5-Jahreswertung: Österreich steht vor Rekordsaison

5-Jahreswertung: Österreich steht vor Rekordsaison Foto: © getty
 

Der Höhenflug des österreichischen Klubfußballs ist nicht zu stoppen!

Bei den am Dienstag beginnenden Europacup-Gruppenphasen geht Österreich zum dritten Mal nach 2009/10 und 2020/21 mit vier Teams an den Start.

Nach einer grandiosen Qualifikationsphase (fast) aller rot-weiß-roten Eurofighter belegt Österreich aktuell zudem den sensationellen achten Platz in der UEFA 5-Jahreswertung. Ein Champions-League-Fixplatz für den Meister 2022/23 ist schon jetzt so gut wie sicher.

Nun geht es für Österreich vor allem darum, die ausgezeichnete Ausgangslage zu nutzen, um einen guten Vorbau für die nächsten Jahre zu leisten, sowie um den einen oder anderen Rekord.

LAOLA1 klärt auf, welche Bestmarken Österreich heuer in der 5-Jahreswertung erreichen könnte, und gibt wie gewohnt einen Überblick über die unmittelbare rot-weiß-rote Konkurrenz im UEFA-Ranking:


Rang null 17/18 18/19 19/20 20/21 21/22 Punkte verbl. Teams
1 England 20,071 22,642 18,571 24,357 2,485 88,069 7/7
2 Spanien 19,714 19,571 18,928 19,500 2,857 80,570 7/7
3 Italien 17,333 12,642 14,928 16,285 2,571 63,759 7/7
4 Deutschland 9,857 15,214 18,714 15,214 2,500 61,499 7/7
5 Portugal 9,666 10,900 10,300 9,600 3,750 44,216 4/6
6 Frankreich 11,500 10,583 11,666 7,916 2,083 43,748 6/6
7 Niederlande 2,900 8,600 9,400 9,200 3,400 33,500 5/5
8 ÖSTERREICH 9,750 6,200 5,800 6,700 3,200 31,650 4/5
9 Schottland 4,000 6,750 9,750 8,500 2,300 31,300 2/5
10 Russland 12,600 7,583 4,666 4,333 1,500 30,682 3/5
11 Ukraine 8,000 5,600 7,200 6,800 2,600 30,200 3/5
12 Serbien 6,375 6,000 6,000 5,500 3,000 26,875 2/4
13 Belgien 2,600 7,800 7,600 6,000 2,200 26,200 4/5
14 Schweiz 6,500 3,900 6,400 5,125 3,750 25,675 2/4
15 Kroatien 5,125 5,750 4,375 5,900 3,250 24,400 1/4
16 Zypern 7,000 6,125 5,125 4,000 1,875 24,125 2/4
17 Türkei 6,800 5,500 5,000 3,100 2,700 21,200 3/5
18 Tschechische Republik 5,500 6,500 2,500 6,600 1,900 23,000 3/5
19 Schweden 5,375 4,125 5,750 2,500 4,875 22,625 1/4
20 Norwegen 4,000 5,375 3,750 6,500 2,875 22,500 1/4

7. Niederlande (33,500)

Champions League

Ajax Amsterdam in Gruppe C mit Sporting Lissabon (POR), Borussia Dortmund (GER) und Besiktas Istanbul (TUR)

Europa League

PSV Eindhoven in Gruppe B mit AS Monaco (FRA), Real Sociedad (ESP) und Sturm Graz (AUT)

Europa Conference League

AZ Alkmaar in Gruppe D mit CFR Cluj (ROU), FK Jablonec (CZE) und Randers FC (DEN)

Feyenoord Rotterdam in Gruppe E mit Slavia Prag (CZE), Union Berlin (GER) und Maccabi Haifa (ISR)

Vitesse Arnheim in Gruppe G mit Tottenham Hotspur (ENG), Stade Rennes (FRA) und NS Mura (SLO)

ausgeschieden: -

Wie erwartet ziehen die Niederlande stark in Richtung Top-6 und damit Österreich immer weiter davon.

