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ÖFB-Schiedsrichter - die "Gallier von Österreich"

Die ÖFB-Schiris feiern eine Wappen-Übergabe, bereiten sich in der Türkei vor und sehen sich mit Regeländerungen konfrontiert.

ÖFB-Schiedsrichter - die "Gallier von Österreich" Foto: © GEPA

Überall wird gespart! Überall? Es gibt noch einen kleinen Flecken – quasi ein "gallisches Dorf", wo dieser Gedanke vorerst keine Rolle spielt.

Im Herbst 2025 musste die Bundesliga feststellen, dass durch den neuen und schlechter dotierten TV-Vertrag, den Wegfall der Übernahme der Schiedsrichterkosten der 2. Liga durch den ÖFB, im Spieljahr 2026/27 der Gürtel enger geschnallt werden muss und sagte relativ rasch sogar die traditionelle Weihnachtsfeier ab.

Mit dem SV Stripfing hat ein Verein das Handtuch geworfen. Und es ist nicht sicher, ob in Liga Zwa bis Saisonende alle "durchhalten" werden.

Bund, Länder und Gemeinden haben den Sparstift angesetzt. Die Bevölkerung leidet unter der Inflation und der Teuerung im täglichem Leben.

Scheinbar haben hierzulande aber nicht alle die Notwendigkeit erkannt zu sparen. Das wird uns dieser Tage von der Schiedsrichter-Abteilung des ÖFB vor Augen geführt.

Vielleicht sorgen ja die zu erwartenden Einnahmen durch die Teilnahme an der Weltmeisterschaft für eine gewisse Großzügigkeit.

FIFA- und UEFA-Trophäen an 37 Referees vergeben

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Foto: ©GEPA

Wie der ÖFB-Homepage zu entnehmen ist (BERICHT) starteten vergangene Woche die FIFA-Referees und UEFA-Beobachter mit einem besonderen Highlight ins Jahr 2026: Die FIFA-Wappenübergabe fand am Flughafen Wien-Schwechat statt.

Insgesamt 46 Gäste - darunter der ÖFB-Aufsichtsratsvorsitzende Josef Pröll, ÖFB-Generalsekretär Thomas Hollerer und UEFA Refereeing Officer Carlos Velasco Carballo - waren Teil der Feierlichkeit. 

Raummiete, Verpflegung, Moderation, sowie die Einladung des Spaniers Carlos Velasco Carballo, kosten einen ordentlichen Batzen Geld. Dabei sind die Nächtigungskosten im Flughafen-Hotel noch gar nicht berücksichtigt.

Okay, die Nächtigungskosten wären auch so entstanden, da die meisten Teilnehmer am nächsten Tag in die Türkei nach Antalya ins Trainingslager geflogen sind. Für die Unparteiischen, die nicht im Wiener Raum leben, hätten sich Flugmöglichkeiten aus München oder Zürich angeboten. Somit hätten sich Fahrt- aber vor allem Nächtigungskosten in Grenzen gehalten. Sei's drum. 

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Foto: ©GEPA

Gloria Sports Arena – zu teuer für Liga-Klubs?

Derzeit bereiten sich alle Unparteiischen der ADMIRAL Bundesliga sowie der Liga Zwa in der Gloria Sports Arena in Belek auf die Saison vor. Ungeachtet davon, dass die beiden Ligen zu unterschiedlichen Zeiten ins Frühjahr starten und nicht wenige der Teilnehmern in der ADMIRAL Bundesliga aus unterschiedlichen Gründen gar nicht zum Einsatz kommen werden.

Die Gloria Sports Arena ist ein Top-Sportzentrum im obersten Preissegment. Den Bundesliga-Vereinen, die heuer oder in der letzten Jahren in dieser Gegend auf Trainingslager waren, ist sie zu teuer. Der ÖFB hat aber keine Kosten und Mühen gescheut, sich nach den letzten beiden Jahren wieder dort einzuquartieren.

