Endstand
2:3
1:1 , 1:2
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Salzburg versinkt im Fehlermeer: "Geht um die Häufigkeit"

Die "Bullen" luden den LASK im Freitags-Kracher quasi zum Toreschießen ein und blieben selbst unkreativ. Der Meistertitel ist so gut wie abgeschrieben.

Salzburg versinkt im Fehlermeer: "Geht um die Häufigkeit" Foto: © GEPA

Über fehlende Salzburger Gastfreundlichkeit braucht sich der LASK nach dem freitäglichen Kracherspiel (Spielbericht>>>) in der ADMIRAL Bundesliga nicht beschweren.

Die "Bullen" luden die Linzer in der Red Bull Arena zu so vielen Möglichkeiten - teils durch horrende Abspielfehler, teils durch unreife Zweikampfführung und ganz zum Schluss durch ein völliges Blackout im eigenen Strafraum - ein, dass Salzburg-Coach Daniel Beichler nach der Partie festhalten muss:

"Sie hätten noch die eine oder andere Situation besser ausspielen können, uns anhand der Anzahl an leichten Fehlern, die wir gemacht haben, noch viel mehr weh tun können."

Schlager nimmt seine Mitspieler in die Pflicht

"Ich bin jetzt seit drei Jahren da und seit drei Jahren haben wir ähnliche Themen."

Alexander Schlager

Der steirische Trainer spricht nicht nur deshalb von einer "absolut verdienten" Niederlage seiner Mannschaft. "Der LASK war einfach besser und reifer als wir, wir waren zu fehleranfällig."

Diese Fehleranfälligkeit ist keine ganz neue Problematik der immer schwerer kriselnden Salzburger. "Kein Mensch ist fehlerfrei, es werden immer Fehler passieren, aber es geht dann schon um die Häufigkeit", nimmt Goalie Alex Schlager speziell seine Mitspieler aus der Abwehr in die Pflicht.

Er seufzt: "Ich bin jetzt seit drei Jahren da und seit drei Jahren haben wir ähnliche Themen. Wir enttäuschen einmal mehr die Fans, für die tut es mir eigentlich am meisten leid."

Pechvogel Krätzig: "Nehme ich auf meine Kappe"

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Krätzig nimmt den Verlusttreffer seine Mannschaft auf seine Kappe
Foto: ©GEPA

Genau so lang wie Schlager ist mittlerweile Kapitän Mads Bidstrup an Bord. Der Däne meint angesprochen auf die vielen Aussetzer seiner Mannschaft: "Das kann man nicht trainieren, das sind ganz einfach individuelle Fehler."

Der wohl schwerste individuelle Fehler unterlief am Freitag mit Frans Krätzig ausgerechnet dem bis zu diesen Zeitpunkt besten Salzburger. Beim Linzer Siegtreffer durch Xavier Mbuyamba verlor er völlig die Übersicht am eigenen Fünfer.

"Fußball ist ein Fehlersport, aber das darf mir nicht passieren. Das nehme ich auf meine Kappe", entschuldigt sich der Deutsche am "Sky"-Mikro.

Der nächste schwere Rückschlag

Nach dem Duell gegen den LASK gilt festzuhalten: Immer wenn ein Strohfeuer aufzuflackern beginnt - auch wenn dieses im aktuellen Falle mit einem glücklichen 2:1-Sieg in Hartberg diesmal wahrlich keine große Brennkraft aufwies - folgt auch schon der nächste Salzburger Rückschlag.

"Ich hätte mir erwartet, dass uns das Hartberg-Spiel etwas Leichtigkeit geben würde. Aber im Laufe des Spiels sind wir wieder in gewisse alte Muster zurückgefallen", schüttelt Beichler den Kopf.

Die Fehleranfälligkeit seiner Mannschaft ist dabei nur einer - wenn auch der schwerwiegendste - Aspekt der Niederlage, die erneute völlige Unkreativität bei eigenem Ballbesitz der andere; die beiden Salzburger Treffer am Freitag waren einzig das Resultat aus individuellen Geistesblitzen.

"Wir haben es nicht geschafft, den Gegner großartig durchzubewegen oder die Linien zu brechen", konstatiert Beichler.

"Die Offensive gewinnt Spiele und die Defensive Meisterschaften" - und Salzburg weder noch

Anders als noch nach der ersten Halbzeit vergangene Woche in Hartberg, als der Jungtrainer recht erbost über den lethargischen Auftritt seiner Mannschaft in Durchgang eins war, würde er die Pleite gegen den LASK "überhaupt nicht an der Einstellung festmachen".

Auch betont er: "Die Jungs halten zusammen, sie sind schon ein gutes Kollektiv."

Für Beichler liegt die Hauptproblematik viel eher weiterhin darin, "dass zwischen dem theoretischen Potenzial und dem, was wir tatsächlich auf den Platz bekommen, eine große Differenz da ist". Der 37-Jährige werde "weiterhin nichts unversucht lassen, damit wir stabiler werden".

Passend dazu Schlager: "Der Spruch, dass die Offensive Spiele gewinnt und die Defensive Meisterschaften, kommt nicht von irgendwo."

Meisterschaft adé? Nur Bidstrup glaubt noch dran

Davon, heuer noch eine Meisterschaft zu gewinnen, sind die Salzburger nach der Pleite gegen den LASK meilenweit entfernt - der SK Sturm kann mit einem Derby-Sieg gegen Hartberg am Sonntag auf sieben Punkte davonziehen. "Dann brauchen wir nicht mehr über irgendwas Großes reden", weiß Schlager.

Beichler sieht ähnlich geringe Chancen: "Wir sind nicht in der Position und der Rolle, vom Meistertitel zu sprechen - unabhängig vom Tabellenstand."

Einzig Bidstrup hat noch Hoffnung: "Es sind noch sechs Spiele, in dieser Liga geht es wirklich schnell. Jeder kann jeden schlagen."

Allerdings die Salzburger werden in dieser Liga niemanden schlagen können, wenn sie ihre Gegner weiterhin förmlich zum Toreschießen einladen. So ehrlich muss man sich in der Mozartstadt sein.

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