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Eine Hälfte stark, eine Hälfte Schonkost - warum?
Rapids Offensiv-"Werk'l" hielt der ersten Prüfung 45 Minuten stand, kämpfte aber mit einem alten Problem. Andi Herzog hatte mit einer Begründung wenig Freude.
Textquelle: © LAOLA1
von Johannes Bauer
Ein schnelles Tor, dann lange Druck auf ein zweites, am Ende aber lange lauer Sommerkick. Und das trotz des späten Ankicks an einem ohnehin vergleichsweise gnädigen Tag dieser Hitzewelle.
Das 1:0 des SK Rapid über den SCR Altach war der vierte Sieg im vierten Pflichtspiel, die höhere Qualität der Vorarlberger im Vergleich zu den ersten beiden "Sparringpartnern" schlug sich deutlich nieder.
Der Sieg hätte höher ausfallen können - oder in der Schlussphase noch aus der Hand gleiten, als die Rheindörfler regelrecht eingeladen wurden, die Partie in die Hand zu nehmen.
Weil ihnen am Ende zum neunten Mal in den letzten zehn Spielen kein Treffer gegen die Hütteldorfer gelang, hatte der grün-weiße Auftaktsieg in die ADMIRAL Bundesliga bestand.
Übrigens das dritte Mal in Folge, dass eine Liga-Saison für Rapid mit einem 1:0 beginnt. Die mäßig erfolgreichen Abschlussbilanzen zuletzt zeigen, dass das statistisch gesehen keinerlei Indikator ist.
Das macht Andi Herzog keine Freude
Dann gab es Ursachenforschung: War es die Hitze, sich einschleichende Ungenauigkeiten - oder doch schon die Müdigkeit? Mit letzterer Begründung hatte Andreas Herzog bei "Sky" weniger Freude (HIER nachlesen>>>).
Worte, die Spieler und Trainer nicht hören konnten. Zumindest als Teilbegründung wurde sie herangezogen.
"In der zweiten Hälfte sind wir müde geworden, und einige unserer Entscheidungen waren nicht die besten", erklärte es sich Johannes Hoff Thorup, der sich davor über eine ansehnliche erste Hälfte freuen durfte: "Da sind einige wirklich gute Dinge passiert, und Chancen auf noch ein Tor waren auch da."
Aber die liebe Chancenauswertung - sie bleibt ein Problem, das Rapid zumindest in diesen 90 Minuten einmal mehr nicht ablegen konnte.
"Ich verstehe die Spieler, ich bin auch müde", gab ihnen der Trainer deswegen ein wenig Rückendeckung, bemängelte aber schon die spielerischen Aspekte des mauen zweiten Durchgangs: "Wir könnten in den Momenten direkter sein, in denen sich außen Räume für uns ergeben. Und manchmal waren wir umgekehrt sogar etwas zu schnell dran, statt mal den Ball zu halten."
So kam dann von außen betrachtet eben Schonkost raus.
Die Laufmaschine wäre gerne weniger gelaufen
Ein Sonderlob bekam Matthias Seidl, der zusammen mit Nico Bajlicz im Mittelfeld viel Laufarbeit absolvieren musste. Etwas zu viel nach dem Geschmack des Kapitäns.
"Wir hatten viele Angriffe schnell nach vorne, haben dann aber die Bälle auch schnell verloren und mussten alle wieder zurücklaufen. Die viele Laufarbeit war nicht unbedingt notwendig."
Und einmal musste auch Niklas Hedl retten, nachdem eine Massombo-Flanke von der Stange ins Feld springt und Raguz richtig steht.
"Die Flanke wird länger und länger. Jeder weiß, wovon ich spreche, wenn ich sage, dass das ein richtig grauslicher Ball ist", war der Torhüter mit seiner wichtigsten Szene am Ende genauso zufrieden wie mit dem Spielausgang.
In Estland gegen eine Wand?
Nun geht es unter der Woche nach Estland. Bei Paide Linnameeskond wird Hitze kein Thema sein.
"Es wird ein anderes Spiel als jene gegen Santa Coloma, weil sie nicht auf die gleiche Weise pressen. Im letzten Spiel waren sie sehr defensiv", beschäftigte sich Hoff Thorups Stab schon mit dem ersten estnischen Gegner in Rapids Geschichte.
Erneute Rotation wird auch dazu führen, dass Andi Herzog die ungeliebte Begründung wohl kein zweites Mal hören muss, zumindest am Donnerstag.