Viktor Kassai, Technical Director, zeigt sich im ÖFB-Interview sehr optimistisch für das Frühjahr 2026.

Zugegeben die Infrastruktur, die Vielzahl an Fitnessgeräten, die Raummöglichkeiten, der Staff samt Medical Team sind für die Teilnehmer optimal, aber werden die hohen Kosten bei den Spielleitungen im Frühjahr auch wieder "hereingespielt"?

Seit dem letzten Trainingslager 2025 war davon vielfach nichts zu bemerken. Es gäbe im Raum Lara/Belek bestimmt andere 5-Sterne-Hotels All Inclusive, die zu finanziell günstigeren Bedingungen zu bekommen wären. 

SCR Altach im ÖFB-Campus, GAK in Loipersdorf

Bemerkenswert ist hingegen die Entscheidung des SCR Altach im Sinne des Spargedankens: Die Vorarlberger absolvierten ihr Trainingslager in Wien ab. Trainiert wurde am ÖFB-Campus, wo laut Sportdirektor Philipp Netzer die Trainingsbedingungen auf Rasenplätzen mit Rasenheizung optimal waren. Untergebracht war sein Team in einem Hotel, das vom Campus in sieben Minuten Fußmarsch zu erreichen ist. Dieses Hotel bietet 143 Zimmern und 5 Tagungsräume sowie Fitness und Wellness.

Auch der GAK setzt bei seinem Trainingslager im steirischen Loipersdorf auf eine österreichische Destination.

Regeländerungen bei IFAB-Generalversammlung

Die Fußball-Regelhüter des International Football Association Board (IFAB) haben diese Woche in einer Sitzung den nächsten Schritt zu neuen Befugnissen für die Videoschiedsrichter gemacht.

Künftig sollen auch bei eindeutig falschen Eckball-Entscheidungen und bei faktisch zu Unrecht gegebenen Gelben Karten, die als zweite Verwarnung zu Gelb-Roten Karten führen, die Referees an den Bildschirmen eine Überprüfung starten können. Auch dem falschen Team zugeordnete Gelbe und Rote Karten sollen korrigiert werden können.

Bedingung ist, dass durch die Kontrolle gerade bei der Eckballüberprüfung das Spiel nicht verzögert wird. Auch wird es den Verbänden freigestellt, diese Neuerung einzuführen.

Zudem legten die Regelhüter den Fokus auf Neuerungen, die für eine Beschleunigung des Spiels sorgen sollen.

Beim Einwurf und beim Abstoß soll künftig die Acht-Sekunden-Regel gelten. Jene Regel, die es für Torhüter bereits gibt, wenn sie den Ball in ihren Händen halten.

Der Schiedsrichter zeigt dabei mit den Fingern einen Countdown der letzten 5 Sekunden an. Zudem müssen Spieler bei Auswechslungen innerhalb von zehn Sekunden den Platz verlassen. Die Zeitspanne, die auf dem Platz behandelte, verletzte Spieler anschließend außerhalb des Feldes verbindlich warten müssen, soll festgelegt werden.

Dem IFAB gehören vier Vertreter der FIFA, inklusive Präsident Gianni Infantino, und je ein Vertreter der nationalen Verbände aus England, Schottland, Wales und Nordirland an.

Der ausformulierte Text mit allen Regeländerungen ist Anfang März dieses Jahres zu erwarten.

Wir sind schon gespannt wie die "Durchsetzung einer Zehn-Sekunden-Frist für Spieler, die bei einer Auswechslung das Spielfeld verlassen" und die "Anwendung des Countdown-Prinzips bei Einwürfen und Abstößen" in der Bundesliga so ankommt.

Dass zukünftig Spieloffizielle offenbar die Möglichkeit haben sollten, Rote Karten zu überprüfen, die aufgrund einer sachlich unrichtigen zweiten Gelben Karte vergeben wurden, wirft sofort eine weitere Frage auf: Was ist mit obligatorischen zweiten Gelben Karten, die nicht vergeben wurden?

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