Louis Schaub stellt ÖFB-Altstars in den Schatten

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Sobald es auf die internationale Bühne geht, wird der Torhunger in Louis Schaub geweckt.

Die Statistik des 22-fachen Rapid-Leistungsträgers ist eindrucksvoll und nicht erklärbar zugleich. Mit seinem vierten Treffer im erst sechsten ÖFB-Länderspiel schoss er Österreich zum 2:1-Testspielsieg über Uruguay, dabei schrieb er im vierten Einsatz in Folge an.

Und im Europacup wurde ohnehin mit 16 Treffern in 30 Spielen "Euro-Louis" geboren. Nur in der Bundesliga hinkt der Jungpapa hinterher.


VIDEO: Die Highlights der Partie!


Vier Tore in Folge? "Komische Situation"

Dort reichte es mit Rapid erst für 23 Tore in 144 Partien - verbesserungswürdig. Umso mehr genießt Schaub den Moment. Denn seine Torausbeute ist alles andere als eine Selbstverständlichkeit.

"Das ist ein bisschen eine komische Situation, dass ich viermal hintereinander getroffen habe", gibt der Matchwinner fast ein wenig verlegen zu. Denn eine Begründung, warum es für ihn abseits der heimischen Liga, dem täglichen Brot, so gut rennt, hat der Mittelfeldspieler nicht.

"Es ist ja auch oft so im Europacup, dass ich mir das nicht erklären kann. So ist es auch da. Der Ball geht halt dann rein und ich freue mich über jeden Treffer, den ich erziele. Dass wir dann gewinnen, ist natürlich umso schöner."

Dabei kann er sich aber einen selbstkritischen Nachsatz nicht verkneifen: "Wenn ich das bei Rapid auch machen würde, wäre das auch nicht so schlecht."

Nur einer war schneller als Schaub

Seine Statistik im Nationalteam strahlt in noch grellerem Licht, da Schaub unter Marcel Koller bzw. nun Franco Foda mit Ausnahme des Spiels gegen Moldawien immer nur als Joker zum Zug kam - aber in dieser Rolle stach.

Mit seinen vier Treffern nach nur sechs Länderspielen lässt er einige rot-weiß-rote Fußballgrößen hinter sich. In den letzten 30 bis 40 Jahren kam nur einer schneller zu vier Treffern: Kurt Jara (siehe Statistik).

Statistik: Wer traf in seinen ersten 6 Länderspielen wie oft?

Spieler (ÖFB-Tore gesamt)* Tore nach 6 Länderspielen
Toni Polster (44) 1
Hans Krankl (34) 1
Marc Janko (28) 2
Andreas Herzog (26) 3
Walter Schachner (23) 3
Marko Arnautovic (16) 2
Martin Harnik (15) 1
Kurt Jara (14) 4
Andreas Ogris (12) 2
Heimo Pfeifenberger (9) 2
Marcel Sabitzer (5) 2
Ralph Hasenhüttl (3) 3
Rupert Marko (3) 3 (nur 3 Länderspiele)
LOUIS SCHAUB (4) 4

* keine Gewähr auf Vollständigkeit, Stichproben sollen als Vergleich dienen

Allerdings brauchte Schaub nur 238 Minuten für seinen Quattropack, Jara hingegen stand in jenen drei Spielen jeweils 90 Minuten, also 270 Minuten auf dem Platz. Rupert Marko gelangen hingegen drei Tore in einem Spiel gegen Ungarn - es sollten jedoch seine einzigen drei ÖFB-Tore bei nur drei Länderspiel-Einsätzen bleiben.

Auch die Serie, in vier Länderspielen in Folge zu treffen, schafften nicht viele. Der Letzte, dem dieses Kunststück gelang, war Toni Polster. Der ÖFB-Rekordtorschütze (44 Treffer) hatte 1995 zwischen März und August gegen Lettland (5:0), Liechtenstein (7:0) und Irland (3:1) jeweils zweimal und gegen Lettland (2:3) einmal getroffen.

