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Bayerns Triple-Traum platzt: "Wir waren keine Killer"

Der deutsche Rekordmeister lief lange gegen stark organisierte Pariser an, fand jedoch kaum ein Durchkommen. Am Ende haderte man auch mit dem Schiedsrichter.

Bayerns Triple-Traum platzt: "Wir waren keine Killer" Foto: © GETTY

Aus der Traum vom Triple!

Der FC Bayern München findet in Paris Saint-Germain seinen Meister, spielt zuhause nur 1:1 und scheidet damit nach der 4:5-Hinspielniederlage aus der UEFA Champions League aus (zum Spielbericht >>>).

Vor ausverkauftem Haus versuchte der deutsche Rekordmeister alles, fand aber vor allem offensiv nicht die nötigen Mittel, PSG in Bedrängnis zu bringen. Anders als noch im Hinspiel ließen die Franzosen diesmal kaum was zu und so endet die Reise der Bayern im Halbfinale.

Offensiv fehlte die Durchschlagskraft

"Wir waren heute keine Killer", zeigte sich Bayern-Kapitän Manuel Neuer nach Schlusspfiff am "DAZN-Mikro" enttäuscht. Cheftrainer Vincent Kompany versuchte die Stimmung zu heben: "Ich habe die Fähigkeit, nicht lange enttäuscht zu sein. Wir haben alles versucht. Gratulation an PSG."

Die Partie begann für den Gastgeber denkbar ungünstig. Der überragende Khvicha Kvaratskhelia hebelte Bayerns Viererkette aus und Weltfußballer Ousmane Dembele staubte zur frühen Führung ab (3.).

Bayern versuchte sich gegen den zwei-Tore-Rückstand zu stemmen, hatte viel Ballbesitz, jedoch wenige klare Chancen. "Dieser Schlüsselmoment im Spiel hat einfach gefehlt. Wir waren da, aber vorne in der Box von PSG war das nicht klar genug", kritisierte Neuer die Leistung.

Ertl über Bayern-Aus: "Haben viel mit der Brechstange probiert" >>>

Der Schiedsrichter rückte in den Fokus

Für große Aufregung sorgten zwei Handszenen im ersten Durchgang: Nuno Mendes bekam den Ball von Konrad Laimer an den Arm gespitzelt. Der portugiesische Referee Joao Pinheiro entschied jedoch zuerst auf Hand für Laimer in der Entstehung.

Das konnte der ÖFB-Legionär nicht ganz nachvollziehen: "Ich hatte das Gefühl, dass ich ihn am Bauch berühre und er ihn dann klar an der Hand. Und dann ist es eigentlich klar Gelb. Das wäre seine zweite gewesen. Bitter."

Laimer und Pinheiro werden wohl keine Freunde mehr, war es auch der Portugiese, der beim entscheidenden WM-Quali-Spiel von Österreich gegen Bosnien-Herzegowina den Treffer des Dauerbrenners wegen Foulspiels in der Entstehung aberkannte.

Auch Geschäftsführer Sport Max Eberl äußerte in der Mixed Zone Kritik an der Entscheidung: "PSG hat leider ein herausragendes Spiel gemacht. Wir haben die ein oder andere falsche Entscheidung getroffen und jemand anderer vielleicht auch. Das kann dann den Unterschied in so einem Semifinale machen."

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Bayern fand heute in der PSG-Defensive seinen Meister.
Foto: ©GETTY

Unverständnis bei den Bayern

Die zweite strittige Situation ereignete sich wenige Minuten später: Vitinha traf beim Ausputzversuch Teamkollege Joao Neves im Strafraum am Arm. Pinheiro gab den Elfmeter, weil vom Mitspieler angeschossen, jedoch nicht.

Das sorgte bei Eberl für Verwunderung: "Beim Elfmeter wird es für mich komisch. Die eine Hälfte sagt, das ist ein klarer Elfmeter und die andere sagt, es ist kein klarer Elfmeter. Was ist denn jetzt die Regel? Für mich war es ein Handspiel."

Die Begründung laut International Football Association Board (IFAB) - "teammate to teammate". Wird ein Spieler bei einem Schuss oder Kopfball eines Mitspielers an der Hand oder am Arm getroffen, liegt in der Regel - wenn es sich um eine Klärungsaktion vom Tor weg handelt - kein Handspiel vor.

In der Nachspielzeit kam trotzdem nochmal kurz Hoffnung auf. Harry Kane traf zu seinem 55. Saisontor. Mehr als der Lucky Punch war das aber nicht mehr und so trennten sich die beiden Teams in der Allianz Arena mit 1:1.

Ein Finale steht noch an

Und was bleibt den Bayern nach dem Aus?

Die Meisterschaft ist bereits in der Tasche, zudem steht noch das DFB-Pokalfinale gegen den VfB Stuttgart auf dem Programm: "Wir freuen uns auf das Pokalfinale in Berlin. Da denken wir natürlich jetzt nicht dran, weil jetzt überwiegt natürlich die Enttäuschung", so Neuer.

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