Alle fünf holländischen Vertreter haben es in eine Gruppenphase geschafft, drei davon in die Europa Conference League, wo die Punkte für den Länderkoeffizienten deutlich leichter von der Hand gehen werden als in den beiden darüberzustellenden Bewerben.

Ajax Amsterdam kam als Meister in den Genuss eines CL-Fixplatzes. Aus Topf drei haben die Hauptstädter die vermeintlich einfachste Gruppe des gesamten Bewerbs gezogen, neben Borussia Dortmund sind sie der große Favorit auf das Achtelfinale. Dieses konnte Ajax seit der Saison 2018/19, als bekanntlich erst im Halbfinale Schluss war, nicht mehr erreichen. Das Team von Erik ten Hag hat im Sommer kaum schwerwiegende Abgänge verzeichnen müssen, hat sich gezielt verstärkt und wird wieder der große holländische Punktelieferant werden.

Momentan fast noch stärker als Ajax wirkt PSV Eindhoven. Beim Team von ÖFB-Legionär Phillipp Mwene greift mittlerweile die Pressing-Philosophie von Roger Schmidt und das sieht man auch an den Ergebnissen. Die PSV bezwang Ajax im holländischen Supercup klar mit 4:0 und ist mit sechs Siegen aus den ersten sechs Pflichtspielen in diese Saison gestartet. Einzig Benfica Lissabon musste sich der Vizemeister der Eredivisie mit viel Pech im Champions-League-Playoff geschlagen geben. In ihrer Europa-League-Gruppe zählt PSV zu den Aufstiegsfavoriten.

Die Niederlande haben die neuartige Europa Conference League für sich vereinnahmt. Mit drei Vertretern stellt die Eredivisie die höchste Anzahl an Klubs aller Nationen in der ECL. AZ Alkmaar hat sich im Playoff zur Europa League gegen Celtic Glasgow in den dritthöchsten UEFA-Bewerb "hineinverloren" und gilt als Topf-eins-Team trotz der Abgänge des Star-Trios Myron Boadu, Calvin Stengs und Teun Koopmeiners als klarer Gruppenfavorit.

Feyenoord Rotterdam und Vitesse Arnheim haben sich indes über die Qualifikation in die Europa Conference League gekämpft. Die Rotterdamer rund um Gernot Trauner mussten dafür als stets gesetzte Mannschaft drei Runden überstehen. Vitesse, das neue Team von Ex-WSG-Bomber Nikolai Baden Frederiksen schaltete mit Dundalk und dem RSC Anderlecht zwei gesetzte Mannschaften in der Quali aus. Feyenoord und Vitesse wurden in die am Papier schwierigsten ECL-Gruppen gelost.

Prognose:

Es ist nur schwer vorstellbar, dass für Österreich in dieser Saison noch etwas gegen die Holländer zu holen ist.

Die Niederlande sind mit fünf Vertretern perfekt aufgestellt, allen Klubs ist ein Aufstieg in ihrer jeweiligen Gruppe absolut zuzutrauen. Will Österreich in dieser Saison die 1,85 Punkte Rückstand auf Oranje noch gutmachen, müsste der SK Sturm das schwierige direkte Duell mit PSV Eindhoven in der Europa League für sich entscheiden. Nur dann wäre eine Aufholjagd halbwegs realistisch.

Ab der nächsten Saison sind die Niederlande ohnehin weg vom österreichischen Radar. Nach aktuellem Stand beträgt der holländische Vorsprung zum Start der kommenden Saison bereits 8,7 (!) Punkte.

