5-Jahreswertung: Österreich auf irrer Rekordjagd

5-Jahreswertung: Österreich auf irrer Rekordjagd Foto: © GEPA
 

Noch nie wurde man als Fan des österreichischen Klubfußballs so sehr mit Erfolgen verwöhnt wie aktuell.

Österreich stürmt in der UEFA 5-Jahreswertung zielsicher auf gleich mehrere Bestmarken zu und damit der verfolgenden Konkurrenz aus Fußball-Großmächten wie Russland, Belgien oder der Schweiz immer weiter davon.

Die österreichische Bundesliga hat sich längst unter den zehn besten Ligen Europas einzementiert, liegt momentan sogar auf Rang acht des UEFA Rankings und darf auch in der nächsten Saison mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit einen Fixplatz in der UEFA Champions League an den Meister verleihen.

LAOLA1 analysiert die aktuelle Lage Österreichs sowie seiner direkten Konkurrenten in der 5-Jahreswertung und gibt ein Update, wie es um die irre rot-weiß-rote Rekordjagd im UEFA-Ranking steht:


Rang Nation 17/18 18/19 19/20 20/21 21/22 Punkte verbl. Teams
1 England 20,071 22,642 18,571 24,357 6,714 92,355 7/7
2 Spanien 19,714 19,571 18,928 19,500 6,285 83,998 7/7
3 Italien 17,333 12,642 14,928 16,285 5,714 66,902 7/7
4 Deutschland 9,857 15,214 18,714 15,214 5,928 64,927 7/7
5 Frankreich 11,500 10,583 11,666 7,916 6,416 48,081 6/6
6 Portugal 9,666 10,900 10,300 9,600 5,750 46,216 4/6
7 Niederlande 2,900 8,600 9,400 9,200 8,000 38,100 5/5
8 ÖSTERREICH 9,750 6,200 5,800 6,700 5,600 34,050 4/5
9 Schottland 4,000 6,750 9,750 8,500 3,100 32,100 2/5
10 Russland 12,600 7,583 4,666 4,333 2,500 31,682 3/5
11 Ukraine 8,000 5,600 7,200 6,800 3,400 31,000 3/5
12 Serbien 6,375 6,000 6,000 5,500 5,250 29,125 2/4
13 Belgien 2,600 7,800 7,600 6,000 4,600 28,600 4/5
14 Schweiz 6,500 3,900 6,400 5,125 5,500 27,425 2/4
15 Kroatien 5,125 5,750 4,375 5,900 3,750 24,900 1/4
16 Griechenland 5,100 5,100 4,900 5,100 4,500 24,700 2/4
17 Zypern 7,000 6,125 5,125 4,000 2,375 24,625 2/4
18 Tschechische Republik 5,500 6,500 2,500 6,600 3,500 24,600 3/5
19 Türkei 6,800 5,500 5,000 3,100 4,100 24,500 3/5
20 Norwegen 4,000 5,375 3,750 6,500 4,125 23,750 1/4

7. Niederlande (38,100)

Champions League

Ajax Amsterdam in Gruppe C mit Sporting Lissabon (POR), Borussia Dortmund (GER) und Besiktas Istanbul (TUR)

Europa League

PSV Eindhoven in Gruppe B mit AS Monaco (FRA), Real Sociedad (ESP) und Sturm Graz (AUT)

Europa Conference League

AZ Alkmaar in Gruppe D mit CFR Cluj (ROU), FK Jablonec (CZE) und Randers FC (DEN)

Feyenoord Rotterdam in Gruppe E mit Slavia Prag (CZE), Union Berlin (GER) und Maccabi Haifa (ISR)

Vitesse Arnheim in Gruppe G mit Tottenham Hotspur (ENG), Stade Rennes (FRA) und NS Mura (SLO)

ausgeschieden: -

Die Niederlande werden nur mehr aus Formalität in der Liste österreichischer Kontrahenten geführt. In der Realität werden die Holländer aus rot-weiß-roter Sicht für sehr lange Zeit nicht mehr einzuholen sein.

Alle fünf holländischen Europacup-Vertreter spielen bisher eine gute bis grandiose Europacup-Kampagne, bei allen fünf Teams ist zur Gruppenphasen-Halbzeit ein Überwintern momentan wahrscheinlich bzw. schon fast sicher.

