Schulungen für "public announcement"
Bei der WM wurden die Schiedsrichter teilweise für ihre geringen Englisch-Kenntnisse im Rahmen von Stadiondurchsagen nach On-Field-Reviews gescholten.
Auch wenn in Österreich geplant ist, die Durchsagen in deutscher Sprache durchzuführen, wurde dafür im Rahmen des Sommerlehrganges in Salzburg (18./19. Juli) sowie der VAR-Schulungen in Wien (25./26. Juli) eine Menge Zeit zum Üben verwendet.
Trauen die Offiziellen den heimischen Spitzenschiedsrichtern nicht zu, dass sie in einem oder zwei Sätzen ihre finale Entscheidung in deutscher Sprache erklären können?
ÖFB-Campus für die Referees kein Thema?
Interessant auch, dass die erwähnten Schulungen an zwei verschiedenen Wochenenden durchgeführt werden mussten und nicht der Einfachheit halber am ÖFB-Campus bzw. einem in der Nähe befindlichen Hotel.
Wäre mit einer Optimierung durch das Einsparen von Fahrtspesen und Nutzung der eigenen Infrastruktur nicht allen gedient?
Oder wurde seitens der Schiri-Administration einfach nicht rechtzeitig für Buchungen angefragt?
ÖFB-Cup – Oldies an die Macht!
Die Schulungen an zwei Wochenenden führten dazu, dass zum Auftakt des ÖFB-Cups vielfach Referees der 3. Leistungsstufe eingesetzt wurden.
Als ein besonderes Kuriosum kam sogar der 59-jährige (!) Ex-Bundesliga-Referee Manfred Krassnitzer zum Einsatz. Zudem waren einige Schiri-Assistenten aus den Landesverbänden anzutreffen, die "jahrzehntelange Erfahrung" vorzuweisen hatten.
Die Besetzung könnte auch ein klarer Fingerzeig dafür sein, was die Förderung des Schiedsrichter-Nachwuchses betrifft.
Fitness- und Regeltests
Während in den letzten Jahren beide Bereiche immer wieder einige Ausfälle brachten, ist in den vergangenen Wochen alles glattgelaufen.
Wohl auch, weil die "gestrengen Augen" der Herren Viktor Kassai und Ali Hofmann, Leiter der Schiedsrichter-Abteilung, beim Fitnesstest unter optimalen Temperaturbedingungen zeitweise geschlossen waren.
Nur so ist zu erklären, dass einige der teilnehmenden Referees (die Namen sind der Redaktion bekannt) die Limits klar verfehlt haben.
Offenbar wollten sich die Verantwortlichen nicht eingestehen, dass die ausschließlich freiwillige Teilnahme an den vom ÖFB bezahlten Trainingsstützpunkten doch nicht so ein Erfolg ist.
Thomas Einwaller hat übernommen
Vielleicht sollte beim nächsten Lauftest der neue Vorsitzende der ÖFB-Schiedsrichterkommission, Thomas Einwaller, einmal selbst den Ablauf kontrollieren.
Dem Tiroler werden jedenfalls viel Kompetenz und Mut zu Veränderungen zugesagt. Vielleicht ist es ja schon ein erstes Zeichen, dass der zuvor omnipräsente Ali Hofmann kaum noch öffentliche Auftritte absolviert.
Apropos Konsequenzen. Nachdem ja alle die Fitnesstests "bestanden" haben, werden also jene, bei denen wohl ein Auge zugedrückt wurde, mit einem Einsatz zum Auftakt der Meisterschaft belohnt.
Jene, die nicht zum Einsatz kommen, werden dadurch "gefrustet".
Auch da besteht für den ehemaligen FIFA-Referee Einwaller Handlungsbedarf.
Es gibt aber weitere Baustellen. Andreas Rothmann, in der ÖFB-Schiedsrichter-Kommission für Frauen-Referees zuständig, durfte sich kürzlich über seinen (Wieder-)Aufstieg als aktiver Schiedsrichter in der Regionalliga freuen.
Es mutet definitiv ein wenig komisch an, wenn ein Aktiver in der ÖFB-Schiedsrichterkommission sitzt, aber auch noch gleichzeitig als "Spezialist" VAR ist.
Laut LAOLA1-Informationen ist die Rolle der "Spezialisten" den Nicht-Aktiven, wie z.B. Manuel Schüttengruber, Christopher Jäger und ähnlichen mehr vorbehalten.
CD/CI wird großgeschrieben
In der neuen Saison werden sämtliche FIFA-Schiedsrichter und -Assistenten nicht nur das von der FIFA bei allen Spielleitungen vorgeschriebene FIFA-Wappen tragen, sondern zudem auch das neue ÖFB-Wappen.
Eine Neuerung, die zwar die Qualität der Spielleitungen nicht verbessern wird, aber das "Produkt ÖFB" noch besser ins Rampenlicht stellen soll.