Das bringt Platz sieben (Saison 2023/24):

  • Champions-League-Fixplatz für Meister
  • Vizemeister in Quali-Runde 3 der Champions League (=Fixplatz in der Europa League)
  • Europa-League-Fixplatz für Cup-Sieger (oder Liga-Dritten), wenn Europa-Conference-League-Sieger sich über Liga für Europa League qualifiziert, ansonsten Cup-Sieger (oder Liga-Dritter) im Europa-League-Playoff (=Fixplatz in der Europa Conference League)
  • Liga-Dritter bzw. -Vierter in Quali-Runde 3 der Europa Conference League
  • Liga-Vierter bzw. -Fünfter in Quali-Runde 2 der Europa Conference League
  • Bonus: Sollte der Champions-League-Sieger Meister einer Top-6-Liga werden, wird der Meister aus Topf eins bei der Champions-League-Auslosung gezogen

8. Österreich (31,650)

Champions League

FC Salzburg in Gruppe G mit OSC Lille (FRA), FC Sevilla (ESP) und VfL Wolfsburg (GER)

Europa League

SK Sturm Graz in Gruppe B mit AS Monaco (FRA), PSV Eindhoven (NED) und Real Sociedad (ESP)

SK Rapid Wien in Gruppe H mit Dinamo Zagreb (CRO), KRC Genk (BEL) und West Ham United (ENG)

Europa Conference League

LASK in Gruppe A gegen Maccabi Tel Aviv (ISR), FC Alashkert (ARM) und HJK Helsinki (FIN)

ausgeschieden:

FK Austria Wien

Den ersten Rekord hat Österreich in dieser Saison bereits in der Tasche - noch nie standen noch vor dem Start der Gruppenphasen mehr als 3,2 Punkte zu Buche. Nun könnte noch die eine oder andere Bestmarke mehr folgen.

Die Qualifikation verlief für Rot-Weiß-Rot beinahe perfekt. Mit einer Siegquote von 75% aus 16 Spielen war Österreich am erfolgreichsten von allen Nationen, die mehr als zwei Qualifikationsspiele absolvieren mussten.

Der FC Salzburg konnte seinen Champions-League-Fluch endgültig abschütteln und Bröndby IF mit zwei verdienten Siegen im Playoff eliminieren. Die "Bullen" stehen nun zum dritten Mal in Serie in der Gruppenphase der "Königsklasse" und peilen nun den ersten Aufstieg ins Achtelfinale an. Dieser wird in der wohl ausgeglichensten Gruppe des Bewerbs kein Spaziergang, allerdings ist er der enorm talentierten Truppe von Matthias Jaissle speziell gegen diese Gegner durchaus zuzutrauen. Das würde einen fetten Bonuspunkt in der 5-Jahreswertung geben.

Ebenfalls ein perfektes Playoff spielte der SK Sturm. Den Grazern war die erste Gruppenphasen-Teilnahme seit zehn Jahren nach Rang drei in der Vorsaison bereits sicher, einzig die Frage ob Europa League oder Europa Conference League stellte sich. Da die UEFA ein neues Prioritätensystem eingeführt hatte, bekamen die "Blackies" trotz ihres niedrigen Koeffizientens mit NS Mura einen Traumgegner, den sie mit Leichtigkeit aus dem Weg räumten. Etwas weniger Glück hatte Sturm bei der Auslosung zur Gruppenphase, dort sind sie in die wohl schwerste Gruppe gelost werden. Jeder Punkt, den das Team von Christian Ilzer einfährt, wird hart erkämpft sein.

Da auch der SK Rapid genau so wie Sturm aus Topf vier bei der Auslosung gezogen wurde, schaut die Gruppe der Hütteldorfer nicht viel angenehmer aus. Österreichs Vizemeister nahm einen "Umweg" in die Europa League, der allerdings viele Punkte einbrachte. Nach einem Scheitern in Runde zwei der Champions-League-Quali gegen Sparta Prag nahm Rapid zunächst die Hürde Anorthosis Famagusta samt eines Stolperers auf Zypern. Gegen Zorya Luhansk setzten sich die Hütteldorfer aber souverän durch und nehmen nun bereits zum neunten Mal an der Europa League teil - das ist geteilter Rekord.