Ajax Amsterdam fährt mit der Champions-League-Gruppe C bisher Karussell. Die bärenstarken "Godenzonen" zerlegten zunächst den portugiesischen Meister Sporting Lissabon auswärts, legten einen trockenen Sieg über den türkischen Champion Besiktas Istanbul nach und krönten einen bis dato hervorragenden Herbst mit einem 4:0-Sieg über Borussia Dortmund an Spieltag drei. Ein Achtelfinalaufstieg ist den imposanten Amsterdamern kaum mehr zu nehmen.

In der Europa League heißt der einzige holländische Vertreter PSV Eindhoven. Das Team von Roger Schmidt konnte bisher zwar nur gegen den SK Sturm gewinnen und läuft in den letzten Wochen einem tollen Saisonstart etwas hinterher, allerdings holte die PSV zusätzlich ein Remis gegen den spanischen Tabellenführer Real Sociedad und verlor am dritten Spieltag erst last minute gegen die AS Monaco. Damit bleiben Phillipp Mwene und Co. im spannenden Rennen um den Aufstieg. Rang drei und damit ein Umstieg in die Europa Conference League ist der PSV aufgrund der Unform des SK Sturm ohnehin kaum mehr zu nehmen.

In der Europa Conference League stehen indes alle drei holländischen Vertreter momentan auf einem Aufstiegsrang. AZ Alkmaar belegt aktuell in einer schwachen Gruppe D mit dem FK Jablonec, dem Randers FC und CFR Cluj unbesiegt Rang eins.

Diese Position hat auch Feyenoord Rotterdam momentan inne, allerdings ist Gernot Trauner und Co. diese Zwischenplatzierung in der deutlich härteren Gruppe E mit Maccabi Haifa, Slavia Prag und Union Berlin gelungen.

Schlussendlich bleibt noch Vitesse Arnheim zu erwähnen. Die Mannschaft von Thomas Letsch setzte am dritten Spieltag mit einem Sieg über Tottenham Hotspur ein Ausrufezeichen und liegt nach einem Auftaktsieg über NS Mura sowie einer Niederlage gegen Stade Rennes momentan auf Rang zwei der Gruppe G.

Was im niederländischen Klubfußball gerade passiert, ist – bei allem Konkurrenzdenken – schlichtweg beeindruckend. Mit 8 bisher eingefahrenen Punkten liegen die Holländer in der aktuellen Jahreswertung klar auf Rang eins, der Zweite, England, folgt mit einem Respektabstand von 1,286 Zählern. Man muss neidlos anerkennen, dass der niederländische Klubfußball mindestens eine Stufe über dem österreichischem steht, und die Saison 2017/18, als Österreich vor den Niederlanden in der 5-Jahreswertung landete, als Ausnahme zu betrachten bleibt.

Prognose:

Die Niederlande werden eine absolute Rekordsaison (bisher 2011/12 13,6 Punkte) hinlegen und nächste Saison mit Frankreich und Portugal um Rang fünf der 5-Jahreswertung fighten.

Zum Start der Saison 2022/23 fehlen den Holländern nach aktuellem Stand nur mehr 1,381 Punkte auf den Fünften Frankreich. Bald könnte die Eredivisie und nicht mehr die Ligue 1 mitgemeint sein, wenn man von "Europas Top-5-Ligen" spricht.

Das bringt Platz sieben (Saison 2023/24):

  • Champions-League-Fixplatz für Meister
  • Vizemeister in Quali-Runde 3 der Champions League (=Fixplatz in der Europa League)
  • Europa-League-Fixplatz für Cup-Sieger (oder Liga-Dritten), wenn Europa-Conference-League-Sieger sich über Liga für Europa League qualifiziert, ansonsten Cup-Sieger (oder Liga-Dritter) im Europa-League-Playoff (=Fixplatz in der Europa Conference League)
  • Liga-Dritter bzw. -Vierter in Quali-Runde 3 der Europa Conference League
  • Liga-Vierter bzw. -Fünfter in Quali-Runde 2 der Europa Conference League
  • Bonus: Sollten entweder Champions-League- oder Europa-League-Sieger Meister einer Top-6-Liga werden, wird der Meister aus Topf eins bei der Champions-League-Auslosung gezogen

