Salzburg-Coach Marsch: "Jeder Fehler gefährlich"

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Es war ein bitterer Abend für RB Salzburg in Madrid.

Trotz 2:1-Führung musste sich das Team von Jesse Marsch am Ende doch dem großen Favoriten Atletico Madrid mit 2:3 geschlagen geben. Trotz Enttäuschung überwog das Positive, das man aus dieser Partie mitnehmen konnte.

Es zeigte aber auch, was Salzburg noch zu den ganz Großen Europas fehlt. "In diesem Turnier ist jeder Fehler gefährlich", urteilte Marsch, nachdem die Partie nach einer Standardsituation in der Schlussphase entschieden wurde. Die Qualität der Einzelspieler, die diese Fehler zu nutzen wissen, ist um einiges höher als vielleicht in den anderen Bewerben, in denen die Bullen vertreten sind.

"Mit so vielen gefährlichen Spielern auf dem Platz sind ein paar Situationen nicht so einfach zu verteidigen", gab der US-Amerikaner leicht zerknirscht zu. Dafür feiern lassen durfte sich Jungstar Joao Felix, der einen Doppelpack inklusive des spielentscheidenden Treffers in der 85. Minute schnürte.

Welche Erleichterung dieser Treffer für Atletico bedeutete, brachte die spanische Sportzeitung "Marca" zum Ausdruck: "Joao vermeidet ein großes Durcheinander bei Atletico." Denn nach der 0:4-Auftaktpleite gegen den FC Bayern schrammte die Elf von Diego Simeone nur knapp am nächsten blauen Auge davon. Lob gab es jedoch für die Salzburger.

Atletico wusste, dass Salzburger schwer zu spielen sind

"Wenn man in der Champions League nicht bei hundert Prozent ist, macht es dir jeder Gegner schwer, und genau das hat Salzburg gemacht. Wir haben gewusst, dass sie schwer zu spielen sind und schnell im Konter, wie ihr zweites Tor gezeigt hat. Es ist ein wichtiger Sieg. Es sind drei lebenswichtige Punkte für uns, speziell nach der harten Niederlage gegen Bayern", merkte Atletico-Torschütze Marcos Llorente an.

Salzburg hatte den Gegner phasenweise unter Kontrolle und nahm etwa Luis Suarez aus dem Spiel, der sogar vorzeitig ausgewechselt wurde. Ein Schachzug von Simeone, der überraschte. Da Felix die Madrilenen jedoch spät erlöste, scheint dieser doch alles richtig gemacht zu haben.

Doch auch der uruguayische Coach hebt Salzburgs Stärken hervor. "Es gibt Teams, die sehr gutes Pressing spielen - wie Betis Sevilla, wie Salzburg. Sie umstellen dich, und wenn du nach Raum suchst, dann findest du ihn mit Pässen, wie wir es öfter getan haben. Das eine Mal, als wir uns nicht befreien konnten, hat das zu ihrem ersten Tor geführt. Es war ein Gegner, der stark über die Außen angreift. Ich vertraue meinen Spielern. Sie haben gut angegriffen, aber wir müssen uns verbessern."

Nach Atletico kommt "das im Moment beste Team der Welt"

Beim 20-jährigen Matchwinner Felix klang das jedoch anders als beim Trainer. Die portugiesische Zukunftshoffnung schwärmte vom Auftritt Atleticos, obwohl man bis in die Schlussminuten vor einem weiteren Rückschlag zittern musste.

"Es war ein großartiges Spiel der ganzen Mannschaft. Wenn wir so spielen, werden die Ergebnisse kommen und wir werden große Spiele gewinnen. Ich versuche, jedes Spiel in der Champions League zu genießen. So will ich weitermachen. Salzburg hat sehr gut angegriffen. Als sie zu Beginn der zweiten Hälfte das zweite Tor erzielt haben, waren wir unachtsam. Aber dann haben wir uns wieder konzentriert und den Sieg geholt."

Salzburg kann zwar nicht auf Zählbares verweisen, jedoch Positives für die Zukunft mitnehmen. Immerhin habe man bewiesen, dass man einen Top-Gegner aus La Liga an den Rande einer Niederlage führen kann. "Für mich ist Atletico Madrid eine der am besten verteidigenden Mannschaften in ganz Europa", meinte zudem Marsch.

Doch die Aufgaben werden nicht leichter, zumindest in der Champions League. Denn da wartet bereits kommende Woche das Duell mit dem deutschen Meister und CL-Sieger Bayern München. Außenverteidiger Rasmus Kristensen weiß, was da auf RBS zukommt: "Noch ein Wahnsinnsspiel gegen einen unglaublich guten, unfassbaren Gegner. Bayern ist für mich im Moment das beste Team der Welt."

Textquelle: © LAOLA1.at

Champions League: Salzburg-Trainer Marsch trotz Niederlage stolz

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