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Rapid vor Rückspiel mit dem Rücken zur Wand

Während die Rieder nach dem Hinspiel auf einer Erfolgswelle surfen, will Rapid vor eigenem Publikum die Wende schaffen.

Rapid vor Rückspiel mit dem Rücken zur Wand Foto: © GEPA

Am Ende einer verkorksten Saison steht Rapid am Montag (17 Uhr im LIVE-Ticker >>>) im Rückspiel des Europacup-Play-offs der Bundesliga vor einem Kraftakt.

Drei Tage nach dem 1:2 in Ried muss Grün-Weiß die Wende schaffen, um das erstmalige Europacup-Blackout seit sieben Jahren abzuwenden.

Ried aber kommt nach drei Siegen gegen Rapid en suite mit breiter Brust. "Wenn es eine Mannschaft schaffen kann, dann unsere", sagte Coach Maximilian Senft vor seinem letzten Spiel mit den Wikingern.

Form spricht gegen Rapid

Betrachtet man die Formkurve, spricht wenig für die Hausherren. Die mussten zuletzt vier Niederlagen in Folge einstecken, die Siegesgöttin hat sich rar gemacht beim Team von Johannes Hoff Thorup. Seit einer starken Phase im Februar und März gelang in den vergangenen zwei Monaten bei sechs Niederlagen und zwei Remis nur noch ein Sieg.

Dass in den jüngsten sechs Partien nur drei Tore erzielt wurden, verleiht den Hoffnungen auf eine Aufholjagd am Montag auch keine Flügel.

Im Duell um einen Startplatz in der zweiten Qualifikationsrunde der Conference League steht nicht zuletzt die Aussicht auf viel Geld am Spiel. Von der CoL-Ligaphase ist der Sieger zwar noch drei Runden entfernt, dann aber bringt alleine der Antritt über 3 Millionen Euro ein.

Die sind bei Rapid zwar nicht budgetiert, wären aber höchst willkommen. Etwa für die Finanzierung eines neuen Goalgetters wie des 31-jährigen Dänen Tonni Adamsen von Silkeborg, der nach Sky- und Kurier-Informationen bereits unterschrieben hat (Alle Infos >>>).

Seidl: Niederlagenserie "keine Ausrede"

Von der absteigenden Formkurve will sich Kapitän Matthias Seidl nicht irre machen lassen. "Wir haben schon einige Niederlagen mitnehmen müssen, schon ein paar Spiele hintereinander verloren, das kann also keine Ausrede für Montag sein", betonte der Salzburger.

Eines darf laut Hoff Thorup im Rückspiel jedenfalls nicht passieren. "Wir haben zu viele Freistöße, Ecken und Einwürfe hergegeben", lamentierte der Däne nach dem 1:2, beide Gegentore fielen nach ruhenden Bällen. Dabei wäre man gewarnt gewesen.

Auch die Lage in der Personalabteilung lässt nicht unbedingt Euphorie aufkommen. Nenad Cvetkovic, Benedeguz Bolla und Lukas Grgic sind mehr als fraglich, bei ersteren beiden besteht aber Hoffnung. Die darf auch der Blick zurück spenden.

Im Vorjahr stand man im EC-Play-off gegen den LASK nach einem 0:2 mit dem Rücken zur Wand, drehte die Sache aber noch mit einem 3:0-Heimsieg - das Goldtor von Ercan Kara fiel in der Nachspielzeit.

Ried will "den Goliath wackeln lassen"

Ganz anders ist die Stimmungslage im Innviertel. Die erste Europacup-Teilnahme seit 14 Jahren vor Augen, fährt Ried frohen Mutes nach Wien. Der Aufsteiger des Jahres 2025 weiß das Momentum auf seiner Seite, wurde im Hinspiel von Rapid recht selten in echte Verlegenheit gebracht.

Auf "beeindruckende Weise" habe seine Truppe das Spiel gewonnen, schwärmte Senft am Freitagabend. Für den 36-Jährigen fällt im Westen Wiens nach drei Jahren der Vorhang bei Ried, er wechselt im Sommer zum deutschen Zweitligisten Karlsruhe.

Von Personalsorgen bleibt aber auch er nicht verschont. Abwehrchef Michael Sollbauer musste im Hinspiel ausgetauscht werden, steht am Montag aber zumindest im Kader. Offensivass Antonio Van Wyk hingegen wird - wie schon zuletzt - sicher fehlen.

So oder so will Senft "den Goliath wackeln lassen", wie er betonte. Der knappe Vorsprung soll keineswegs nur verteidigt werden. "Auf Unentschieden spielen, kennt die Mannschaft nicht", stellte er klar und appellierte nach einer langen Saison an die Aktivierung der letzten Kräfte: "Es wird darum gehen, die Zitrone komplett auszupressen."

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