Endstand
5:4
3:2 , 2:2
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Enrique: "Das beste Match, das ich je erlebt habe"

Neun Tore, ein neuer CL-Rekord und unzählige Highlights. PSG und die Bayern machten der Bezeichnung "Königsklasse" alle Ehre.

Enrique: "Das beste Match, das ich je erlebt habe" Foto: © GETTY

Wow, was soll man dazu überhaupt noch sagen?

Paris Saint-Germain und der FC Bayern München liefern im Halbfinale der Champions League eines der besten Spiele aller Zeiten ab, in dem sich PSG am Ende mit 5:4 (!) durchsetzte.

Neun-Tore-Spektakel: PSG gewinnt Halbfinal-Hinspiel gegen Bayern

Neun Tore in einem CL-Semifinale - das gab es zuvor noch nie.

"Unglaublich, fast ein bisschen verrückt"

"Das war ein grandioses Spiel, ich habe selten so ein Spiel auf diesem Niveau erlebt", meint Bayerns Geschäftsführer Sport Max Eberl nach der Partie gegenüber "Sky". Bayern-Torjäger Harry Kane pflichtet ihm bei: "Es war ein sehr intensives Spiel: Neun Tore - unglaublich, fast ein bisschen verrückt, diese Partie. Auch für uns auf dem Platz war es teilweise unglaublich."

Der irre Spielfilm in aller Kürze: Von Beginn an war die Partie wahnsinnig intensiv. Kane eröffnete den Torreigen per Strafstoß, ehe PSG durch Kvaratskhelia und ein Neves-Kopfballtor nach einer Ecke auf 2:1 stellte. Eine starke Einzelaktion von Olise brachte noch nicht den Pausenstand, weil Dembele per Elfer noch auf 3:2 stellte.

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Die zweite Hälfte startete ähnlich rasant - mit dem besseren Beginn für die Franzosen. Denn auf einmal stand es nach einem Doppelschlag 5:2: Kvaratskhelia und Dembele knipsten den Bayern die Lichter aus - vermeintlich. Für ein paar Minuten wirkte es, als wäre PSG schon mit einem Bein im Finale. Doch dann traf Upamecano aus dem Standard, Diaz gelang drei Minuten später sogar noch der Anschluss.

"Das beste Match, das ich als Trainer je erlebt habe"

Noch euphorischer war nach dem Spiel PSG-Chefcoach Luis Enrique. "Ich habe noch nie eine solche Intensität und ein solches körperliches Niveau gesehen. Es war das beste Match, das ich als Trainer je erlebt habe. Wir müssen allen gratulieren."

Der Spanier vertritt sogar die Meinung, dass jeglicher Ausgang nach dieser Fußball-Show gerecht gewesen wäre: "Wir hätten heute den Sieg verdient gehabt, wir hätten ein Unentschieden verdient gehabt und wir hätten die Niederlage verdient gehabt. Es war ein fantastisches Spiel."

Hauptverantwortlich dafür, dass PSG dieses irre Spiel gewann, waren allen voran zwei Akteure. Khvicha Kvaratskhelia (zwei Tore) und Ousmane Dembele (zwei Tore, ein Assist).

Letzter, von der UEFA als Man of the Match ausgezeichnet, sieht am "Canal+"-Mikro sogar Verbesserungsbedarf: "Wir sind mit dem Ergebnis zufrieden, auch wenn wir bei 5:2 gegen Ende etwas nachgelassen haben."

Die Leistungen beider Teams wollte aber auch der Ballon-d'Or-Sieger nicht unter den Tisch kehren: "Es war ein unglaubliches Spiel. Wir wissen, dass Bayern eine großartige Mannschaft ist. Wir aber auch."

Niemals aufgeben

Abgesehen von der Qualität beider Top-Mannschaften sieht PSG-Kapitän Marquinhos noch eine weitere Gemeinsamkeit: "Wir sind zwei Mannschaften mit der Mentalität, niemals aufzugeben, immer Druck zu machen, immer nach vorne zu gehen."

Diese Stärke äußerte sich sowohl bei den Parisern als auch bei Bayern über nahezu die gesamte Spielzeit.

Am stärksten war diese Never-Give-Up-Mentalität aber wohl nach dem 5:2 von PSG zu sehen.

"Gegen eine wirklich prominente Mannschaft geschafft - beinahe zumindest"

Das Spiel schien eigentlich entschieden, ehe Upamecano relativ aus dem Nichts per Kopf auf 3:5 verkürzte. "Wir haben eben diesen Charakter in dieser Saison, haben das schon mehrmals bewiesen", betont Kane zurecht.

Unter anderem gelang schon am Wochenende gegen Mainz eine Wende nach 0:3-Pausenrückstand. Der Unterschied lag an diesem CL-Abend natürlich an der Qualität des Gegners, weshalb sich für den Engländer die Niederlage gar nicht so sehr nach einer anfühlen dürfte: "Jetzt haben wir das gegen eine wirklich prominente Mannschaft ebenfalls geschafft - beinahe zumindest."

Kompany nimmt's gelassen

Bei "Prime Video" äußert sich auch Vincent Kompany zum Match, das der im Hinspiel rot-gesperrte Bayern-Cheftrainer von der Tribüne verfolgen musste.

"Normalerweise: Wenn du fünf Gegentore bekommst auswärts, dann ist es vorbei im Halbfinale, aber wir schießen ja vier und wir können natürlich noch zwei, drei mehr schießen." Entscheidend sei ab jetzt nur das Rückspiel. "Das ist zu Hause und wir müssen gewinnen."

"Man sitzt schon in der Kabine und hat das Gefühl, da ist noch etwas möglich. Wir müssen 'nur' gewinnen", sagt Joshua Kimmich bei "Prime Video".

Was ist in München zu erwarten?

Mit angezogener Handbremse wird wohl keine der beiden Mannschaften im Rückspiel agieren. Das verraten bereits die Aussagen einiger Akteure nach dem 5:4-Spektakel in Paris.

"PSG will einfach nicht anders vorgehen. Und wir auch nicht. So sind beide Mannschaften eben", meint Kompany. Dembele unterstreicht, dass die Pariser ihre "Philosophie nicht ändern werden". Und Marquinhos verspricht: "Es war ein schönes Fußballspiel, so wird es dort drüben wieder sein."

Letztendlich ist der Vorsprung der Pariser nur marginal. "Natürlich haben wir heute zu viele Gegentore bekommen. Aber am Ende steht es 0:1 - und wir haben gezeigt, dass wir mindestens zwei Tore schießen können", meint der angriffslustige Kimmich.

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