Den mit Abstand wichtigsten Sieg in diesem Sommer konnte indes der LASK einfahren. Dank eines hart umkämpften Erfolgs beim FC St. Johnstone konnten die Athletiker zum einen die direkte Konkurrenz aus Schottland empfindlich schwächen, zum anderen dürfen die vor wenigen Jahren noch unterklassigen Oberösterreicher zum dritten Mal hintereinander an einer Gruppenphase teilnehmen. Das ist aus vielerlei Gründen extrem wichtig: Der LASK war in den letzten beiden Jahren vor Salzburg Österreichs fleißigster Punktesammler. Dadurch haben sich die Stahlstädter einen tollen Klubkoeffizienten aufgebaut, der ihnen Topf eins bei der ECL-Auslosung ermöglichte und der nun weiter ausgebaut werden kann, da ihnen in den nächsten beiden Jahren kaum Punkte rausfallen werden. In dieser ECL-Gruppe werden für die Linzer trotz ihrer aktuellen Unform viele Punkte möglich sein.

Über den Auftritt der Wiener Austria in Breidablik wird der Mantel des Schweigens gehüllt. Nur so viel: Die Bundesliga darf sich künftig Gedanken darüber machen, wie sinnvoll es tatsächlich ist, den Achten der Endtabelle im Europacup antreten zu lassen.

Prognose:

Für Österreich ist in dieser Saison Großes möglich.

Zwar ist der Champions-League-Fixplatz bereits ziemlich abgesichert, doch danach fallen 9,75 Punkte aus der rot-weiß-roten Wertung und die Karten werden neu gemischt. In dieser Saison geht es vor allem darum, diesen Wegfall abzufedern. Außerdem darf nach dem einen oder anderen Rekord gestrebt werden (siehe unten).

Speziell vom FC Salzburg und vom LASK darf man sich ein Überwintern, welches gleichbedeutend mit vielen Punkten für die 5-Jahreswertung wäre, erwarten.

So schwer die Aufgaben des SK Rapid und des SK Sturm auch sind, punktelos werden weder die heimstarken Hütteldorfer noch die spielfreudigen Grazer ihre jeweiligen Europa-League-Gruppen beenden. Auch ein Überwintern sollte für beide nicht unmöglich sein, da seit heuer auch der EL-Dritte ins Frühjahr, genauer gesagt in die Zwischenrunde der Europa Conference League, kommt.

Während der Qualifikation kam die Diskussion auf, ob es für Sturm und Rapid nicht schlauer wäre, sich absichtlich in die Europa Conference League hineinzuverlieren, da die finanziellen Unterschiede zwischen Europa League und Europa Conference League überschaubar sind und in letzterem Bewerb sportlich deutlich mehr zu holen wäre. Dies würde allerdings die 5-Jahreswertung ins Paradoxe führen, da es beim UEFA-Ranking vor allem darum geht, möglichst viele Vereine in einem möglichst hohen Bewerb unterzubringen.

Das bringt Platz acht (Saison 2023/24):

  • Champions-League-Fixplatz für Meister
  • Vizemeister in Quali-Runde 3 der Champions League (=Fixplatz in der Europa League)
  • Cup-Sieger (oder Liga-Dritter) im Europa-League-Playoff (=Fixplatz in der Europa Conference League)
  • Liga-Dritter bzw. -Vierter in Quali-Runde 3 der Europa Conference League
  • Liga-Vierter bzw. -Fünfter in Quali-Runde 2 der Europa Conference League
  • Bonus: Sollten sowohl Champions-League- als auch Europa-League-Sieger Meister einer Top-6-Liga werden, wird der Meister aus Topf eins bei der Champions-League-Auslosung gezogen

Um diese Rekorde geht es für Österreich

  • Neue Top-Platzierung - Bisher: Rang 8 (1986/87)

Seit die UEFA die 5-Jahreswertung 1979 erstmals offiziell veröffentlichte, beendete Österreich die Saison nur fünf Mal innerhalb der Top-10. Die beste Endplatzierung datiert aus der Saison 1986/87, als man unter anderem dank eines Halbfinal-Einzugs des FC Swaroski Tirol im UEFA-Cup Achter wurde. Damals nahmen allerdings nur 33 verschiedene Nationalverbände am Europacup teil, heute sind es 55. In diesem Jahrtausend gelang bisher nur einmal eine Platzierung unter den besten zehn Ligen - in der Vorsaison beendete Österreich die Wertung auf Rang zehn.

