Salzburg gehört zu Europas Transfer-Kaisern

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Vor fünf Jahren kam es zu einem Paradigmen-Wechsel beim FC Red Bull Salzburg.

Die Zeiten, in denen sich Routiniers die Klinke in die Hand gaben und in den letzten Jahren ihrer aktiven Karriere noch einmal etwas für ihr Konto taten, gingen im Herbst 2012 zu Ende.

Ralf Rangnick kam als Sportchef und reformierte. "Wir wollen in Zukunft junge Spieler in Salzburg haben", sagte der heute 59-Jährige damals und verwies auf die bisherige Transferpolitik.

"Wenn es ein jüngerer Spieler ist, dann musst du überzeugt sein, dass du, wenn du ihn entwickelst, einen Mehrwert erzielen kannst. Laut meinen Informationen war das in Salzburg bisher nur bei Marc Janko so."


Die zehn teuersten Transfers der Red-Bull-Ära:

Rang

Spieler Jahr Vereine seither Ablöse (in Mio. Euro)
1 Naby Keita 2016 Leipzig, Liverpool 37 *
2 Sadio Mane 2017 Southampton, Liverpool 23 **
3 Jonatan Soriano 2017 Beijing Sinobo Guoan 15
4 Kevin Kampl 2014 Dortmund, Leverkusen, Leipzig 12
5 Alan 2014 Guangzhou Evergrande 11,10
6 Dayot Upamecano 2017 Leipzig 10
7 Wanderson 2017 Krasnodar 8
8 Konrad Laimer 2017 Leipzig 7
9 Martin Hinteregger 2016 Augsburg 7
10 Marc Janko 2010 Twente 7

* durch Bonuszahlungen (u.a. CL-Einzug) und Wechsel zu Liverpool kommen 22 Mio. Euro dazu

** durch den Wechsel zu Liverpool kamen 8 Mio. Euro dazu

Anm.: Es handeln sich um kolportierte Ablösesummen. (Quelle: transfermarkt.at)


Lazaro das jüngste Beispiel

Bis 2014 war Marc Janko mit sieben Millionen Euro der teuerste Verkauf der Red-Bull-Ära, seither haben ihn gleich neun Spieler überholt, dazu kamen weitere Spieler, die Millionen in die Kassen des Serienmeisters einspülten und bei der Verpflichtung deutlich weniger oder gar nichts kosteten.

Naby Keita kam für 1,5 Mio. aus Istres und wird nach seinem Wechsel 2018 zu Liverpool Salzburg insgesamt 37 Millionen Euro eingebracht haben. Sadio Mane war mit vier Millionen Euro nicht gerade ein Schnäppchen für einen Bundesligisten, brachte aber nach seinem Wechsel zu Liverpool Salzburg insgesamt 23 Millionen Euro.

Seit kurzem ist auch klar, dass Salzburg für Valentino Lazaro kolportierte 6,5 Millionen Euro einnehmen wird - die Klausel greift, Hertha BSC kauft ihn nach der Leihe im Sommer 2018.

So macht Salzburg auch einmal mehr mit einem Spieler Geld, der bei seiner Verpflichtung als Jugendspieler praktisch nichts gekostet hat. Seit einigen Jahren wirtschaftet der heimische Meister diesbezüglich auf Top-Niveau.

Ein internationaler Vergleich zeigt: Punkto Transfersalden gehört Salzburg sogar zu Europas Transfer-Kaisern.

Transfersalden im weltweiten Vergleich - Zeitraum: 2014/15 bis 2017/18

Rang Verein Ausgaben in Mio. Euro Einnahmen in Mio. Euro Saldo
1 Benfica 120,52 461,15 340,63
2 Monaco 293,31 462,47 169,17
3 Porto 154,20 313,22 159,02
4 RB SALZBURG 27,22 149,3 121,31
5 Ajax 76,15 195,35 119,20
6 Sevilla 193,55 285,15 91,60
7 Sporting 93,01 182,37 89,36
8 Shakhtar 12,40 99,90 87,50
9 Genoa 55,65 132,80 77,15
10 Dynamo Kiew 26,10 100,53 74,43

Anm.: Es handeln sich um kolportierte Ablösesummen. (Quelle: transfermarkt.at)


Benfica das Maß aller Dinge, unweit dahinter RB Salzburg

Während die Big Player im Weltfußball in erster Linie viel Geld für Spieler ausgeben (Manchester City hat im Zeitraum von 2014/15-2017/18 ein Transfer-Saldo von -533,73 Mio. Euro erwirtschaftet), sind es andere die auch mit Transfers Geld machen.