8. Österreich (34,050)

Champions League

FC Salzburg in Gruppe G mit OSC Lille (FRA), FC Sevilla (ESP) und VfL Wolfsburg (GER)

Europa League

SK Sturm Graz in Gruppe B mit AS Monaco (FRA), PSV Eindhoven (NED) und Real Sociedad (ESP)

SK Rapid Wien in Gruppe H mit Dinamo Zagreb (CRO), KRC Genk (BEL) und West Ham United (ENG)

Europa Conference League

LASK in Gruppe A gegen Maccabi Tel Aviv (ISR), FC Alashkert (ARM) und HJK Helsinki (FIN)

ausgeschieden:

FK Austria Wien

Österreich hat aufbauend auf eine historische Qualifikations-Phase eine gute Gruppenphase nachgelegt und setzt damit eine tolle Rekordjagd fort.

Am mit Abstand meisten überzeugt hat bisher der FC Salzburg. Die "Bullen" können in ihrer dritten Champions-League-Kampagne starke Leistungen endlich auch in Punkte konvertieren und werden – wenn nichts Unvorhersehbares passiert – dem LASK den Titel als zugkräftigster rot-weiß-roter Eurofighter nach zwei Jahren wieder abnehmen.

Nach durchwegs guten Auftritten gegen den FC Sevilla, den OSC Lille sowie den VfL Wolfsburg stehen die Mozartstädter mit sieben Zählern klar an der Spitze der Gruppe G und damit unmittelbar vor dem erstmaligen Aufstieg ins "Königsklassen"-Achtelfinale. Dieser würde einen ganzen Bonuspunkt bedeuten – mit etwas Glück fährt der FC Salzburg am Dienstag in Wolfsburg (18:45 im LIVE-Ticker) einen Sieg und damit insgesamt 1,4 Punkte ein und schraubt das österreichische Punktekonto auf 7 hoch.

Deutlich schwerer tut sich wie erwartet indes des SK Sturm. Die Grazer blieben in einer Europa-League-Gruppe B, die wohl stärker einzuschätzen ist als jene in der Champions League des FC Salzburg, bisher sowohl punkte- als auch leider sehr harmlos. Sowohl bei der AS Monaco als auch im ersten Durchgang gegen die PSV Eindhoven verkauften sich die zu Saisonbeginn so starken "Blackies" klar unter Wert, zusätzlich verhinderte bei dem bisher besten Europacup-Auftritt der Steirer gegen Real Sociedad ein Patzer von Jörg Siebenhandl Punkte.

Leider spricht ob der aktuellen Krise der Murstädter wenig dafür, dass der SK Sturm in dieser Saison noch Punkte für die 5-Jahreswertung beizutragen im Stande ist. Vielleicht geht ja zum Gruppenabschluss daheim gegen eine möglicherweise schon aufgestiegene AS Monaco etwas.

Auch der SK Rapid erwischte einen absoluten Fehlstart in die Gruppenphase, indem die heimstarken Hütteldorfer im Weststadion last minute gegen den KRC Genk verloren und anschließend West Ham United ziemlich chancenlos unterlagen. Am dritten Spieltag meldete sich Rapid allerdings zurück und besiegte Dinamo Zagreb, immerhin aus Topf eins bei der Auslosung gezogen, verdient mit 2:1.

Damit haben die "Grün-Weißen" den Aufstieg wieder in der eigenen Hand, das Spiel am kommenden Donnerstag auswärts in Zagreb kann bereits zur Schnittpartie werden, die über ein Hütteldorfer Überwintern entscheiden könnte. Mit etwas Glück kommt West Ham am fünften Spieltag als bereits fixer Gruppenerster ins Weststadion, dann wäre für Rapid auch gegen wohl nicht mehr zu 100 Prozent motivierte Londoner etwas drinnen. Deutlich wahrscheinlicher ist allerdings, dass für die Kühbauer-Truppe am letzten Spieltag ein Finale ums Überwintern in Genk ansteht.