  • Neue Punkte-Bestmarke - Bisher: 35,825 (2020/21)

Den bisherigen Punkte-Rekord in der 5-Jahreswertung hat Österreich in der Vorsaison aufgestellt. Um diesen einzustellen, benötigt es in dieser Saison noch weitere 4,175 Punkte. Das sind umgerechnet zehn Siege und ein Remis und sollte locker drinnen sein, da es in dieser Saison durch die Einführung der Europa Conference League sowohl in der Europa League als auch im neugeschaffenen dritten Bewerb viele Bonuspunkte zu verdienen gibt. In der Champions League gab es die ohnehin schon immer.

  • Neue Höchstzahl erreichter Punkte in einer einzelnen Saison - Bisher: 9,750 (2017/18)

Diese Bestmarke von 2017/18 einzustellen, als der FC Salzburg das Europa-League-Halbfinale erreichte und Österreich alle eingefahrenen Punkte nur durch vier teilen musste, wird knackig. 6,55 Punkte - das wären umgerechnet 16 Siege plus ein Unentschieden - beträgt die Differenz zu den eingefahrenen Punkten für den Länder-Koeffizienten von 2017/18, die nach dieser Saison rausfallen, aktuell. Durch die Bonuspunkte könnte sich allerdings auch dieser Rekord ausgehen.

Als kleine Veranschaulichung: Sollte der FC Salzburg mit drei Siegen und einem Remis ins Champions-League-Achtelfinale und der LASK mit vier Siegen und einem Unentschieden in jenes der Europa Conference League aufsteigen - was beides nicht völlig aus der Luft gegriffen wäre - würden alleine die Mozartstädter und die Athletiker in diesem Herbst zusammen 4,6 Punkte sammeln.

  • Neue Bestmarke an gleichzeitig überwinternden Mannschaften - Bisher: 2 (zuletzt 2020/21)

Seit der Einführung von Gruppenphasen in UEFA-Bewerben konnten noch nie mehr als zwei österreichische Mannschaften gleichzeitig im Europacup überwintern. Letzte Saison war man bereits nahe dran, doch dem SK Rapid fehlte schlussendlich ein Treffer gegen Molde FK, um dem FC Salzburg und dem WAC ins Europa-League-Sechzehntelfinale zu folgen. Heute stehen die Chancen auf drei Überwinterer gut, da durch die Einführung der Europa Conference League auch die jeweils Gruppendritten der Europa League im internationalen Frühjahr dabei sind. Rapid und Sturm würde also Rang drei für einen Umstieg in die Zwischenrunde der ECL reichen.

9. Schottland (31,300)

Europa League

Glasgow Rangers in Gruppe A gegen Olympique Lyon (FRA), Sparta Prag (CZE) und Bröndby IF (DEN)

Celtic Glasgow in Gruppe G gegen Bayer Leverkusen (GER), Betis Sevilla (ESP) und Ferencvaros Budapest (HUN)

ausgeschieden:

Hibernian FC, Aberdeen FC, St. Johnstone

Die Schotten mussten in der Qualifikation wie erwartet ordentlich bluten.

Die Glasgow Rangers verabschiedeten sich bereits in Runde drei der Champions-League-Quali mit zwei Niederlagen gegen Malmö FF, mühten sich in der Folge gegen den armenischen Vertreter und LASK-Gegner FC Alashkert aber immerhin in die Europa League. Dort bekommt es der ungeschlagene schottische Meister mit Gegnern in Kragenweite zu tun. Obwohl das Team von Steven Gerrard heuer nicht so stark wie in der Vorsaison wirkt, ist den Rangers ein Aufstieg zuzutrauen.

Ähnlich glanzlos präsentierte sich Celtic Glasgow bisher in diesem Sommer. In der Champions-League-Quali scheiterten die "Bhoys" prompt am dänischen Vizemeister FC Midtjylland, kämpften sich anschließend allerdings mit Siegen über den FK Jablonec und AZ Alkmaar zum achten Mal in die Europa-League-Gruppenphase. Dort hat Celtic - auch dank eines guten Klubkoeffizientens - eine durchbaus lösbare Aufgabe erwischt.