Schaub schreibt mit seinen Toren derzeit somit Geschichte. Interessant ist auch, wie lange andere Top-Torjäger brauchten, um überhaupt vier Treffer im Nationalteam zu erzielen (siehe Statistik).

Statistik: Wer brauchte wie lange für vier ÖFB-Team-Tore?

Spieler (ÖFB-Tore gesamt) 4 Tore nach wievielen Länderspielen?
Toni Polster (44) 11
Hans Krankl (34) 10
Marc Janko (28) 11
Andreas Herzog (26) 35
Walter Schachner (23) 7
Marko Arnautovic (16) 9
Martin Harnik (15) 24
Peter Stöger (15) 35
Kurt Jara (14) 3
Andreas Ogris (11) 26
Heimo Pfeifenberger (9) 11
Marcel Sabitzer (5) 24
LOUIS SCHAUB (4) 6

Mit Arnautovic rennt der Schmäh

Schaub steckt sich natürlich persönliche Ziele und will nicht ewig als Joker im rot-weiß-roten Dress auflaufen. Trotzdem macht er sich in dieser Hinsicht keinen Druck, denn: "Sicher will ich von Anfang an spielen, aber wenn ich immer als Joker treffe, ist es auch nicht so schlecht."

Anders als bei Stammklub Rapid, wo er hauptsächlich auf den Außenpositionen zum Einsatz kommt, absolvierte die Zukunftshoffnung die besten Partien im ÖFB-Team in der Zentrale hinter den Spitzen. Wohl fühlt sich Schaub jedoch auf allen offensiven Positionen - außer ganz vorne, wie er offen zugibt.

Foda weiß, was er an Schaub hat und lobte ihn nicht nur aufgrund seines Treffers gegen Uruguay über den Klee. "Er hat gesagt, ich soll Risiko nehmen und neuen Schwung reinbringen. Ich glaube, dass habe ich ganz gut umsetzen können", verrät der Torschütze die Worte des Teamchefs vor seiner Einwechslung.

Wie der Treffer schlussendlich resultierte? Danach fragt in Bälde schon keiner mehr. Der Rapidler musste sich in der Mixed Zone auch von Marko Arnautovic aufziehen lassen. "Ehrlich, war das mehr ein Schuss oder eine Flanke?", fragte dieser vor versammelter Presse. Schaub musste mit einem Schmunzeln zugeben: "Ich wollte mehr flanken."

Doch abseits des Schmähs weiß auch Arnautovic, dass Schaub dem ÖFB-Team gut tut: "Ich bin richtig froh für ihn, man weiß, dass er viele Qualitäten hat, das zeigt er immer wieder."

Klarer Wandel bei Schaub erkennbar

Dass der Sohn des leider viel zu früh verstorbenen Ex-Admiraners Fred Schaub gute Standardsituationen treten kann, ist bekannt. Bei diesem Freistoß, der an Freund und Feind vorbei ging, war jedoch auch das Quäntchen Glück dabei.

"Der Ball ist gut gekommen, ist noch aufgesprungen und es hätte auch noch ein Spieler von uns den Ball erwischen können. Dass er dann ins Tor geht, ist natürlich Glück für mich. Aber ich muss ihn natürlich so bringen, dass er im Fall der Fälle aufs Tor geht", erklärt Schaub.

Seit der Geburt seines Sohnes Nino im August tritt der stolze Papa viel selbstbewusster auf, das Strahlen verschwindet kaum noch von seinem Gesicht. Der Erfolgslauf des SK Rapid und seine jüngsten Erfahrungen im Nationalteam machen das Gesamtpaket komplett.

Wie es weitergeht, ist für Schaub schwer vorherzusagen. Fakt ist jedoch, dass er wohl noch viele Wochen und Monate an diesem Torschnitt im ÖFB-Nationalteam gemessen wird.







Die besten Bilder von Franco Fodas Premiere als ÖFB-Teamchef gegen Uruguay:

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Textquelle: © LAOLA1.at

ÖFB-Team nach Uruguay zwischen Stolz und Selbstkritik

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