Wie wertvoll die Europa Conference League für Nationen wie Österreich sein kann, beweist bisher der LASK. Obwohl die Linzer sich in der schwersten sportlichen Krise seit dem Wiederaufstieg 2017 befinden und in der Bundesliga leicht abgeschlagener Letzter sind, stehen die Athletiker in der Europa Conference League unmittelbar vor dem Aufstieg. Der LASK hatte sowohl mit dem Meister Finnlands, HJK Helsinki, als auch mit jenem aus Armenien, dem FC Alashkert, überhaupt keine Probleme und ließ einzig gegen Maccabi Tel Aviv mit einem Remis Punkte liegen - und das noch dazu durchaus unglücklich.

Bereits am Donnerstag sollte der Aufstieg der Oberösterreicher und damit der eine oder andere Bonuspunkt fixiert sein. Dann geht es für die Linzer in der ECL nur mehr darum, Maccabi Tel Aviv entweder mit einem Auswärtssieg in Israel oder im Falle eines Unentschiedens im "Gelobten Land" an Spieltag fünf mithilfe eines besseren Torverhältnisses von Rang eins zu verdrängen. Dann würden sich die personell schwer gebeutelten Stahlstädter nicht nur die Zwischenrunde gegen einen Europa-League-Dritten ersparen, sondern würden auch zusätzliche Bonuspunkte sammeln (Platz eins bringt 0,2 Punkte, Platz zwei 0,1 Punkte).

Grundsätzlich darf man mit der bisherigen rot-weiß-roten Punkteausbeute mehr als zufrieden sein. Salzburg, der LASK und mit Abstrichen auch Rapid haben sich in eine Ausgangslage manövriert, in der ein Überwintern wahrscheinlich ist. Einzig der SK Sturm enttäuschte bisher – wobei bei dieser Hammergruppe im Vorhinein klar war, dass jeder Grazer Punkt einer kleinen Sensation gleichkäme.

Prognose:

Österreich wird erstmals in der Geschichte der 5-Jahreswertung zweistellig punkten und damit Vorarbeit für viele weitere goldene Jahre im UEFA-Ranking leisten. Den begehrten Champions-League-Fixplatz hat man ohnehin schon so gut wie in der Tasche.

Aktuell hat Österreich 5,6 Zähler gesammelt und liegt damit im Jahres-Zwischenranking auf Rang acht. Keine schlechter positionierte Nation in der 5-Jahreswertung hat eine bessere Punkteausbeute. In weiterer Folge könnte der eine oder andere – zugegebenermaßen sportlich bedeutungslose – Rekord purzeln (mehr dazu unten).

Auch die Chance, erstmals drei Vertreter im Frühjahr unterzubringen, lebt weiterhin. Salzburg hat zumindest Rang drei und damit einen Europa-League-Umstieg bereits so gut wie sicher, auch der LASK wird weiterkommen. Das große Fragezeichen bei diesem historischen Unterfangen heißt momentan Rapid. Sturm bräuchte indes bereits ein Wunder, um ein europäisches Frühjahr zu realisieren.

Das bringt Platz acht (Saison 2023/24):

  • Champions-League-Fixplatz für Meister
  • Vizemeister in Quali-Runde 3 der Champions League (=Fixplatz in der Europa League)
  • Cup-Sieger (oder Liga-Dritter) im Europa-League-Playoff (=Fixplatz in der Europa Conference League)
  • Liga-Dritter bzw. -Vierter in Quali-Runde 3 der Europa Conference League
  • Liga-Vierter bzw. -Fünfter in Quali-Runde 2 der Europa Conference League
  • Bonus: Sollten sowohl Champions-League- als auch Europa-League-Sieger Meister einer Top-6-Liga werden, wird der Meister aus Topf eins bei der Champions-League-Auslosung gezogen

Zwischenupdate zu Österreichs Rekordjagd

  • Neue Top-Platzierung - Bisher: Rang 8 (1986/87). Tendenz: kein neuer Rekord

So unwahrscheinlich es ist, dass Österreich in dieser Saison die Niederlande noch einholen kann, so abgesichert ist momentan Rang acht. Von Österreichs Verfolgern kommt momentan überhaupt kein Druck. Der Vorsprung auf den Neunten, Schottland, konnte seit Beginn der Gruppenphasen von 0,350 auf 1,95 Punkte ausgebaut werden. Auch wenn hier kein Rekord fallen wird, Österreichs erstmalige Platzierung unter den acht besten Ligen Europas seit 25 Jahren wäre ein Meilenstein des rot-weiß-roten Klubfußballs.

