits nicht anerkannt.

Im Halbfinale der UEFA Europa League zerstörte erst ein Treffer nach einer zu Unrecht gegebenen Ecke alle Finalträume. Speziell die Partien gegen Lazio im Viertelfinale wie auch eben im Halbfinale gegen Marseille zeigten, dass das Trainer-Team rund um Rose auf Probleme im Hinspiel richtig zu reagieren wusste.

Gegen die Römer überraschte Rose etwa mit einem 4-3-3, auch Marseille wurde im Rückspiel vor eigenem Publikum geknackt. Wie fast immer unter Rose haben die Salzburger im Rückspiel Heimrecht, dieses Mal mussten die Lehren aus einem 0:0 gezogen werden.

"Es geht darum, mehr Wucht in der Offensive als im Hinspiel zu haben. Auf der anderen Seite müssen wir Roter Sterns Stärken im Spiel verteidigen. Das haben wir im Hinspiel gut gemacht", schildert Rose.

Sein Pendant Vladan Milojevic, der die Salzburger Art und Weise des Fußballs schätzt, wird sich auch etwas überlegt haben. Bereits ein Remis mit Toren reicht Roter Stern zum Aufstieg.

Roses K.o.-Bilanz als Salzburg-Trainer

Bewerb

Runde Gegner Ergebnisse Weitergekommen?
EL Halbfinale Marseille 0:2 (a) 2:1 n.V. (h)
EL Viertelfinale Lazio 2:4 (a) 4:1 (h)
EL Achtelfinale Dortmund 2:1 (a) 0:0 (h)
EL Sechzehntelfinale Real Sociedad 2:2 (a) 2:1 (h)
EL Playoff Viitorul 3:1 (a) 4:0 (h)
CL
  1. Quali-Runde
HNK Rijeka 1:1 (h) 0:0 (a)
CL
  1. Quali-Runde
Hibernians 3:0 (a) 3:0 (h)

Mehr Chancen kreieren als im Hinspiel

Das Salzburger Trainer-Team mit den Assistenten Rene Aufhauser, Alexander Zickler und Rene Maric hat das Hinspiel analysiert und versucht nun, im Rückspiel mit neuen Lösungen zum Erfolg zu kommen.

"Roter Stern war im Hinspiel sehr diszipliniert und hat die Räume eng gemacht. Wir haben analysiert, wie wir sie mehr unter Druck setzen können. Wir hatten in Belgrad zu wenige Chancen. Wir wollen dieses Mal zu mehr Chancen kommen und sie dann auch nützen", weist Rose darauf hin, dass Salzburg sich für das Rückspiel wieder etwas Neues hat einfallen lassen.

Gut möglich, dass Smail Prevljak schon von Beginn an spielen darf (Hier nachlesen!), zumindest ist der vierfache Liga-Torschütze aber eine sehr ernsthafte Option für seine Saison-Premiere in der CL-Quali.

Auch Roses Sozialkompetenz ist Teil des Rezepts und war die vergangene Woche gefragt, schließlich geht es hier um DAS Dauer-Thema in der RB-Ära. Der 41-Jährige versuchte offenkundig, den Druck beiseite zu schieben oder ihn in positive Energie zu verwandeln.

Lust auf die Nummer haben

"Wir haben morgen ein Spiel und die Chance, ein großes Ziel zu erreichen. Aber dafür brauchen wir eine gute Leistung. Die erreichst du nur dann, wenn du dich wohlfühlst, Lust auf die Nummer hast. Der Druck ist da, aber man sollte versuchen, den positiv zu nutzen, und dankbar zu sein für so ein cooles Spiel."

Der Ausgang der Partie würde so oder so "für Aufsehen sorgen", weiß Rose punkto CL-Thema in Salzburg Bescheid. "Ich wünsche meiner Mannschaft, dass sie alles raushaut und mit einem Lächeln am Platz das Ding für uns reißen will."

Nachdem das Hinspiel vor leeren Rängen in Belgrad stattfand, wird die Arena in Wals-Siezenheim mit 26.500 Zuschauern voll sein.

Roter Stern wird offiziell von 7.200 Zuschauern unterstützt, es dürften aber noch mehr werden (Hier nachlesen!). Rose macht das nichts: "Es fühlt sich wie eine coole Aufgabe an." Die Atmosphäre im Hinspiel hätte der Partie nicht gut getan. Was Salzburg vor vollem Haus imstande zu leisten ist, zeigte man im Frühjahr speziell beim "Wunder gegen Lazio".

Andre Ramalho schließt sich inhaltlich an: "Als Spieler wünscht man sich immer in einem vollen Stadion zu spielen." An der Motivation scheitert es aber freilich auch bei den Gästen nicht.

Eine Serie wird sicher enden

"Ein sehr wichtiges Spiel liegt vor uns. Generationen bei Roter Stern träumen davon, unser Team in der Champions League zu sehen. Wir sind nur noch einen Schritt von diesem Traum entfernt und wir haben nicht vor, hier stehen zu bleiben", hält Milan Rodic fest. Serbische Medien schreiben vom "wichtigsten Spiel des vergangenen Jahrzehnts" für den Meistercup-Sieger von 1991.

Beide Teams setzen dabei auf Serien: Salzburg hat zwölf Europacup-Heimspiele in Folge nicht verloren (9 Siege, 3 Remis), allerdings würde jedes Remis mit Toren zu wenig sein. Roter Stern ist mittlerweile 23 Pflichtspiele ungeschlagen, in den vergangenen 15 Europacup-Partien haben die Serben lediglich fünf Gegentore kassiert.

Gewiss ist auch, dass am Mittwochabend eine Serie enden wird: Entweder schafft es Salzburg im elften Anlauf oder Roter Stern im siebenten Versuch, in die Gruppenphase der UEFA Champions League einzuziehen.

Mit Roses Rezept soll es endlich Salzburg sein.


Textquelle: © LAOLA1.at

Über 7000 Fans von Roter Stern in Salzburg mit dabei

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