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FAK: Im "Boss-Mode" zu einem historischen Sieg

Mit einem "speziellen Matchplan" und ganz viel Willenskraft schaffte die Wiener Austria am Freitag endlich wieder das, was in Salzburg lange unmöglich schien.

FAK: Im "Boss-Mode" zu einem historischen Sieg Foto: © GEPA
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Vasilije Markovic war noch im Volksschulalter, als eine Profi-Mannschaft der Wiener Austria zum letzten Mal in der Salzburger Red Bull Arena siegreich war.

Am Freitag stand der heute 17-Jährige bei seinem Bundesliga-Debüt am Spielfeld, als seine "Veilchen" nach langer Wartezeit endlich wieder einmal nicht mit hängenden Köpfen aus Wals-Siezenheim abziehen mussten.

Mit einem absolut verdienten 2:0-Sieg beim FC Red Bull Salzburg (Spielbericht>>>) konnte der FAK nun erstmals seit September 2014 wieder bei den "Bullen" gewinnen. Die Erleichterung danach ist enorm.

Fischer: "Riesentag für den gesamten Verein"

"Es ist ein Riesentag für den gesamten Verein. Dass wir heute gewinnen haben dürfen, hat einen riesigen Stellenwert", so ein bewegter Manfred Fischer.

Der Kapitän gibt zu, dass man in der Vergangenheit oftmals ohne große Hoffnungen nach Salzburg reiste; entsprechend hilflos präsentierten sich die "Veilchen" in den letzten Jahren teils bei ihren Gastspielen in Wals-Siezenheim.

Ganz anders diesmal. Die Favoritner gingen mit einem klaren taktischen Plan, vor allem aber mit einer großen Portion Selbstvertrauen in ihr erstes Pflichtspiel des Jahres.

Eingeimpft bekamen sie dieses von Coach Stephan Helm vor Spielbeginn. "Heute hat der Trainer die halbe Kabine vor dem Spiel zerrissen und uns brutalst motiviert", staunte Fischer auch noch nach Spielende.

Helm wollte den violetten "Boss-Mode" sehen

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Stephan Helm forderte vor Anpfiff den "Boss-Mode" von seiner Mannschaft ein
Foto: ©GEPA

Konkret gab Helm seiner Mannschaft in seiner Ansprache mit, den "Boss-Mode" zu aktivieren. Was das sein soll?

"Immer, wenn ich selbst vor einer Herausforderung stehe, gehe ich bewusst in mich und aktiviere vielleicht diesen Boss-Mode - um jedem zu zeigen: Ich bin jetzt hier und will was machen. Wenn das geholfen hat, bin ich froh darüber, aber der größere Anteil ist sicher bei den Spielern", erläutert Helm.

Den letzten Pfeffer brachte unmittelbar vor dem Anpfiff Fischer hinein. Auf einer Video-Wall in der Red Bull Arena wurde die aktuelle Heimbilanz der Salzburger gegen die Wiener Austria präsentiert, "da waren nur Niederlagen von uns dabei. Ich habe zu den Jungs gesagt: 'Heute ist der Tag, wo wir es schaffen können. Ich spüre das'", verrät der Captain.

Die mentale Komponente ist das eine, der aufgegangene violette Matchplan das andere Puzzlestück.

Fünf Wochen Vorbereitung auf ein einziges Spiel

Diese Spiele hätte auch meine Oma analysieren können.

Stephan Helm über die bisherigen Pflichtspielauftritte Salzburgs 2026

Helm analysierte die Salzburger in den letzten Wochen ganz genau: "Wir haben die letzten fünf Wochen sehr viel daran gearbeitet, im ersten Spiel genau da zu sein", so Helm. Der gesamte Fokus während der Winter-Vorbereitung sei auf dieser Partie zum Frühjahrsauftakt gelegen, gibt der Burgenländer zu.