  • Neue Punkte-Bestmarke - Bisher: 35,825 (2020/21). Tendenz: Rekord wird sehr wahrscheinlich fallen

Mit etwas Glück hat Österreich diese Bestmarke bereits am Ende dieser Woche überboten. 1,775 Punkte fehlen auf die beste Punkte-Ausbeute aller Zeiten aus der Vorsaison. Gewinnt sowohl Salzburg in Wolfsburg als auch der LASK gegen Alashkert, wäre dieser Rekord aufgrund der Bonuspunkte bereits mit Donnerstag gebrochen. Diese Bestmarke wird in dieser Saison fallen.

  • Neue Höchstzahl erreichter Punkte in einer einzelnen Saison - Bisher: 9,750 (2017/18). Tendenz: Rekord könnte fallen

Das Erreichen einer zweistelligen Punkteausbeute innerhalb einer Saison galt aufgrund des Fünferdivisors Österreichs bisher immer als äußerst unrealistisch, doch in dieser Spielzeit könnte diese magische Marke erstmals erreicht werden. Aktuell fehlen 4,4 Punkte auf den "großen Zehner" - das hört sich zunächst nach einer großen Hürde an. Spiegelt man die bisherigen Hinrunden-Ergebnisse der österreichischen Vertreter allerdings, stünden am Ende des Herbstes auf Grund der Bonuspunkte bereits 9,1 Punkte zu Buche – und drei österreichische Mannschaften würden im Frühjahr noch dabei sein.

  • Neue Bestmarke an gleichzeitig überwinternden Mannschaften - Bisher: 2 (zuletzt 2020/21). Tendenz: Rekord könnte fallen

Das Überbieten dieser Bestmarke liegt einzig und alleine in der Hand des SK Rapid. Der FC Salzburg und der LASK sind bereits so gut wie sicher im Frühjahr, der SK Sturm wird mit hoher Wahrscheinlichkeit Gruppenletzter. Rapid darf die direkten Duelle mit Dinamo Zagreb und den KRC Genk – beide auswärts – zumindest nicht verlieren und muss darauf hoffen, dass West Ham in Hütteldorf aber auf keinen Fall gegen die anderen beiden Gruppengegner auslässt. Grundsätzlich zeigte der grün-weiße Formpfeil zuletzt nach oben, zumindest Rang drei und damit die ECL-Zwischenrunde sollte für Rapid drinnen sein.

9. Schottland (32,100)

Europa League

Glasgow Rangers in Gruppe A gegen Olympique Lyon (FRA), Sparta Prag (CZE) und Bröndby IF (DEN)

Celtic Glasgow in Gruppe G gegen Bayer Leverkusen (GER), Betis Sevilla (ESP) und Ferencvaros Budapest (HUN)

ausgeschieden:

Hibernian FC, Aberdeen FC, St. Johnstone

Auch Schottland musste schmerzlich feststellen, wie hart die verkleinerte Europa League sein kann.

Die Briten, die ohnehin wieder einmal nur durch die beiden Glasgower Großklubs international vertreten sind, seit dieser Saison allerdings einen Fünferdivisor mitschleppen müssen, steuern geradewegs auf die punkteschwächste Saison in der 5-Jahreswertung seit Jahren zu.

Die Glasgow Rangers mussten an den ersten beiden Europa-League-Spieltagen jeweils eine Zu-Null-Niederlage gegen Olympique Lyon sowie Sparta Prag hinnehmen. Erst am dritten Spieltag gelang mit einem Sieg über einen schwachen Bröndby IF der erste Dreier. Damit wird der Mannschaft von Steven Gerrard wohl zumindest den Umstieg in die Europa Conference League gelingen.

