Dabbur: "Wir sprechen nicht viel"

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Millionen-Coup Munas Dabbur ist bei Red Bull Salzburg auch nach drei Monaten noch nicht angekommen.

Zuletzt schaute der 24-Jährige beim Schlager gegen Sturm (0:1) 90 Minuten auf der Bank zu. "Es ist keine einfache Zeit, aber ich schaue nach vorne und bin mir sicher, dass alles okay sein wird", so der Stürmer, der kolportierte sechs Millionen Euro gekostet haben soll.

Über Trainer Oscar sagt der Israeli: "Wir sprechen nicht viel, er sagt nichts Spezielles zu mir. Es geht darum, weiter zu arbeiten."

Dabbur macht sich keine Sorgen

Zusammen wurden Oscar und Dabbur 2013 in Israel mit Maccabi Tel Aviv Meister, seit diesem Sommer sind sie in der Mozartstadt wieder vereint. Doch der regierende Schweizer Torschützenkönig, der von den Grasshoppers losgeeist werden konnte, tut sich in Salzburg trotzdem schwer.

Zu Beginn spielte der Angreifer zwar stets von Beginn an, konnte aber in einem 4-3-3 seine Stärken nicht ausspielen. Auch ganz vorne oder als Zehner wollte es bislang nicht so recht klappen.

Zumindest ein Treffer gelang ihm beim 2:0 gegen St. Pölten in der dritten Runde - das war Anfang August sein siebenter Einsatz für Salzburg. Es folgten zwei weitere Tore beim 7:1 im ÖFB-Cup in Mannsdorf.

Zuletzt startete Dabbur auf Profi-Niveau beim 0:0 gegen Altach, gegen Schalke stand Dabbur nicht im Kader.

"Ich hatte Oberschenkel-Probleme im Abschlusstraining", so der Teamspieler, der dieser Tage in der WM-Qualifikation mit Israel auf Mazedonien und Liechtenstein trifft. Zuletzt saß er im Nationalteam beim 1:3 zu Hause gegen Italien Anfang September ebenfalls auf der Bank.

Sorgen macht sich Dabbur allerdings keine, etwa auch nicht, was die Konkurrenz innerhalb des eigenen Teams betrifft: "Ich denke nicht, dass die Mannschaft zu stark ist."

"Vorbild" Soriano

Auch glaubt der Angreifer nicht, dass ihm der Klub per se nicht läge: „Ich habe hier fünf Jahre Vertrag und bin erst drei Monate im Team. Ich bin mir sicher, dass alles okay sein wird.“ Auch bei Jonatan Soriano lief es zu Beginn seiner Salzburg-Zeit nicht rund.

Ehe der zur aktiven Salzburg-Legende (169 Tore in 194 Partien) aufstieg, brauchte der Spanier ebenfalls Anlaufzeit. Sein erstes Tor gelang ihm im neunten Spiel, es folgten im ersten Halbjahr (Frühjahr 2012) vier weitere. Zwei im Cup gegen die eigenen Juniors und zwei gegen seinen Lieblings-Gegner Wiener Neustadt.

Ich habe hier fünf Jahre Vertrag und bin erst drei Monate im Team. Ich bin mir sicher, dass alles okay sein wird.

Munas Dabbur

Und Soriano explodierte erst in der Folgesaison unter Roger Schmidt. Dabburs Start in der Schweiz fiel allerdings besser aus.

Er wechselte im Winter 2014 von Israel nach Zürich und traf in seinem ersten Spiel zwei Mal. In seinen ersten 15 Partien im Frühjahr 2014 netzte der Stürmer neun Mal. Am Ende hatte er eine Bilanz von 92 Spielen und 49 Toren zu Buche stehen. Vielleicht braucht gut Ding in Salzburg einfach Weile.

General Manager Jochen Sauer ist unterstützend: "Es ist nichts Außergewöhnliches, dass es bei Neuzugängen länger dauert. Vor allem auch bei Stürmern, die zuvor in anderen Ligen tätig waren. Wir hatten zuletzt auch alle drei, vier Tage Spiele, da ist es auch schwierig, im Training Mechanismen zu trainieren. Da machen wir uns keine Sorgen."

Zusatz: "Über die Dauer der Saison sind wir froh, wenn wir so einen Kader haben."

Wer ersetzt Wanderson?

Apropos. Nachdem nun Wanderson, ein Fixstarter unter Oscar, bis Jahresende ausfällt, könnte sich eine Chance für Dabbur auftun. In einem 4-2-3-1 könnte er hinter Soriano spielen und Valon Berisha auf die Seite weichen. Das würde vielleicht auch in einem 4-4-2 funktionieren. Freilich gibt es etwa mit Hee-Chan Hwang oder Takumi Minamino aber auch andere Optionen.

Dreinreden lässt sich Oscar freilich nicht. Das ließ der Katalane auch unmissverständlich wissen, als nach dem Sturm-Spiel die Frage kam, wie weit Spieler wie Munas Dabbur oder Marc Rzatkowski von der Startelf entfernt seien bzw. was sie tun müssen, um dabei zu sein.


Die Dreierkette zur Lage der Liga:

(Artikel wird weiter unten fortgesetzt)


"Sie müssen das Gleiche tun, was sie bislang getan haben. Aber ich bin der Trainer und entscheide, wer spielt und wer nicht", so der Spanier, der gegen Sturm nur zwei Wechsel vollzog und Hwang Dabbur vorzog. Der Südkoreaner vergab eine der heißen Ausgleichschancen gegen zwei Grazer mehr auf dem Feld.

Die mangelnde Effizienz

Das brachte Oscar während der Partie auf die Palme, auch danach war der Spanier, der seiner Mannschaft abgesehen davon wie auch die applaudierenden Fans zurecht ein Kompliment für ihr Spiel gegen zwei Mann mehr beim Leader ("Ich bin einfach nur stolz. So wie gespielt und gekämpft hat – mit elf, zehn, neun Mann.") aussprach, ratlos.

"Es liegt daran, dass wir die Chancen nicht verwerten. Ich kann nicht am Platz sein und die Chancen verwerten oder von Jonatan Soriano erwarten, dass er alle Tore erzielt. Wir haben nunmal Spieler, deren größte Qualität anscheinend nicht ist, vor dem Tor treffsicher zu sein oder viele Tore zu erzielen. Ich freue mich, dass wir viele Chancen kreieren und ich werde weiter im Training versuchen, viele Chancen zu kreieren und viele Tore schießen zu lassen."

Und vielleicht entpuppt sich Munas Dabbur nach der Länderspiel-Pause als eiskalter Torjäger auf Seiten der Salzburger.



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Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang»
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