Sturm-Trainersuche: Schnell, aber ohne Zeitdruck

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308 Tage durfte Heiko Vogel beim SK Sturm Graz als Cheftrainer arbeiten.

Damit war die Amtszeit des Deutschen sogar kürzer als jene von Peter Hyballa (343) und Darko Milanic (474), die abgesehen von Langzeit-Coach Franco Foda im letzten Jahrzehnt ebenfalls in Graz tätig waren.

Nach der Erklärung für die Gründe der Trennung von Vogel gilt der Fokus der Verantwortlichen nun der Suche nach einem neuen Mann auf der Trainerbank.

Zeitdruck will man sich dabei keinem aussetzen, wenngleich alle wissen, dass kommendes Wochenende im Heimspiel gegen den SKN St. Pölten dringend drei Punkte benötigt werden.

Kreissl hat sich bereits Gedanken gemacht

"Es gilt der grundsätzliche Zugang: Qualität vor Zeitdruck. Wir müssen uns die Zeit nehmen, eine Entscheidung zu treffen, bei der wir ein gutes Gefühl bekommen", erklärt Sportchef Günter Kreissl.

Auch ihm ist aber klar, dass Sturm angesichts der aktuellen sportlichen Situation "so schnell wie möglich" einen neuen Trainer benötigt. Gedanken, sagt Kreissl, habe er sich bereits gemacht.

Gespräche wurden aber noch keine geführt. "Weil ich es für moralisch nicht gut halte, wenn ich schon vorab die Weichen in eine andere Richtung stelle, ganz im Gegenteil. Wir haben in der letzten Woche noch einmal alles versucht, alles gemeinsam zu hinterfragen, die Mannschaft in ein Kurz-Trainingslager gebracht und alle versucht, einzuschwören. Es wäre ja ganz knapp fast aufgegangen."

Mählich? Sturm kann auch Ablöse zahlen

In puncto Anforderungsprofil will sich Kreissl nur entlocken lassen, dass eine deutschsprachige Lösung bevorzugt wird. "Das Wichtigste ist, dass die Entscheidungsträger auf breiter Basis überzeugt sind, damit der neue Trainer etwas entwickeln kann. Ich kann mir unterschiedliche Typen vorstellen."

Auch den medial bereits kolportierten Roman Mählich? "Ich möchte keine Kandidaten bestätigen, die am Schluss vielleicht nicht ausgewählt werden. Das ist weder für den Kandidaten, noch für uns selbst gut. Ich weiß, dass das medial und für den Fußballfan nicht angenehm ist, aber es geht aus meiner Sicht leider nicht andres", so Kreissl.

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Der frühere Sturm-Mittelfeldspieler wäre aktuell ablösefrei zu haben. Seit seiner Saison beim SC Wiener Neustadt hat Mählich keinen neuen Klub übernommen. Allerdings will Kreissl auch nicht ausschließen, Geld in die Hand zu nehmen, um einen Trainer nach Graz zu lotsen.

Das würde auch Coaches wie Christian Ilzer (WAC) ins Spiel bringen, der in Wolfsberg aktuell nur einen Vertrag bis Saisonende besitzt: "Es ist im Bereich des Möglichen, dass wir je nachdem, wie sich die Kandidaten darstellen, auch darüber nachdenken, Ablöse zu zahlen. Das muss aber in einem Rahmen sein, der für Sturm Graz auch in Ordnung ist. Im Anlassfall werden wir das mit den zuständigen Gremien besprechen."

Kein kompletter Systemwechsel: "Es geht um Details"

Eine komplette Systemumstellung erwartet sich Sturm vom neuen Cheftrainer nicht. Dafür sei die Arbeit von Vogel zu gut gewesen.

"Ich glaube, dass das jetzige Trainerteam die Mannschaft bis zum heutigen Tag gut entwickelt hat. Man sieht an Statistiken wie Torschüsse, Eckbälle, Ballbesitz, etc., dass wir in vielen Spielen in letzter Zeit dominant aufgetreten sind. Ich erwarte mir vom neuen Trainer, dass er in Details Dinge verändert. Ein neuer Trainer ist auch eine neue Ansprache für die Spieler. Er kann vielleicht das Selbstvertrauen des einen oder anderen Spielers heben. Das sind Impulse, die oft ausreichen, um eine Mannschaft, die knapp vor einem großen Erfolg steht, ihn aber noch nicht umsetzen kann, in diese Richtung zu entwickeln", sagt Kreissl.

Kurzfristig sollen Talente-Manager Günther Neukirchner und Joachim Standfest die Mannschaft entwickeln. Letzterer soll auch unter dem neuen Coach im Trainerteam bleiben, wenn es nach Kreissl geht.

Neukirchner coachte Sturm bereits 2014 nach dem Wechsel von Milanic zu Leeds zweimal interimistisch und holte ein 2:2 gegen Altach sowie ein 5:0 im Cup bei Austria Salzburg. "Basierend darauf, dass die Wertschätzung für die Arbeit des Trainerteams eine sehr gute war, sehe ich das definitiv als beste Lösung", sagt Kreissl.

Wie die langfristig beste Lösung heißen soll, werden die kommenden Tage zeigen.


Textquelle: © LAOLA1.at

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