Nicht viel besser erging es Celtic Glasgow. Die "Bhoys" gaben am ersten Spieltag eine 2:0-Führung bei Betis Sevilla aus der Hand und mussten schlussendlich sogar mit einer Niederlage aus Andalusien abreisen, am zweiten Spieltag wurden sie im Celtic Park von Bayer Leverkusen mit 0:4 auseinandergenommen. Ähnlich wie die Rangers konnte auch Celtic nur gegen den vermeintlich schwächsten Gruppengegner einen Sieg einfahren, nämlich gegen Peter Stögers Ferencvaros Budapest.

Sowohl die Rangers als auch Celtic werden ihre jeweilige Gruppe wohl überstehen, beide möglicherweise allerdings nur auf Rang drei. Dann würde die Zwischenrunde in der Europa Conference League gegen einen Gruppenzweiten der ECL warten, in der allerdings keine Punkte für die 5-Jahreswertung, sondern "nur" der ECL-Achtelfinaleinzug auf dem Spiel steht.

Prognose:

Schottland wird noch weiter hinter Österreich zurückfallen und nach zwei zuletzt bärenstarken Spielzeiten einen Dämpfer kassieren.

Die Schotten ernten damit die Früchte aus einer katastrophalen Qualifikationsphase: Erneut erreichte keine Mannschaft, die nicht aus Glasgow kommt, eine europäische Gruppenphase. Den Rangers und Celtic fällt indes auf den Kopf, dass beide weder die Champions-League-Gruppenphase, wo es Bonuspunkte gibt, noch die merklich einfachere Europa Conference League, sondern "nur" die äußert schwierige Europa League erreichten.

Aufgrund der schwachen bisherigen Punkteausbeute schrumpft auch der schottische Vorsprung auf Österreich in der vorläufigen Wertung 2022/23 immer mehr zusammen. Dennoch hält Schottland zum Start der kommenden Saison weiterhin bei 3,8 Punkten mehr als Österreich.

Das bringt Platz neun (Saison 2023/24):

  • Champions-League-Fixplatz für Meister
  • Vizemeister in Quali-Runde 3 der Champions League (=Fixplatz in der Europa League)
  • Cup-Sieger (oder Liga-Dritter) im Europa-League-Playoff (=Fixplatz in der Europa Conference League)
  • Liga-Dritter bzw. -Vierter in Quali-Runde 3 der Europa Conference League
  • Liga-Vierter bzw. -Fünfter in Quali-Runde 2 der Europa Conference League

10. Russland (31,682)

Champions League

Zenit St. Petersburg in Gruppe H gegen FC Chelsea (ENG), Juventus Turin (ITA) und Malmö FF (SWE)

Europa League

Spartak Moskau in Gruppe C gegen SSC Neapel (ITA), Leicester City (ENG) und Legia Warschau (POL)

Lokomotive Moskau in Gruppe E gegen Lazio Rom (ITA), Olympique Marseille (FRA) und Galatasaray Istanbul (TUR)

ausgeschieden:

FK Sochi, Rubin Kazan

Die Situation des russischen Klubfußballs wird immer bedenklicher!

Nachdem die Russen, am Ende der Saison 2018/19 noch auf Rang sechs (!) der 5-Jahreswertung zu finden, bereits die Qualifikationsphase von vorne bis hinten verpatzten, setzte es auch in den verschiedenen Gruppenphasen bisher fast ausschließlich Nackenschläge.

Am Positivsten waren noch die bisherigen Leistungen von Zenit St. Petersburg in der Champions League. Der russische Liga-Dominator konnte am zweiten Spieltag Malmö FF klar mit 4:0 bezwingen und musste gegen die beiden Gruppenfavoriten, den FC Chelsea und Juventus, nur knappe 0:1-Pleiten einstecken. Damit schaut es bei den "Blau-Weiß-Himmelblauen" bezüglich eines Europa-League-Umstiegs bereits sehr gut aus. Es wäre das erste Überwintern Zenits seit drei Jahren.

Die einzigen beiden Moskauer Großklubs, die es in den Europacup schafften, liegen jeweils auf dem letzten Rang ihren jeweiligen Europa-League-Gruppe. Lokomotive Moskau startete immerhin mit einem Remis gegen Olympique Marseille in die Gruppe E, kassierte dann allerdings zwei Niederlagen gegen Lazio und Galatasaray und könnte damit zum vierten Mal in Folge nicht den europäischen Herbst überstehen.

