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Senft: Ein Abschied zwischen Stolz und knappen "Leider Neins"

Maximilian Senft verlässt Ried mit viel Genugtuung hinsichtlich der sportlichen Entwicklung, auch wenn die verpassten Erfolge (noch) wehtun.

Senft: Ein Abschied zwischen Stolz und knappen "Leider Neins" Foto: © GEPA

Nach über drei Jahren ging die gemeinsame Zeit der SV Ried und Maximilian Senft im Westen Wiens zu Ende.

Ein Moment, der sich schon ankündigte - mit ersten aufgegangenen Türen im Winter, durch die der 36-Jährige nicht schritt. Der Karlsruher SC war nun verlockend.

Der Weg endet nicht mit der ersten Europacup-Teilnahme der SV Ried seit 14 Jahren, aber mit einer sehr respektablen Saison: Lange in der Diskussion um die Meistergruppe, bis zum letzten Spiel im Rennen um das internationale Ticket und hauchdünn am Finale im UNIQA ÖFB-Cup vorbeigeschrammt.

Eine feine Aufzählung für die Ansprüche eines Aufsteigers, aber die knapp verpassten Meilensteine hinterließen dennoch einen fahlen Beigeschmack bei Senft: "Ich empfinde ganz viel Stolz für das, was wir diese Saison geschafft haben. Gleichzeitig, so ehrlich bin ich: Wir waren dreimal knapp dran, wirklich für Sensationen zu sorgen. Also das tut schon weh."

Mehr als nur lang schlagen

Es wird aber mehr richtig gelaufen sein, wenn der Trainer eines österreichischen Mittelständlers den Schritt nach Deutschland gehen kann.

Daher werden die Enttäuschungen maximal über den Urlaub hinweg nachwirken, ehe der Blick nach Karlsruhe geht.

"Im Herbst haben wir uns von vielen anhören müssen, dass wir eigentlich nur lang schlagen können. Aber man hat gesehen, dass sich diese Mannschaft hervorragend entwickelt und feinen Fußball gespielt hat", war der scheidende Ried-Trainer von den Darbietungen seines Teams überzeugt.

Consistency is key

"Als wir in die Bundesliga reingestartet sind, hat keiner gewusst: Wird das jetzt reichen? Es gab viele kritische Stimmen, dass wir in der Bundesliga nicht so hoch anlaufen können. Aber die Mannschaft hat von Anfang an in dieser Kernidee gut performt und Punkte geholt", war das Resümee aus dieser Sicht zufriedenstellend.

Besonders, dass der Ansatz im unteren Playoff, "wo extrem viel existenzieller Druck auf den Verein herrscht", weiterentwickelt wurde. "Das macht mich eigentlich so stolz, denn das passiert selten."

Darum gehe das Kompliment an Rieds Team, unter diesem Druck standgehalten zu haben. "Gemeinsam mit dem, dass wir über die komplette Saison hinweg brutale Leistungskonstanz hatten. Es gab nie lange Phasen, in denen wir nicht gut gespielt haben, es waren nur vereinzelte Spiele."

Der Jungspund und die alten Hasen

Bei allen Verweisen auf sein Team war Ried vor allem für Senft als jungen Trainer eine Reifeprüfung, die als bestanden betrachtet werden kann.

"Ich durfte mich speziell mit unseren Führungsspielern sehr im Thema 'Umgang mit erfahrenen Spielern' weiterentwickeln", strich der erst 36-Jährige hervor, der den Cheftrainer-Posten mit 33 antrat.

"Ich habe immer den Zugang gewählt, dass diese erfahrenen Spieler, die teilweise länger im Profifußball tätig sind als ich, immer einen ganz wertvollen Beitrag leisten und mit mir unter vier Augen hart ins Gericht gehen können. Dank unserer erfahrenen Spieler konnte ich da wahrscheinlich die größten Schritte machen."

Bald wird sich weisen, ob das Gelernte bei einer deutlich größeren Aufgabe hilft.

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