"Ja, wir sind oft tief gestanden, haben dem Gegner den Ball überlassen - es war nicht unsere beste Performance, aber das Wichtige war der Sieg und den haben wir geschafft", war Matthias Seidl gleich bemüht, die Ansprüche an den eigenen Fußball trotz des Erfolges nicht zu vergessen.
Dafür rückte er in der Schlussphase sogar selbst einmal auf eine Verteidiger-Position, um nur mehr schnellstmöglich auszuputzen.
Erleichterung nach dem knappen Erreichen des Teilziels kurz erlaubt, echtes Schulterklopfen nicht: "Wir sind ja nicht Meister geworden."
Besser nicht noch einmal anschauen
"Ich glaube, wir brauchen uns dieses Spiel gar nicht noch einmal anschauen", wollte auch Andreas Weimann schnell nichts mehr von diesen 90 Minuten wissen. "Aber ich glaube, man hat gesehen, wie viel wir in der zweiten Halbzeit gekämpft haben", stand der Wille - wieder einmal - über dem Anspruch ans Schöne.
"Wir wollten heute sicher mehr zeigen. Aber ich habe mir Salzburgs Spiel gegen Altach angesehen und man hat gemerkt, dass sie Probleme haben, wenn ein Gegner etwas tiefer steht", konnte auch der heimgekehrte Stürmer damit leben, einmal eine untergeordnete Rolle zu spielen.
Da startete auch Johannes Hoff Thorup mit einer Fünferkette, ganz in der Erwartung, gegen die "spielstärkste Mannschaft der Liga" kein schönes Spiel hinlegen zu können.
"Aber die Fans mögen es auch zu sehen, dass da elf Spieler und die Joker gewillt sind, alles zu tun, um ein gutes Resultat einzufahren", war der Däne überzeugt.
Der Coach will Positives lesen
Seine persönliche Erleichterung war dem Jubel nach Schlusspfiff zu entnehmen. "Ich habe vom ersten Tag an gemerkt, wie wichtig es für den Klub ist, oben reinzukommen. Also werden wir das heute auch genießen."
Nervös sei er während der Partie schon gewesen, denn als Trainer "siehst du immer das Worst-Case-Szenario, aber die Spieler haben das gut gemanagt."
Auch wenn er mit unterstrich, dass "das nicht die Art ist, wie wir spielen wollen, aber heute mussten wir einfach tun, was notwendig ist."
Darum wollte der Rapid-Trainer die Schlagzeile gleich selbst vorgeben: "Sie ist, dass das Team da draußen alles getan hat, was es gebraucht hat, um den Sieg einzufahren."
Zweckmäßigkeit kann Rapid also wieder. Ob in der Meistergruppe Luft für mehr als das bleibt? Die Ansprüche, weiter Ergebnisse zu liefern, werden auch nach dem erreichten Zwischenziel nicht verpuffen.
Und das nächste Woche, wie es die Auslosung will, gleich wieder gegen Salzburg. Schwer vorstellbar, dass so eine Kampfleistung noch einmal reicht, überhaupt auswärts. Zum Spielplan der Meistergruppe >>>