Etwas aussichtsreicher ist die Lage von Spartak Moskau in der Gruppe C. Die "Spartachi" haben momentan zwar ebenfalls die Rote Laterne inne, konnten allerdings mit einem 3:2-Auswärtssieg bei der SSC Napoli an Spieltag zwei überraschen. Allerdings setzte es für Spartak zum Start in die Gruppenphase eine 0:1-Enttäuschung gegen Legia Warschau, am dritten Spieltag verloren die Moskowiter trotz einer 2:0-Führung aufgrund eines Daka-Quattropacks mit 3:4 gegen Leicester City.

Prognose:

Russland stellt für Österreich keine Gefahr dar und wird ab der nächsten Saison für längere Zeit vom rot-weiß-roten Radar verschwinden.

In der vorläufigen Wertung 2022/23 sind die Russen mittlerweile auf Rang 18 abgerutscht, auf Österreich fehlen bereits über fünf Zähler. Langsam muss in Russland ein Umdenken beginnen: Obwohl Jahr für Jahr Millionen in neue Spieler investiert werden und zahlreiche Großklubs über hochmoderne EM-Stadien verfügen, wird der russische Output immer lausiger.

Obwohl man aus österreichischer Sicht dazu geneigt ist, mit einer gewissen Häme auf den russischen Klubfußball zu blicken, sollte die Entwicklung Russlands in der 5-Jahreswertung vor allem als Warnung verstanden werden. Auch Österreichs momentaner Höhenflug könnte prompt enden und in die gegenteilige Richtung umschlagen – die dunklen Nullerjahre des österreichischen Fußballs folgten einst auf sehr erfolgreiche Neunziger…

Das bringt Platz zehn (Saison 2023/24):

  • Champions-League-Fixplatz für Meister
  • Vizemeister in Quali-Runde 3 der Champions League (=Fixplatz in der Europa League), wenn Europa-League-Sieger sich über Liga für Champions League qualifiziert, ansonsten Vizemeister in Quali-Runde 2 der Champions League
  • Cup-Sieger (oder Liga-Dritter) im Europa-League-Playoff (=Fixplatz in der Europa Conference League)
  • Liga-Dritter bzw. -Vierter in Quali-Runde 3 der Europa Conference League
  • Liga-Vierter bzw. -Fünfter in Quali-Runde 2 der Europa Conference League

11. Ukraine (31,000)

Champions League

Shakhtar Donetsk in Gruppe D gegen Inter Mailand (ITA), Real Madrid (ESP) und Sheriff Tiraspol (MDA)

Dynamo Kiew in Gruppe E gegen FC Bayern München (GER), FC Barcelona (ESP) und Benfica Lissabon (POR)

Europa Conference League

Zorya Luhansk in Gruppe C gegen AS Rom (ITA), ZSKA Sofia (BUL) und FK Bodö/Glimt (NOR)

ausgeschieden:

Kolos Kovalivka, Vorskla Poltava

Auch die bisherigen Gruppenphasen-Leistungen der ukrainischen Klubs blieben deutlich unter den Erwartungen.

Allen voran Shakhtar Donetsk enttäuschte bisher auf ganzer Linie. Das "Flaggschiff" der Ukrainer kassierte gleich am ersten Champions-League-Spieltag eine 0:2-Pleite bei "Königsklassen"-Neuling Sheriff Tiraspol. In der zweiten Runde konnte Shakhtar immerhin Inter Mailand ein Remis abtrotzen, nur um am dritten Spieltag mit 0:5 von Real Madrid deklassiert zu werden – in der Vorsaison konnten die Ostukrainer die "Königlichen" noch zwei Mal besiegen. Momentan sieht es schwer danach aus, dass Shakhtar erstmals seit zehn Jahren im europäischen Frühjahr nicht dabei sein wird.

Auch für Dynamo Kiew wird ein Überwintern, wie bereits nach der Auslosung erwartet, ein Ding der Unmöglichkeit. In der Todesgruppe E wartet der Überraschungsmeister noch auf den ersten Torerfolg. Zum Gruppenstart gelangt den Hauptstädter immerhin eine Nullnummer gegen Benfica Lissabon, zuletzt setzte es für die jungen Kiewer zwei Niederlagen gegen die Bayern und den FC Barcelona.

