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Wie gut gerüstet starten VAR und Schiris in die neue Saison?

Es geht wieder los. Nach einer WM mit vielen Höhen und Tiefen, den ersten internationalen Quali-Spielen und dem ÖFB-Cup stehen die ÖFB-Schiedsrichter in der Bundesliga wieder unter Beobachtung.

Wie gut gerüstet starten VAR und Schiris in die neue Saison? Foto: © GEPA

Welche Lehren ziehen die ÖFB-Verantwortlichen aus der XXXL-WM in Übersee? Was werden die heimischen Referees von den WM-Spielleitungen übernehmen?

Viktor Kassai, Technischer Direktor der Referees, gab diesbezüglich ein Interview auf der ÖFB-Homepage.

Der Ungar äußert sich dabei zu neuen Regeln und den Unterschieden zwischen dem Mega-Turnier in den USA und der ADMIRAL-Bundesliga-Saison 2026/27.

Was ist neu in Österreich?

Leider gab Kassai keine Detailinformationen, welchen "UEFA-Guidelines" die heimischen Referees in der kommenden Spielzeit folgen werden.

Die UEFA übernimmt jedenfalls nicht, dass das "Verdecken des Mundes" bei einem Disput automatisch eine Rote Karte nach sich zieht und auch nicht die FIFA-Auslegung der "mistaken identity".

Zur Erinnerung: Bei den WM-Spielen USA gegen Paraguay sowie Argentinien gegen Schweiz wurden jeweils nach Gelben Karten für ein Foulvergehen die Schiris zum Monitor gerufen. Nach dem Video-Studium entschieden sie dann auf "Simulation", also "Schauspielerei" und zeigten eine Gelbe Karte (im Fall des Schweizers Breel Embolo sogar Gelb-Rot). Zudem führten sie das Spiel mit einem Freistoß für den Gegner weiter.

Die UEFA überprüft weiterhin nur Vorfälle, die unter eine der anderen überprüfbaren Kategorien des Video Assistant Referees (VAR) fallen, sprich Tore und Regelverstöße, die zu einem Treffer führen, Strafstoßentscheidungen und Vergehen, die zu einer Roten - und neu Gelb-Roten - Karte führen können.

Das bedeutet, in beiden angeführten und sehr intensiv diskutierten Fällen würden bei der UEFA - und laut einer ÖFB-Aussendung von heute Nachmittag auch in Österreich - keine VAR-Eingriffe erfolgen.

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ÖFB-Schiedsrichter bei der Schulung
Foto: ©GEPA

Schulungen für "public announcement" 

Bei der WM wurden die Schiedsrichter teilweise für ihre geringen Englisch-Kenntnisse im Rahmen von Stadiondurchsagen nach On-Field-Reviews gescholten.

Auch wenn in Österreich geplant ist, die Durchsagen in deutscher Sprache durchzuführen, wurde dafür im Rahmen des Sommerlehrganges in Salzburg (18./19. Juli) sowie der VAR-Schulungen in Wien (25./26. Juli) eine Menge Zeit zum Üben verwendet.

Trauen die Offiziellen den heimischen Spitzenschiedsrichtern nicht zu, dass sie in einem oder zwei Sätzen ihre finale Entscheidung in deutscher Sprache erklären können?

ÖFB-Campus für die Referees kein Thema?

Interessant auch, dass die erwähnten Schulungen an zwei verschiedenen Wochenenden durchgeführt werden mussten und nicht der Einfachheit halber am ÖFB-Campus bzw. einem in der Nähe befindlichen Hotel.

Wäre mit einer Optimierung durch das Einsparen von Fahrtspesen und Nutzung der eigenen Infrastruktur nicht allen gedient?

Oder wurde seitens der Schiri-Administration einfach nicht rechtzeitig für Buchungen angefragt?

ÖFB-Cup – Oldies an die Macht!

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Foto: ©GEPA

Die Schulungen an zwei Wochenenden führten dazu, dass zum Auftakt des ÖFB-Cups vielfach Referees der 3. Leistungsstufe eingesetzt wurden.

Als ein besonderes Kuriosum kam sogar der 59-jährige (!) Ex-Bundesliga-Referee Manfred Krassnitzer zum Einsatz. Zudem waren einige Schiri-Assistenten aus den Landesverbänden anzutreffen, die "jahrzehntelange Erfahrung" vorzuweisen hatten.

Die Besetzung könnte auch ein klarer Fingerzeig dafür sein, was die Förderung des Schiedsrichter-Nachwuchses betrifft.

Fitness- und Regeltests

Während in den letzten Jahren beide Bereiche immer wieder einige Ausfälle brachten, ist in den vergangenen Wochen alles glattgelaufen.

Wohl auch, weil die "gestrengen Augen" der Herren Viktor Kassai und Ali Hofmann, Leiter der Schiedsrichter-Abteilung, beim Fitnesstest unter optimalen Temperaturbedingungen zeitweise geschlossen waren.

Nur so ist zu erklären, dass einige der teilnehmenden Referees (die Namen sind der Redaktion bekannt) die Limits klar verfehlt haben.

Offenbar wollten sich die Verantwortlichen nicht eingestehen, dass die ausschließlich freiwillige Teilnahme an den vom ÖFB bezahlten Trainingsstützpunkten doch nicht so ein Erfolg ist.

Thomas Einwaller hat übernommen

Vielleicht sollte beim nächsten Lauftest der neue Vorsitzende der ÖFB-Schiedsrichterkommission, Thomas Einwaller, einmal selbst den Ablauf kontrollieren.

Dem Tiroler werden jedenfalls viel Kompetenz und Mut zu Veränderungen zugesagt. Vielleicht ist es ja schon ein erstes Zeichen, dass der zuvor omnipräsente Ali Hofmann kaum noch öffentliche Auftritte absolviert.

Apropos Konsequenzen. Nachdem ja alle die Fitnesstests "bestanden" haben, werden also jene, bei denen wohl ein Auge zugedrückt wurde, mit einem Einsatz zum Auftakt der Meisterschaft belohnt.

Jene, die nicht zum Einsatz kommen, werden dadurch "gefrustet".

Auch da besteht für den ehemaligen FIFA-Referee Einwaller Handlungsbedarf.

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Foto: ©GEPA

Es gibt aber weitere Baustellen. Andreas Rothmann, in der ÖFB-Schiedsrichter-Kommission für Frauen-Referees zuständig, durfte sich kürzlich über seinen (Wieder-)Aufstieg als aktiver Schiedsrichter in der Regionalliga freuen.

Es mutet definitiv ein wenig komisch an, wenn ein Aktiver in der ÖFB-Schiedsrichterkommission sitzt, aber auch noch gleichzeitig als "Spezialist" VAR ist.

Laut LAOLA1-Informationen ist die Rolle der "Spezialisten" den Nicht-Aktiven, wie z.B. Manuel Schüttengruber, Christopher Jäger und ähnlichen mehr vorbehalten.

CD/CI wird großgeschrieben

In der neuen Saison werden sämtliche FIFA-Schiedsrichter und -Assistenten nicht nur das von der FIFA bei allen Spielleitungen vorgeschriebene FIFA-Wappen tragen, sondern zudem auch das neue ÖFB-Wappen.

Eine Neuerung, die zwar die Qualität der Spielleitungen nicht verbessern wird, aber das "Produkt ÖFB" noch besser ins Rampenlicht stellen soll.

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