Für Onisiwo war es die erste Startelf-Nominierung seit Ende Oktober und der längste Einsatz seit April des Vorjahres.
"Ich habe mich richtig gefreut, als ich erfahren habe, dass ich starten und der Mannschaft helfen darf", strahlt der 34-Jährige, dessen Vertrag mit Saisonende ausläuft.
Wie zum Beispiel vor dem Tor zum 1:0 war Onisiwo den "Bullen" mit mannschaftsdienlichen Aktionen behilflich; er legte ein hohes Laufpensum zurück, gewann viele Luftduelle und war sich auch nicht zu schade, im eigenen Strafraum auszuputzen.
"Riesenkompliment" für Onisiwo
"Ich habe mich gut gefühlt, das hat man, glaube ich, gesehen. Ich habe der Mannschaft den ein oder anderen Ball festmachen können", so der in dieser Saison vielkritisierte Stürmer.
Von Coach Beichler gibt es danach ein "Riesenkompliment". "Karim hat brutal gut in den letzten Wochen gearbeitet und ist jetzt auf einem richtig guten athletischen Level. Bei seinen Kurzeinsätzen hat er immer Schwung reingebracht und es sich am Ende verdient."
Eigentlich sei gar nicht geplant gewesen, Onisiwo 80 Minuten auf dem Feld zu lassen, "aber er war einfach so wichtig für uns".
Beichler über Konate-Sitzer: "Passt zur Saison"
Anstelle des Ex-ÖFB-Teamspielers kam schließlich Karim Konate ins Spiel - und dem Ivorer gehörte die wohl entscheidende Aktion des Tages.
Nach einer schönen Kombination über mehrere Stationen tauchte der 22-Jährige aus spitzem Winkel alleine vor Khudyakov auf und setzte zum Torabschluss an, Frans Krätzig begann bereits zu jubeln - doch Konate bugsierte den Ball Richtung Eckfahne.
"Ich war mir fast sicher, dass er ihn macht", gibt Beichler danach zu. Er seufzt: "Es war eine der vielen Möglichkeiten, die wir gehabt haben, um dieses Spiel zu killen. Es passt irgendwie zur Saison, dass wir diese Dinger auslassen."
Der Steirer will in diesem Zusammenhang nicht um den heißen Brei herumreden: "Es gehört zur Wahrheit, dass uns der Killerinstinkt fehlt. Wir hätten in dieser Saison schon so viele Möglichkeiten gehabt, richtig gute Schritte zu machen. Sei es, indem wir unsere Chancen nutzen, um mit zwei Toren Unterschied das Spiel zu killen, aber auch, indem wir hinten sagen: 'Dann spielen wir halt zu null'".
Dennoch ein "richtig gutes Spiel"
Der extrem lasch verteidigte Ausgleichstreffer in der Nachspielzeit sei "wie so oft in der Saison total vermeidbar gewesen", weiß Beichler.
Trotz all dieser Kritikpunkte hat der 37-Jährige "ein richtig gutes Spiel" seiner Mannschaft wahrgenommen. "Auch wenn wir nicht gewonnen haben, habe ich von den Burschen gesehen, dass sie Wettkämpfer sind, dass sie rausgehen und sagen: 'Wir haben die Chance, etwas zu gewinnen und nicht, etwas zu verlieren.' Diese Champions-Mentalität wird in den nächsten zwei Spielen auch wieder gefragt sein."
Diese "Champions-Mentalität" kann in den finalen beiden Runden in noch so großem Ausmaße vorhanden sein, die Salzburger haben es nun wieder nicht mehr selbst in der Hand, sich auch wirklich zu den "Champions" zu küren.
Schützenhilfe von Rapid? "Können uns was zurückgeben"
"Es ist total nervig, dass wir jetzt auf andere angewiesen sind", ärgert sich Beichler.
Der auf ein wenig Schützenhilfe des SK Rapid im Nachtragsspiel beim LASK am Montag hofft: "Rapid hat uns ja schon weh getan, jetzt können sie uns ein bisschen was zurückgeben, indem sie ihr Spiel erfolgreich gestalten."
Dasselbe muss den Salzburgern auch selbst am kommenden Sonntag gelingen, wenn es in die Linzer Raiffeisen Arena geht. Eine momentan sehr unangenehme Aufgabe, wie auch Beichler weiß:
"Die Wahrheit ist, dass der LASK das stabilste Team in Österreich ist. Sie haben eine hohe Qualität und haben einen Stil gefunden, hinter dem die Mannschaft steht. Der Pokalsieg wird ihnen nicht schlecht, sondern gut tun."
Kämpferischer Nachsatz: "Trotzdem fahren wir dorthin, um das Spiel zu gewinnen."
Onisiwo glaubt noch an den Titel
"Wenn es dreckig sein muss, dann wird es dreckig."
Auf welche Art und Weise die noch ausstehenden Spiele gewonnen werden sollen, ist mittlerweile völlig egal. "Jetzt musst du die letzten zwei Spiele gewinnen, da zählt nur mehr, irgendwie die sechs Punkte holen - egal wie. Wenn es dreckig sein muss, dann wird es dreckig", fordert Onisiwo.
Bei dem wohl eher der Wunsch Vater des Gedanken ist, wenn er sagt: "Jetzt geht es nur mehr darum, den Meistertitel zu holen."