Dabei hat der 42-Jährige den Vorteil gehabt, dass die "Bullen" mit den beiden Europa-League-Partien gegen den FC Basel und Aston Villa sowie dem ÖFB-Cup-Viertelfinale beim WAC - alles Begegnungen, in denen sie großteils mit intensivem Pressing und hoher Spiellaune überzeugten - bereits drei Pflichtspiele absolvierten und er sich diese genauestens zu Gemüte führen konnte.

Fischer meint dazu: "Diese Mannschaften haben genau das gemacht, was du gegen Salzburg nicht machen darfst: Immer ins Zentrum reinspielen. Wenn sie den Ball gewinnen, geht es 'Bam, Bam, Bam' und du kannst den Ball aus dem Netz klauben."

"Diese Spiele hätte auch meine Oma analysieren können, es war offensichtlich, was ihre größte Stärke ist", fügt Helm, der einst als Videoanalyst für RBS-Trainer Thomas Letsch werkte, an.

Gleichzeitig gibt er zu bedenken: "Bei Salzburg ist es nicht das große Problem zu wissen, was sie machen. Das große Problem ist, dass sie das richtig gut machen."

Tiefer violetter Block zog Salzburg den Zahn

Helms Idee daher: Kompakt in einer defensiven Fünferkette zu verteidigen, durch den Einsatz langer Bälle nie in die Gefahr eines Ballverlusts in der eigene Hälfte zu kommen und aus den Umschaltmomenten so viel wie möglich herauszuholen.

Klingt in der Theorie einfach, im violetten Falle steckte dahinter aber wochenlange präzise Arbeit. "Wir haben eintrainiert, die Mitte dicht zu halten und den Gegner nach Möglichkeit nach außen zu lenken. Wenn sie es dann durch die Mitte versuchen, ist richtig viel Personal von uns da", so Helm.

Alles werde man gegen die individuell starken "Bullen"-Kicker zwar nie wegverteidigen können, "aber wenn ein Spieler mal nicht zur Stelle ist, muss der nächste da sein, es muss immer eine Verbindung zwischen den Spielern geben. Dann ist es kein Zufall, dass du immer einen Fuß dazwischen kriegst und blocken kannst".

"Sind nicht so gut, uns nicht durchfighten zu müssen"

Dank diesem "speziellen Matchplan", wie es Helm bezeichnet, konnte der FAK auch wichtige drei Punkte im Kampf um den Strich einfahren. Das ist auch ob des durchaus schwierigen Restprogramms der "Veilchen" essenziell.

Das violette Restprogramm bis zur Punkteteilung:

Runde 19

Runde 20

Runde 21

Runde 22

SK Rapid (h)

SCR Altach (a)

LASK (h)

SV Ried (a)

Eine dermaßen defensive Herangehensweise wie am Freitag wird in diesen Spielen nicht immer zum Erfolg führen. Das weiß auch Helm.

"Ich bin kein Trainer, der aus Gründen, die es nicht gibt, irgendetwas auf den Platz bringen will, was nicht das Klügste ist. Für dieses Spiel (in Salzburg, Anm.) war die Herangehensweise sicher die beste und die Spieler haben es super umgesetzt. Wir müssen immer das richtige Mittel finden, so werden wir uns auf jeden Gegner vorbereiten", sagt Helm.

Er konstatiert: "Wir sind nicht so gut, dass wir nicht bereit sein müssen, uns durch Partien durchzufighten."

Derby zum richtigen Zeitpunkt

Gleichzeitig ist man sich im violetten Lager bewusst, dass ein so historischer Sieg, wie er zum Frühjahrsauftakt eingefahren werden konnte, einen großen Push in die bereits vor der Winterpause eingeschlagene Richtung geben könnte:

Eine horrend gestartete Saison doch noch erfolgreich zu gestalten.

"Wenn du zum ersten Mal seit Jahren in Salzburg gewinnst, gibt dir das natürlich Selbstvertrauen, und das werden wir auch mitnehmen. Wenn wir ähnlich agieren und als Mannschaft so auftreten, wird es ganz unangenehm, gegen uns zu spielen", richtet Fischer unter anderem dem strauchelnden Stadtrivalen vor der Derby-Woche aus.

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