SK Rapid: Der unbesiegbare Dejan Ljubicic

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26. August 2017, Spielertunnel Allianz Stadion. Ein neues Gesicht macht sich bereit, erstmals in der Bundesliga für den SK Rapid einzulaufen.

Sein Verein taumelt, der Start in die neue Bundesliga-Saison war durchwachsen, zudem kassierte man gegen Admira und Sturm zwei Niederlagen Folge, blieb auch davor im Derby (2:2) sieglos.

Es fehlte an Stabilität, vor allem in der Defensive.

Ehe Trainer Goran Djuricin die wohl beste Personalentscheidung seiner bisherigen Rapid-Ära traf. Der 43-jährige Wiener beorderte Kooperationsspieler Dejan Ljubicic vom SC Wr. Neustadt zurück und warf ihn gegen den LASK ins kalte Wasser - seitdem hat Rapid nicht mehr verloren.

Die Ljubicic-Tabelle

Tabelle zwischen dem 6. und dem 14. Spieltag

(Artikel wird unter der Tabelle fortgesetzt)

Rang Verein Spiele Sieg Remis Niederlage Tore +/- Punkte
1 Rapid 9 6 3 0 13:6 7 21
2 Salzburg 9 5 3 1 15:8 7 18
3 Sturm 9 5 2 2 14:6 8 17
4 Admira 9 3 4 2 16:11 5 13
5 Austria 9 3 3 3 15:13 2 12
6 LASK 9 3 3 3 14:15 -1 12
7 Altach 9 3 3 3 12:15 -3 12
8 WAC 9 1 3 5 11:16 -5 6
9 Mattersburg 9 1 3 5 11:18 -7 6
10 St. Pölten 9 0 2 7 6:19 -13 2

Nach 18 Profi-Spielen noch immer ungeschlagen

Der 1:0-Erfolg gegen den Aufsteiger liegt nun bereits fast drei Monate zurück. Der Kreis schließt sich am kommenden Samstag, wenn die Grün-Weißen auswärts wieder auf den LASK treffen.

Dazwischen blieben die Hütteldorfer elf Pflichtspiele lang unbesiegt und etablierten sich in den Top 3 der Liga hinter Sturm Graz und RB Salzburg. Dass der Ursprung dieser Welle der Euphorie eng mit dem erst 20-jährigen Ljubicic verbunden ist, ist dabei kein Zufall.

Ebenso erstaunlich: Ljubicic blieb auch während seiner sieben Erste-Liga-Einsätze für das von Roman Mählich trainierte Wr. Neustadt ungeschlagen. Seit dessen Rückkehr verdrängt er nicht umsonst Thanos Petsos auf die Ersatzbank, der sicher mit höheren Erwartungen nach Hütteldorf zurückgekehrt ist.

(Artikel wird unter der Statistik fortgesetzt)

Seit 2008 trägt der Youngster bereits das Dress des SK Rapid, die Nervosität vor seinem Debüt gegen den LASK war groß. Doch der Shootingstar fand sich schnell zurecht, überzeugte vor allem mit Ruhe und Abgeklärtheit. Ljubicic besticht durch Leistung, macht aber noch dazu andere besser.

Busquets-Fan macht Schwab besser

Mit seiner Zweikampfstärke und dem Auge, Löcher zu stopfen, hält er etwa Nebenspieler Stefan Schwab den Rücken frei. Dieser kann sich durch den Rückhalt in letzter Zeit wieder mehr offensiv einbringen und erinnert phasenweise an seine Glanzzeiten.

Auch seine vier Saisontore hat der Kapitän erst erzielt, als Ljubicic an seiner Seite spielte. Im grün-weißen Lager hört man nur Gutes über den sehr religiösen Kollegen, der immer ein Grinsen im Gesicht trägt und seine positive Ausstrahlung auch auf das Spielfeld überträgt. Steffen Hofmann gibt ihm besonders viele Ratschläge, die er dankend annimmt.

Ein Blick auf die Zweikampfquote zeigt, dass bei ihm noch Luft nach oben vorhanden ist. 41,90 Prozent der Duelle entschied Ljubicic für sich, keine unbedingt außergewöhnliche Quote für einen defensiven Mittelfeldspieler. Doch er ist viel mehr als ein Abräumer.

Sergio Busquets nennt der gebürtige Wiener als Vorbild. Viele Ballkontakte, eine hohe Passgenauigkeit (83,82 Prozent) und das Auge für die Tiefe machen ihn auch spielerisch zu einer Bereicherung für das Spiel der Djuricin-Elf. Zudem erzielte er bereits ein Tor, gegen Salzburg, aus lediglich zwei abgegebenen Torschüssen.

Doch die Entwicklung ist noch lange nicht abgeschlossen. Ljubicic weiß, dass er sich verbessern muss, vor allem körperlich muss er sich noch den Bundesliga-Bedingungen anpassen. Auch spielerisch und im Luftkampf ortet er Potenzial. Trotzdem tut der Sechser Rapid scheinbar gut.

Rasanter Aufstieg und kein Ende in Sicht

So rasant es für den Sohn bosnischer Kroaten aufwärts ging, so rasant soll seine Entwicklung auch weitergehen. Der Defensivspieler durchlief Rapids Nachwuchsmannschaften bis hin zu den Amateuren, wo er Maximilian Wöber nachfolgte - als Kapitän, weil er von Nachwuchsleiter Willi Schuldes gefördert und für dieses Amt vorgeschlagen wurde. Zwei Jahre trug er die Schleife, ehe Wiener Neustadt aufgrund des Kooperationsspieler-Status zum Sprungbrett werden sollte.

Doch anstatt eine Liga weiter unten Spielpraxis und Erfahrung zu sammeln, gestand Sportchef Fredy Bickel einen Fehler ein. Der Schweizer habe Ljubicic trotz vieler Gespräche unterschätzt und ihm nicht sofort den Durchbruch zugetraut.

Deshalb wurden Djuricin und Bickel aktiv, machten ihren Fehler rückgängig und sorgten dafür, dass Ljubicic nach nur sieben Einsätzen in der Ersten Liga bei den Grün-Weißen zum Stammspieler avancierte. Gleichzeitig stieg er in die ÖFB-U21 auf, wo er seither drei Einsätze bestritt.

Am Samstag beim LASK trifft er auf jenen Gegner, gegen den er sein Bundesliga-Debüt feierte. Geht es nach Ljubicic und Rapid soll die Serie des 20-Jährigen sowie jene der Hütteldorfer aber auch in Pasching weitergehen.

Textquelle: © LAOLA1.at

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