Wie erwartet sind die Rangers und Celtic einmal mehr die einzigen beiden schottischen Gruppenphasenteilnehmer, seit 2007/08 schaffte es kein anderer Klub aus der Premiership außer den beiden Glasgower Großklubs in eine Gruppenphase. Letztmals gelang dem Aberdeen FC dieses Kunststück und auch heuer waren die "Dons" nur ein erfolgreiches Playoff von der Europa Conference Leauge entfernt. Dort ließ Qarabag Agdam Aberdeen allerdings keine Chance.

Während für den Hibernian FC bereits eine Runde früher HNK Rijeka eine Nummer zu groß war, scheiterte auch St. Johnstone erst im Europa-Conference-League-Playoff. Die "Saints" kassierten eine aus österreichischer Sicht für die nächsten Jahre richtungsweisende Pleite gegen den LASK. Hätte das kampfstarke Johnstone eine Gruppenphase erreicht und der LASK im Umkehrschluss nicht, wäre dies einem schweren Rückschlag für Österreich gleichgekommen. Die Schotten hätten diese Saison nicht nur recht sicher vor Österreich beendet, sondern wären in den nächsten Jahren noch weiter davongezogen, als es sich momentan ohnehin schon andeutet.

Prognose:

Schottland fehlt die Breite, um Österreich in dieser Saison gefährlich zu werden.

Mit dem Fünfer-Divisor im Rücken, der den Schotten in den letzten Jahren erspart blieb, werden Celtic und die Rangers nicht mehr Punkte einfahren als die vier österreichischen Vertreter zusammen.

Für Österreich geht es vor allem darum, in Hinsicht auf die kommende Saison viele Punkte auf Schottland gutzumachen. Die Briten weisen zum Start der Spielzeit 2022/23 nämlich weiterhin einen Riesen-Vorsprung auf (5,4 Punkte).

Das bringt Platz neun (Saison 2023/24):

  • Champions-League-Fixplatz für Meister
  • Vizemeister in Quali-Runde 3 der Champions League (=Fixplatz in der Europa League)
  • Cup-Sieger (oder Liga-Dritter) im Europa-League-Playoff (=Fixplatz in der Europa Conference League)
  • Liga-Dritter bzw. -Vierter in Quali-Runde 3 der Europa Conference League
  • Liga-Vierter bzw. -Fünfter in Quali-Runde 2 der Europa Conference League

10. Russland (30,682)

Champions League

Zenit St. Petersburg in Gruppe H gegen FC Chelsea (ENG), Juventus Turin (ITA) und Malmö FF (SWE)

Europa League

Spartak Moskau in Gruppe C gegen SSC Neapel (ITA), Leicester City (ENG) und Legia Warschau (POL)

Lokomotive Moskau in Gruppe E gegen Lazio Rom (ITA), Olympique Marseille (FRA) und Galatasaray Istanbul (TUR)

ausgeschieden:

FK Sochi, Rubin Kazan

Die russische Entwicklung ähnelt immer stärker dem Verfall des türkischen Klubfußballs der letzten Jahre.

Russland steht vor Beginn der Gruppenphase erst bei 1,5 Punkten in dieser Saison und teilt sich damit Rang 42 von 55 in der diesjährigen Zwischenwertung. Das liegt zum einen daran, dass Zenit St. Petersburg in der Champions League und Lokomotiv Moskau in der Europa League Fixplätze besitzen, zum anderen an einer erneut richtig schlechten russischen Quali-Leistung.

Vizemeister Spartak Moskau stieg in Runde drei der Champions-League-Quali ein und verabschiedete sich mit zwei 0:2-Pleiten sofort Richtung Europa-League-Gruppenphase. Rubin Kazan nahm erstmals seit sechs Jahren wieder am Europacup teil, leistete sich allerdings gleich zum Auftakt in Runde drei der Europa-Conference-League-Qualifikation eine Blamage gegen den polnischen Vertreter Rakow Czestochowa.