Zorya Luhansk hat indes selbst in der Europa Conference League große Schwierigkeiten, Punkte einzufahren. Der unterlegene Gegner des SK Rapid im Europa-League-Playoff konnte bisher noch nie europäisch überwintern und wird auch heuer große Probleme bekommen, die Gruppe zu überstehen. Gegen die AS Roma und Norwegens Meister FK Bodö/Glimt setzte es für Zorya klare Niederlagen, nur gegen ZSKA Sofia konnte gewonnen werden.

Prognose:

Die Ukraine steuert ebenfalls auf ein ganz schwaches Jahr zu und wird Österreich in dieser Saison nicht einmal im Ansatz gefährlich werden.

Die Befürchtungen, dass Shakhtar Donetsk wieder einmal über sich hinauswächst, dürften umsonst gewesen sein. Auch Dynamo Kiew und Zorya Luhansk waren noch nicht für Überraschungen gut.

Es ist sehr gut möglich, dass die Ukraine bereits im Herbst alle Vertreter verliert und damit ein großes Loch zu Österreich aufreißt. In der vorläufigen Wertung 2022/23 hängen die Osteuropäer Österreich mit nur 1,3 Punkten Rückstand momentan noch dicht im Nacken – das könnte sich in den nächsten Wochen ändern.

Das bringt Platz elf (Saison 2023/24):

  • Champions-League-Fixplatz für Meister, wenn Champions-League-Sieger sich über Liga für Champions League qualifiziert, ansonsten Meister im Playoff der Champions League
  • Vizemeister in Quali-Runde 3 der Champions League (=Fixplatz in der Europa League), wenn Europa-League-Sieger sich über Liga für Champions League qualifiziert, ansonsten Vizemeister in Quali-Runde 2 der Champions League
  • Cup-Sieger (oder Liga-Dritter) im Europa-League-Playoff (=Fixplatz in der Europa Conference League)
  • Liga-Dritter bzw. -Vierter in Quali-Runde 3 der Europa Conference League
  • Liga-Vierter bzw. -Fünfter in Quali-Runde 2 der Europa Conference League

Wie sieht es hinter der Top-11 aus?

Österreich hat seit dem Gruppenstart - mit einer Ausnahme - den Vorsprung auf jede Nation in der 5-Jahreswertung hinter sich ausbauen können, einzig Belgien konnte genau gleich viele Punkte sammeln. Damit droht weiterhin nicht der Hauch von Gefahr, in dieser Saison noch aus den Top-11 zu rutschen und damit den Champions-League-Fixplatz zu verlieren.

Serbien auf Rang zwölf hat momentan 4,925 Zähler Rückstand auf Österreich. Die Serben punkteten dank der beiden Belgrader Großklubs bisher stark. Sowohl Roter Stern Belgrad in der Europa League als auch Partizan Belgrad in der Europa Conference League stehen momentan auf einem Aufstiegsrang. Die Serben liegen zum Start der nächsten Saison nur 1,55 Punkte hinter Österreich.

Belgien liegt in der vorläufigen Wertung 2022/23 weiterhin 1,7 Zähler vor Österreich, in dieser Saison kann die Nummer eins der FIFA-Weltrangliste mit über 5 Punkten Rückstand allerdings ebenfalls keinen Druck mehr auf Österreich ausüben.

Schlussendlich muss man langsam wieder damit beginnen, ein Auge auf die Schweiz zu werfen. Die Eidgenossen liegen momentan zwar weit hinter Österreich, zum Start der nächsten Saison haben sie sich allerdings auf momentan 3,375 Punkte herangearbeitet. Die Schweiz steuert auf eine starke Saison zu, da zum einen die BSC Young Boys die Champions League erreichten und dort sogar Manchester United bezwingen konnten.

Zum anderen feierte der FC Basel einen enorm wichtigen Sieg im Elfmeterschießen des Europa-Conference-League-Playoff gegen den schwedischen Vertreter Hammarby IF. Die "Bebbi" sind mittlerweile auf dem Weg zur alten Stärke, könnten in der Europa Conference League weit kommen und den Schweizern, die mit einem Viererdivisor ausgestattet sind, so viele Punkte einspielen.

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

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