Nimmt man etwa den Zeitraum der vergangenen drei Saisonen her, haben Benfica, Monaco und Porto die höchsten Transfergewinne erzielt, also deutlich mehr durch Transfers eingenommen als ausgegeben (=Saldo). Dahinter? Salzburg.

Seit dem Paradigmenwechsel und einiger Zeit, die für die Spieler-Entwicklung erforderlich ist, gehört Salzburg zu den Big Playern, wenn es darum geht, mit Spielern Geld zu machen. Zu Benfica fehlt aktuell freilich noch viel.

Was sicherlich auch dem Umstand geschuldet ist, dass die Primeira Liga zu den sieben besten Ligen Europas gehört. Die Portugiesen, die über eine hervorragende Ausbildung verfügen (Benfica unterlag im Youth-League-Finale Salzburg), verkauften in den letzten vier Jahren pro Saison Spieler für über 100 Millionen Euro.

Zuletzt Ederson für 40 Millionen Euro an Manchester City oder Victor Lindelöf für 35 Millionen Euro an Manchester United. Ersterer kam zwei Jahre zuvor für 500.000 Euro von Rio Ave, der andere vor fünf Jahren für drei Millionen aus Schweden.

Ein Jahr zuvor zahlte Bayern für Renato Sanches 35 Millionen Euro - Benfica ist in jüngerer Vergangenheit das Maß aller Dinge.

Nicht nur Leipzig zahlt an Salzburg

Die AS Monaco, auf Rang zwei, verkaufte James Rodriguez um 75 Millionen Euro an Real Madrid, Anthony Martial für 60 an Manchester United oder zuletzt Benjamin Mendy für 57,5 Milllionen Euro an Manchester City. Porto, die Nummer 3, punktet etwa mit Andre Silva und 38 Millionen Euro vom AC Milan.

Und Salzburg? Da flossen natürlich einige Millionen vom Schwestern-Klub aus Leipzig, aber nicht nur. Liverpool muss(te) in den Fällen Sadio Mane und Naby Keita via Southampton und Leipzig auch indirekt Geld an Salzburg überweisen, chinesische Klubs zahlten für Alan und Jonatan Soriano fast 30 Millionen Euro. Wanderson kam vor einem Jahr ablösefrei und ging im Sommer für acht Millionen Euro nach Krasnodar.

Nimmt man nur die vergangenen drei Saisonen her, ist Salzburg sogar unter den Top 3 punkto Transfersalden im weltweiten Vergleich zu finden, da die Saisonen 2014/15 und 2015/16 die stärksten beiden in dieser Hinsicht waren. Zum Vergleich: Vor dem Paradigmen-Wechsel nahm Salzburg via Transfers 16,52 Millionen Euro ein - seither 151,25.

Dieses Umdenken hat sich im wahrsten Sinne des Wortes bezahlt gemacht.


Transferausgaben und -einkünfte in der Red-Bull-Ära:

Saison Ausgaben Einkünfte
2017/18 1,6 16,2
2016/17 10,45 77,3
2015/16 8,64 8,6
2014/15 7,3 47,2
2013/14 3,8 0,25
2012/13 15,98 1,7
2011/12 2,85 0
2010/11 15,1 11,6
2009/10 7 0,4
2008/09 4,1 3,0
2007/08 6,8 0,62
2006/07 4,65 0,9
2005/06 10,15 0
TOTAL 98,42 167,77

Anm.: Es handelt sich um kolportierte Ablösesummen. (Quelle: transfermarkt.at)


Textquelle: © LAOLA1.at

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