Die einzige russische Mannschaft, die in der Qualifikation Siege bejubeln durfte, war Europacup-Neuling FK Sochi. Der von St. Petersburg in den Olympia-Ort von 2014 verfrachtete Klub konnte in Runde zwei der ECL-Qualifikation immerhin zwei Siege gegen den aserbaidschanischen Verein Keshla FK einfahren, eine Runde später war gegen Partizan Belgrad Schluss.

Prognose:

Obwohl die Russen nur knapp einen Punkt hinter Österreich liegen, droht von ihnen in dieser Saison keine Gefahr.

Der russische Fußball ist im Moment schlicht zu angeschlagen, um einen Angriff von hinten zu befürchten. Weder Zenit in der Champions League, noch die beiden moskowitischen Europa-League-Vertreter sind in ihren jeweiligen Gruppen Favoriten auf den Aufstieg, Rang drei sollte für alle drei Vertreter allerdings drinnen sein. Sollte allerdings wie 2019/20 erneut kein russischer Vertreter das Frühjahr erreichen, hielte sich die Überraschung auch in Grenzen.

Obwohl am Transfermarkt erneut Geld im großen Stil ausgegeben wurde - alleine in diesem Transfersommer weisen die 16 russischen Klubs über 127 Millionen Euro an Ausgaben auf, in Österreich sind es zum Vergleich 15,4 Millionen Euro - scheint Russlands Klubfußball weiterhin nicht in die Spur zu kommen. Russland, seit 2008 nie schlechter als Achter, liegt in der vorläufigen 5-Jahreswertung 2022/23 momentan nur auf Rang 16 (!) - und es spricht aktuell wenig dafür, dass es nicht noch weiter nach unten geht.

Das bringt Platz zehn (Saison 2023/24):

  • Champions-League-Fixplatz für Meister
  • Vizemeister in Quali-Runde 3 der Champions League (=Fixplatz in der Europa League), wenn Europa-League-Sieger sich über Liga für Champions League qualifiziert, ansonsten Vizemeister in Quali-Runde 2 der Champions League
  • Cup-Sieger (oder Liga-Dritter) im Europa-League-Playoff (=Fixplatz in der Europa Conference League)
  • Liga-Dritter bzw. -Vierter in Quali-Runde 3 der Europa Conference League
  • Liga-Vierter bzw. -Fünfter in Quali-Runde 2 der Europa Conference League

11. Ukraine (30,200)

Champions League

Shakhtar Donetsk in Gruppe D gegen Inter Mailand (ITA), Real Madrid (ESP) und Sheriff Tiraspol (MDA)

Dynamo Kiew in Gruppe E gegen FC Bayern München (GER), FC Barcelona (ESP) und Benfica Lissabon (POR)

Europa Conference League

Zorya Luhansk in Gruppe C gegen AS Rom (ITA), ZSKA Sofia (BUL) und FK Bodö/Glimt (NOR)

ausgeschieden:

Kolos Kovalivka, Vorskla Poltava

Österreichs unangenehmster Verfolger liegt momentan nur auf Rang elf und heißt Ukraine.

Die Osteuropäer haben zum zweiten Mal hintereinander zwei Klubs in die Champions League gebracht und die heißen natürlich Dynamo Kiew und Shakhtar Donetsk. Während Dynamo in der letzten Saison überraschend deutlich Meister wurde und dadurch einen Fixplatz in der "Königsklasse" ergatterte, musste Shakhtar im schwierigen Liga-Weg der Quali ran. Dort eliminierte das Team vom italienischen Neo-Coach Roberto de Zerbi zunächst locker den KRC Genk und schließlich mit einer unwahrscheinlichen Portion Glück auch AS Monaco.

Dass die Leistungsdichte hinter den beiden Top-Klubs eher dünn ist, bewies das Duell Rapid gegen Zorya Luhansk in der Europa-League-Quali. Die zu diesem Zeitpunkt kriselnden Hütteldorfer verbannten den ukrainischen Dritten schlussendlich souverän in die Europa Conference League. Auch wenn beim Heimspiel viel Glück dabei war, es wurde offensichtlich, dass Zorya im Vergleich zu den österreichischen Vertretern qualitativ deutlich abfällt.

