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Knoten bei Kayombo geplatzt? "Er wirkt freier"

Der Grazer Millionentransfer hat endlich sein erstes Bundesliga-Tor geschossen. Coach Ingolitsch mutmaßt: Glück in der Liebe, Glück im Spiel:

Knoten bei Kayombo geplatzt? "Er wirkt freier" Foto: © GEPA

"Er hat sogar alle Trainingsspiele verloren."

Für Axel Kayombo lief das bisherige Frühjahr lange Zeit wahrlich nicht nach Wunsch.

"Er war in einer extremen Formkrise, seit zwei Wochen ist er jetzt wirklich im Kommen", verrät Fabio Ingolitsch außerdem über den Franzosen.

Dessen Bundesliga-Premierentor im Spitzenspiel gegen den FC Red Bull Salzburg (Spielbericht>>>) zu einem kaum besseren Zeitpunkt kommen konnte. Ingolitsch hofft dadurch auf einen "Riesenpush".

Fast schon ein Millionenflop

Kayombo kam im Vorsommer um zwei Millionen Euro und mit großen Vorschusslorbeeren aus Basel nach Graz. Diesen konnte der pfeilschnelle Franzose - auch aufgrund einer Verletzung zu Saisonbeginn - zunächst allerdings nicht gerecht werden.

Erst Anfang Februar 2026, beim ÖFB-Cup-Aus der "Blackies" gegen Altach, schoss der 20-jährige Stürmer sein erstes Tor. Und sein zweites eben am Sonntag in Salzburg.

"Ich bin sehr glücklich, es war ein sehr wichtiger Moment", ist die Freude danach groß. Viel lieber hätte Kayombo das Spiel nach seinem Treffer tief in der Nachspielzeit aber noch gewonnen: "Wir wollten das zweite auch noch machen, aber die Zeit war nicht genug."

"Die beste Antwort ist immer die am Platz"

Unmittelbar vor seinem Treffer - nach idealer Kiteisvhili-Vorarbeit - kam der Joker noch ins Stolpern. "Vielleicht wäre es ein Penalty gewesen, er (Soumaila Diabate, Anm.) hat mich ein bisschen berührt. Aber am Ende war es ein Tor", grinst er.

Mit seiner bisherigen Rolle bei Sturm - ab der 22. bis zur 28. Runde waren Kayombo zwischenzeitlich nur drei Einsatzminuten vergönnt - sei er freilich "nicht glücklich". "Die beste Antwort ist immer die am Platz", so der Jungstürmer.

Nun möchte er noch mehr Tore und Sturm so zum Meistertitel schießen: "Die Saison ist noch nicht zu Ende, wir werden sehen, was passiert."

Glück in der Liebe, Glück im Spiel?

"Vielleicht hat er ein privates Glück oder er hat die Ernährung umgestellt. Auf jeden Fall wirkt er freier."

Fabio Ingolitsch über Axel Kayombo

Die Konkurrenz im Grazer Angriff wäre zumindest nicht unüberwindbar. Seedy Jatta hält als treffsicherster Stürmer im Kader bei vier Bundesliga-Treffern, Leon Grgic, Belmin Beganovic und Maurice Malone folgen mit jeweils drei.

Für Ingolitsch ist pünktlich zum Saisonfinish also eine neue Option aufgegangen. "Speziell in diesen intensiven Wochen brauchen wir Jungs, die wir reinschießen können, vielleicht auch welche mit einem anderen Profil oder einer anderen Charakteristik. Axel hat sich in den letzten zwei Wochen auf jeden Fall angeboten und kriegt dann auch das Vertrauen, das hat er heute zurückgezahlt", so Ingolitsch.

Warum es bei Kayombo plötzlich zu laufen scheint, "muss man ihn fragen. Vielleicht hat er ein privates Glück oder er hat die Ernährung umgestellt. Auf jeden Fall wirkt er freier."

"Er läuft mit dem Kopf hundert Mal gegen die Wand"

Ingolitsch charakterisiert den Franzosen folgendermaßen: "Er ist jemand, der unfassbar ehrgeizig, fast stur ist. Er läuft mit dem Kopf hundert Mal gegen die Wand, wenn es sein muss, weil er es einfach so sehr will."

Kayombos Vater ist Profi-Tennistrainer, deshalb bekommt der Sohnemann von klein auf von allen Seiten enorme Professionalität vorgelebt.

"Ich habe oft versucht, in den Konversationen mit ihm gegengleich zu arbeiten und ihm zu sagen: 'Entspann dich! Schau, dass du dein Leben rundherum so schön wie möglich gestaltest! Spiel' Fußball, weil es dir Spaß macht, und mach' dir keinen Druck, weil schlechter als nicht zu spielen geht eh nicht'", gibt Ingolitsch Einblicke in die offene Kommunikation mit seinen Spielern.

Die im konkreten Fall Wirkung zeigen dürfte: "Er ist ein Stück gelöster und freier im Kopf. Offensivgeister wie er brauchen einen gewissen Freiraum. Er ist jemand, der kreative Momente generieren kann. Das geht nicht, wenn du permanent auf Anschlag bist."

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