Rapid-Rot und Salzburg-Tore erhitzen Gemüter

 

Der Schlager zwischen dem SK Rapid und RB Salzburg hat nicht ganz das gehalten, was er versprochen hat.

Am Ende setzten sich die Mozartstädter klar und deutlich mit 3:0 (1:0) in Wien-Hütteldorf durch (Spielbericht >>>) und sorgten möglicherweise schon für die endgültige Vorentscheidung im Titelkampf.

In der ersten Halbzeit konnten die Hütteldorfer das Spiel trotz 0:1-Rückstands nach einer Standardsituation noch offen halten, in Erinnerung bleibt jedoch jene Szene unmittelbar nach dem Pausenpfiff, die Rapids Pläne für die zweiten 45 Minuten komplett über den Haufen warf. Die Rote Karte für Abwehrchef Maximilian Hofmann sorgte für Unverständnis und Aufregung bei Rapid - nicht nur der Übeltäter selbst tobte.

Es war aber nicht die einzige diskussionswürdige Entscheidung an diesem Abend - denn gleich zwei aberkannte Salzburg-Tore hätten zählen müssen.

Hofmann: "Das ist nicht einmal ein Foul"

Rapid tobte aufgrund des Ausschlusses nur 26 Sekunden nach Seitenwechsel. Auch nach dem Videostudium ist sich Hofmann keiner Schuld im Zweikampf mit Patson Daka bewusst.

"Er rennt in mein Knie rein. Von mir aus kann er Foul geben, aber meiner Meinung nach ist das kein Torraub, wenn er vom Tor wegrennt und keine Chance auf den Ball hat. Foul meinetwegen, aber Torraub nicht", erklärt sich der Verteidiger noch bevor er einen Blick auf die Wiederholung wirft.

Die heiße Szene siehst du HIER:

Nachdem er die Szene gesehen hat, meint er lächelnd: "Wenn ich es so sehe, glaube ich nicht einmal, dass es ein Foul ist. Im Duell habe ich was gespürt, aber nicht am Knie, wo er es anzeigt. Er haxelt komplett selbst rein. Richie (Anm.: Strebinger) ist auch noch da. Für mich ist das kein Foul und keine Rote."

Kühbauer: "Die Hilfe der Schiedsrichter braucht Salzburg gar nicht"

Auch Trainer Didi Kühbauer wird mit der Szene konfrontiert und meint nach dem Spiel gegenüber den Medien: "Man steht weit weg, aber man hat ein gewisses Gespür für eine Situation. Was soll ich großartig drauf sagen? Wenn ich es sage, meinen wieder alle, der Schiri wäre schuld. Ich würde es gerne von ihm hören. Was ich dazu sage: Wenn Maxi eine Matchsperre kriegt, ist es sehr hart."

Die Meinungen gingen nach dem Spiel auseinander. Für die einen war es ein zu gebender Ausschluss, andere suchten vergeblich nach dem Foulspiel. Zu jenen zählte auch Kühbauer.

"Ich habe es öfter gesehen - eine sehr, sehr harte rote Karte. Die Hilfe der Schiedsrichter braucht Salzburg gar nicht. Es ist sowieso fast schwerer, mit Salzburg nicht Meister zu werden. Es ist eine Truppe, die einfach gut ist. Trotzdem ärgert es mich, weil wir nicht abgerufen haben, was wir können."

Zwei klare Salzburg-Tore nicht gegeben

Für Rapid war die Partie nach einer ohnehin schon schwachen ersten Halbzeit damit gelaufen, Salzburg spielte seine Stärke aus. Doch auch die Salzburger hätten früher für klare Verhältnisse sorgen können. Zum einen aufgrund vieler Unkonzentriertheiten, zum anderen aufgrund zweier zu unrecht aberkannter Tore.

In der 10. Minute wurde das vermeintliche 1:0 durch Daka wegen Abseits aberkannt - ein Fehlentscheidung, denn der RBS-Stürmer war nicht vorne. In der zweiten Halbzeit zählte ein abgefälschter Mwepu-Schuss in der 79. Minute nicht - sein vermeintlicher Kollege, der das Sichtfeld von Strebinger beeinträchtigen hätte können, stand jedoch weit weg - eine klare Fehlentscheidung.

Durchaus Grund zum Ärgern für alle Beteiligten bei Salzburg, denn in einer engen Partie können Entscheidungen wie diese das Spiel auf den Kopf stellen. Trainer Jesse Marsch ärgerte sich, weil dadurch Daka seinen vereinsinternen Rekord von acht Spielen in Folge mit Toren nicht fortsetzen konnte.

Gleichzeitig, ohne speziell auf die beiden Szenen einzugehen, kritisierte er, dass in Österreich noch kein Video-Schiedsrichter im Einsatz ist und dieser zu spät kommt:

Kurioses Deja-vu mit Schüttengruber

Es ist nicht das erste Mal, dass Manuel Schüttengruber sich nach einem Schlagerspiel Kritik Gefallen lassen muss. Vor allem wissen sowohl Rapid, als auch Salzburg davon ein Lied zu singen.

Denn die Besetzung des großen Bundesliga-Schlagers, der richtungsweisenden Charakter für den Endspurt der Meistergruppe hatte, kann im Nachhinein als durchaus kurios bezeichnet werden.

Denn wie schon im Vorjahr beim klaren 7:2 der Salzburger in Wien wurde das exakt gleiche Schiedsrichter-Gespann eingesetzt. Diskussionen gab es aber schon damals zuhauf, wenn man sich zurückerinnert. Damals zählte ein Okafor-Tor zum 1:1 trotz vorangegangener Abseitsstellung von Daka - anders als diesmal. Vor dem 2:1 wurde ein Foul an Greiml reklamiert, zudem wurde Rapid nach Foul von Vallci an Fountas ein Elfmeter verwehrt.

Rapid-Coach Kühbauer kann die Besetzung scheinbar nicht ganz nachvollziehen: "Ich bin nicht der Entscheidungsträger, die werden sich schon was dabei denken. Ob sie lange nachdenken, ist die andere Frage."

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

LAOLA Meins - Tags folgen

KOMMENTARE..