Das tun auch die beiden ausgeschiedenen Klubs Vorskla Poltava und Kolos Kovalivka. Vorskla stieg in Runde zwei der Europa-Conference-League-Quali ein und scheiterte prompt an Kuopion Palloseura aus Finnland. Kolos musste erst in Runde drei ran, musste sich allerdings dem kasachischen Vertreter Shakhter Karagandy geschlagen geben.

Prognose:

Die Ukraine wird Österreich in dieser Saison von allen Verfolgern am nähesten kommen, uns allerdings nicht überholen.

Die Champions-League-Gruppen von Dynamo und Shakhtar sind schlicht zu hart, dass die Ukraine die 1,45 Punkte Rückstand auf Österreich aufholen könnte. Daran ändert auch die eher mäßig schwierige Europa-Conference-League-Gruppe von Zorya Luhansk nichts.

Allerdings haben sowohl Shakhtar als auch Dynamo in den letzten Jahren gezeigt, dass sie mit den ganz Großen Europas mithalten können. Bei Shakhtar muss man beinahe von einem Überwintern ausgehen, auch für Dynamo wäre ein Platz unter den ersten Drei dieser Hammergruppe nicht unmöglich.

Österreich und die Ukraine bewegen sich nun seit einigen Jahren ziemlich im Gleichschritt, zum Start der kommenden Saison liegen die Ukrainer nur 0,3 Punkte voran. Die Rivalität mit den Osteuropäern wird uns wohl noch einige Zeit begleiten, ein lange Zeit vermuteter ukrainischer Einbruch aufgrund der politischen Situation im Land wurde bisher nie Realität.

Das bringt Platz elf (Saison 2023/24):

  • Champions-League-Fixplatz für Meister, wenn Champions-League-Sieger sich über Liga für Champions League qualifiziert, ansonsten Meister im Playoff der Champions League
  • Vizemeister in Quali-Runde 3 der Champions League (=Fixplatz in der Europa League), wenn Europa-League-Sieger sich über Liga für Champions League qualifiziert, ansonsten Vizemeister in Quali-Runde 2 der Champions League
  • Cup-Sieger (oder Liga-Dritter) im Europa-League-Playoff (=Fixplatz in der Europa Conference League)
  • Liga-Dritter bzw. -Vierter in Quali-Runde 3 der Europa Conference League
  • Liga-Vierter bzw. -Fünfter in Quali-Runde 2 der Europa Conference League

CL-Fixplatz so gut wie sicher

Die Gefahr, noch von einer Nation außerhalb der Top-11 überholt zu werden und damit um einen Champions-League-Fixplatz für den Meister der Saison 2022/23 umzufallen, ist quasi inexistent.

Serbien als Zwölfter mit aktuell 4,775 Punkten Rückstand und einem Vierer-Divisor wäre das Unterfangen, Österreich zu überholen, noch am ehesten zuzutrauen. Allerdings sind die Serben wieder einmal nur durch Partizan Belgrad und Roter Stern Belgrad international vertreten.

Auch Belgien mit vier Vertretern in den drei verschiedenen Bewerben könnte theoretisch noch die 5,45 Zähler Rückstand auf Österreich gutmachen, realistisch wirkt dies momentan allerdings freilich nicht.

Hinter den Top-11 ergibt sich ein enorm spannendes Rennen um eine so wichtige Top-15-Platzierung, welches man aus österreichischer Sicht glücklicherweise aus der Distanz verfolgen darf. Insgesamt neun Nationen rittern in dieser Saison um die drei Plätze zwischen 12 und 15. Zwischen dem Zwölften Serbien und dem 21. Griechenland liegen gerade mal 4,425 Punkte Abstand und damit weniger als zwischen Österreich und Serbien.

Auch Dänemark als 23. darf sich mit vier Gruppenphasen-Teilnehmern noch Chancen auf die Top-15 ausrechnen.

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

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