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Nach heimlichen Aufnahmen: Altach arbeitet an Präventionskonzept

Die Vorarlberger wollen im März ein umfassendes Präventions- und Kinderschutzkonzept vorstellen. Einen Fragenkatalog des Sportministeriums habe der Klub inzwischen beantwortet.

Nach heimlichen Aufnahmen: Altach arbeitet an Präventionskonzept Foto: © GEPA

Der SCR Altach hat inzwischen den Fragenkatalog des Sportministeriums in der Causa um einen Ex-Mitarbeiter beantwortet, der in Umkleiden heimlich Spielerinnen gefilmt haben soll.

Der für seine Reaktion kritisierte Verein erarbeitet nun mit dem ASVÖ, dem Vorarlberger Fußballverband und Fachstellen ein umfassendes Präventions- und Kinderschutzkonzept. Dieses könne auch anderen Vereinen als Grundlage dienen, hieß es. Der Ex-Funktionär steht am 23. Februar vor Gericht.

Kritik an unzureichender Reaktion des Vereins

Ende Oktober 2025 waren im Zuge von Ermittlungen zu Missbrauchsfotos Untersuchungen gegen den ehemaligen Altach-Mitarbeiter bekannt geworden.

Der Verein, der stets seinen Aufarbeitungswillen beteuert hat, wurde in der Folge von Opfern für eine unzureichende Reaktion und mangelnde Hilfestellung kritisiert. Das Sportstaatssekretariat verlangte daraufhin den Nachweis der Einhaltung von Präventionsmaßnahmen und sandte Ende Dezember einen bisher nicht öffentlichen Fragenkatalog an den Klub.

Dieser Katalog sei inzwischen beantwortet, Förderkürzungen hätten nicht im Raum gestanden, hieß es auf Anfrage dazu im Sportministerium.

Sport-Staatssekretärin Michaela Schmidt (SPÖ) gehe es "explizit nicht darum, einzelne Vereine zu kritisieren – sondern gemeinsam in der Sportlandschaft aus Vorfällen so zu lernen, dass wir eine sichere Sportausübung für alle gewährleisten können".

Der Verein habe "glaubhaft vermittelt", die Geschehnisse mit der Kinder- und Jugendanwaltschaft und dem Fußball-Landesverband aufzuarbeiten sowie zusätzliche Präventionsmaßnahmen zu implementieren.

Erste Maßnahmen bereits umgesetzt

Damit hat der SCR Altach nach eigenen Angaben begonnen: Im Rahmen des von der Kinder- und Jugendanwaltschaft begleiteten Schutzkonzepts werden zwei vereinsinterne Schutzbeauftragte sowie digitale und analoge "Kummerkästen" eingerichtet, weiters erarbeite man ein generelles Beschwerdemanagement. Innerhalb der Organisation werde es eine klare Zuordnung von Zuständigkeiten geben.

"Eine zentrale Schlussfolgerung aus der Aufarbeitung war, den Betreuerstab des Frauenteams gezielt stärker weiblicher aufzustellen", hieß es. In der Winterpause habe man eine weibliche Co-Trainerin integriert, schon bisher habe eine Teammanagerin die Mannschaft bei Heim- und Auswärtsspielen begleitet. Zudem habe man eine Ansprechpartnerin für die Spielerinnen in der Geschäftsstelle definiert. Mitte März soll das Konzept vorgestellt werden.

Im Sportministerium wurde betont, unabhängig vom Einzelfall sei ein Präventions- und Kinderschutzkonzept für alle Vereine wichtig. Schmidt hatte außerdem eine unabhängige zentrale Integritätsinstanz für den österreichischen Sport als Ziel genannt, wie etwa in der Schweiz und Finnland. Konkretes dazu gab es vorerst nicht: Man arbeite weiter am Thema Integrität, gemeinsam mit Sportverbänden und Fachleuten, hieß es.

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