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Neuer violetter Weg: FAK mit 8 Akademie-Kickern gegen Salzburg

Nachdem Austria-Coach Helm sich im Herbst noch gegen die Kritik, er würde zu wenige Eigenbauspieler einbauen, wehren musste, geht sein Kader nun fast vor Youngsters über.

Neuer violetter Weg: FAK mit 8 Akademie-Kickern gegen Salzburg Foto: © GEPA
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Es war sicherlich einer der skurrilsten Momente der jüngeren Bundesliga-Geschichte.

Ende November 2025, im Rahmen einer Vorschau-Pressekonferenz der Wiener Austria vor einem Duell mit der WSG Tirol, setzte FAK-Coach Stephan Helm unaufgefordert zu einer schlussendlich fast neunminütigen Brandrede an, in der er sich - mit einigen Spickzetteln bewaffnet - gegen die im Zuge der U17-Weltmeisterschaft vorgebrachte Kritik, beim FAK würden Eigenbauspieler zu wenig gefördert werden, wehrte.

In naher Zukunft wird es einer solchen Brandrede nicht mehr bedürfen.

Beim Schlagerspiel zum Bundesliga-Frühjahrsauftakt gegen den FC Red Bull Salzburg (Spielbericht>>>) nominierte Helm gleich acht ehemalige Akademie-Spieler, die 23 oder (viel) jünger sind, für den Matchtags-Kader. Fünf von ihnen kamen auch zum Einsatz, zwei davon von Beginn an.

Die U23-FAK-Eigenbauspieler im Kader gegen Salzburg:

Spieler (Alter)

Spielminuten gegen Salzburg

Vertrag bei der Austria bis

Sanel Saljic (20)

62

2030

Philipp Maybach (18)

62

2028

Konstantin Aleksa (18)

28

2028

Ifeanyi Ndukwe (17)

-

2028 (Liverpool mit Vorkaufsrecht im Sommer 2026)

Vasilije Markovic (17)

9

2028

Romeo Vucic (23)

-

2027

Dejan Radonjic (20)

28

2027

Marijan Österreicher (20)

-

2027

"Kein einziger hat irgendetwas geschenkt bekommen"

Das Thema Eigenbauspieler sei ihm damals "zu groß geworden", sagt Helm mit etwas Abstand. Normalerweise sei er eher ein Mann der Taten statt Worte, umso stolzer ist er auf den am Freitag mit vielen violetten Eigenbauspieler gespickten Spielberichtsbogen.

"Aber das ist sicher nicht mein Verdienst, und auch nicht der von ein oder zwei Personen, sondern von allen Mitarbeitern. Wir haben schon im Sommer einen ganz großen Schritt in diese Richtung gemacht und die zweite Linie mit jungen Spielern nachbesetzt. Jetzt haben wir punktuell noch den ein oder anderen jungen Spieler nachrücken lassen", hält der violette Übungsleiter fest.

Helm betont einerseits, dass diese Spieler nicht einfach aufpoppen würden, "sondern im Hintergrund steckt ganz viel Arbeit dahinter", anderseits ist es ihm wichtig festzuhalten, dass sie allesamt verdient im Profi-Kader stehen würden: "Heute ist kein einziger Junger auf dem Platz gestanden, der irgendetwas geschenkt bekommen hat. Jeder von ihnen hat mir den Eindruck vermittelt, dass er der Mannschaft zum Erfolg verhelfen kann."

Markovic debütierte ausgerechnet in Salzburg

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Markovics Wechsel zu Salzburg schien schon nur mehr Formsache zu sein, am Mittwoch unterschrieb er einen neuen Vertrag bei der Austria
Foto: ©GEPA

Dies gilt nicht zuletzt für Vasilije Markovic. Der 17-Jährige verbrachte den Großteil des Herbsts noch in der U18, gab erst im Dezember, nach seiner erfolgreichen Teilnahme an der U17-Weltmeisterschaft, sein Debüt für die Young Violets, und ist jetzt schon fix im Profikader eingeplant.

Am Freitag ermöglichte Helm dem Mittelfeldspieler sein Bundesliga-Debüt - und das ausgerechnet gegen jenen Verein, der großes Interesse an einer Verpflichtung im kommenden Sommer hatte, ehe Markovic diese Woche bei der Austria verlängerte.

"Er ist bei uns ins Training reingestartet und hat wirklich einen Esprit reingebracht. Er hat die Fähigkeit, extrem aggressiv zu sein, hat eine hohe Kapazität im Laufen. Mit der Euphorie von der WM hat er einen Riesensprung gemacht", schwärmt der FAK-Coach von seinem Debütanten.

Dem aber ebenfalls nicht geschenkt worden sei: "Er hat gezeigt, dass er der Mannschaft helfen kann. In dem Moment, in dem jemand der ersten Mannschaft helfen kann, erfolgreich zu sein, nehme ich das natürlich sehr gerne an."

Die Routiniers machen es möglich

Die Integration all dieser Akademie-Absolventen - neben den bereits aufgezählten Kadermitgliedern im Spiel in Salzburg durften sich beim Winter-Trainingslager in Side zusätzlich noch Stefan Blazevic (19), Daniel Nnodim (18), Dominik Nisandzic (19) und Romeo Mörth (18) beweisen - sei nur aufgrund der Bereitschaft der vielen Routiniers dazu im Kader möglich.

"In dem Zusammenhang muss ich auch den arrivierten Spielern ein Kompliment machen. Die sind total offen, die arbeiten aktiv daran, dass die Jungs integriert werden, auch daran, dass sie wissen, was es bedeutet für die Wiener Austria in der Bundesliga zu spielen. Das kriegt keiner geschenkt", so Helm.

Einer dieser von ihm angesprochenen Spieler ist Kapitän Manfred Fischer. "Ich habe den Jungs gesagt: Sie haben die Chancen, bei Austria Wien dabei zu sein, aber die müssen sie auch nutzen. Darauf werden wir jeden Tag schauen, dass das umgesetzt wird. Wenn nicht, kriegen sie einen Arschtritt von uns", erklärt der 30-Jährige gewohnt trocken.

Er spricht von einer aktuell "sehr guten Mischung" im Kader. Das sieht auch Helm so: "Ein junger Spieler bringt vielleicht etwas anderes ein als ein älterer. Der Mix macht es aus."

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