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Jamaikanische Sprinterin im Zweierbob mit Beierl

Die Olympia-Silber-Gewinnerin in der Sprint-Staffel verhilft nun Beierl im Zweierbob zu einer starken Startzeit.

Jamaikanische Sprinterin im Zweierbob mit Beierl Foto: © GETTY

Andere Flagge, andere Jahreszeit, andere Sportart - Christania Williams hat auf dem Weg nach Cortina d'Ampezzo eine bewegte Zeit hinter sich.

Als Sprinterin gewann sie mit Jamaikas Staffel bei den Sommerspielen 2016 Silber, nun steht sie bei den Winterspielen für Österreich im Zweierbob am Start.

Als Anschieberin von Katrin Beierl will die 31-Jährige die vier Läufe am Freitag (18.00 Uhr) und Samstag (19.00) besser in Erinnerung behalten als ihre Olympia-Premiere.

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Williams war vor zehn Jahren eine der besten Sprinterinnen der Welt. Mit den mehrfachen Olympiasiegerinnen Elaine Thompson, Veronica Campbell-Brown und Shelly-Ann Fraser-Pryce holte sie in Rio 2016 Olympia-Silber in der Staffel, im 100-m-Finale blieb sie als Achte aber unter ihren Erwartungen.

"Unglücklicherweise ist es im Finale über 100 m nicht so gut gelaufen", sagte Williams, die nicht mit positiven Emotionen an ihre Olympia-Premiere zurückdenkt. "Ich hatte einige ziemlich schlechte Erfahrungen, daher will ich nun gute Erinnerungen kreieren und natürlich konkurrenzfähig sein."

Weg aus Jamaika

In ihrem Heimatland sah sie nach Rio keine Perspektive mehr. "Jamaika ist eine Sprint-Nation. Ich habe für mich nicht die Möglichkeit gesehen, noch einmal ins Olympia-Team zu kommen. Nach Olympia 2016 ist viel passiert. Ich habe mit mentalen Problemen gekämpft, meine Ergebnisse haben darunter gelitten. Ich war nicht mehr glücklich in Jamaika, ich hatte das Gefühl, dass ich was ändern muss", blickte sie im APA-Interview zurück.

Williams ging zunächst nach Amerika und kam 2021 über den heimischen Leichtathletik-Nationaltrainer Philipp Unfried, ihren Mann, nach Österreich.

Sportlich stieg sie als Anschieberin in den Zweierbob von Beierl um, wurde im Vorjahr eingebürgert und erlebt nun ein Olympia-Comeback, das "ziemlich anders" sein wird.

Generell seien ihr die Veränderungen aber nicht schwer gefallen. "Die Umstellung auf Bob-Anschieberin war nicht so groß. Ich musste ein bisschen stärker werden, Gewicht zulegen", erzählte die in St. Pölten lebende Niederösterreicherin, die Letzteres allerdings kaum schafft.

Jamaikanerin mag Kälte und Schnee

Auch die Temperaturen bereiten ihr keine Probleme. "Ich mag die Kälte. Wenn du immer in der Hitze bist, kommst du zu dem Punkt, wo du etwas anderes willst. Ich liebe den Schnee", sagte Williams, die Skifahren aufgrund des Verletzungsrisikos aber noch bleiben lässt.

Das wird auch noch länger so bleiben, denn die 1,65 m große Sportlerin hat auch die Olympischen Sommerspiele 2028 in Los Angeles im Blick, wo sie für Österreich im Sprint antreten will.

Das ist aber noch ferne Zukunft. Die ganze Konzentration gilt nun den zwei Tagen in Cortina. "Ich weiß, dass die Deutschen abliefern werden, und auch das US-Team. Ich will mit der Startzeit bei ihnen sein, Kati eine der schnellsten Startzeiten geben", erklärte die Anschieberin.

Usain Bolt als Ex-Trainingspartner

Auf ihre jamaikanischen Landsleute wird sie nicht direkt treffen, auch wenn die Karibik-Insel zum vierten Mal hintereinander in den Olympischen Bobbewerben dabei ist.

Tyquendo Tracey, Anschieber im Viererbob von Pilot Shane Pitter, kennt sie besser. Mit dem einstigen Sprinter, der auch mit Usain Bolt in der Staffel gelaufen ist, "habe ich in Jamaika gemeinsam trainiert, er ist ein guter Freund von mir".

Im Monobob fuhr Mica Moore in Cortina auf Platz 14 und stellte damit die bisher beste Platzierung der Jamaikaner seit der Premiere 1988 in Calgary ein.

Die ungewöhnliche Geschichte des damaligen Viererteams inspirierte Hollywood zum Kult-Film "Cool Runnings", der 1993 ins Kino kam und über 150 Millionen Dollar einspielte. Williams sah den Film erst vergangenes Jahr erstmals.

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