Für Kraft ist es nach einer nach starkem Start durchwachsenen Saison mit bisher drei Podestplätzen und katastrophalen Olympischen Spielen (Ränge 27 bzw. 36 von Normal- und Großschanze) am Kulm die Rückkehr an den Schauplatz eines großen Triumphes.
Vor zwei Jahren kürte sich der Salzburger in Bad Mitterndorf zum Skiflug-Weltmeister.
Kraft hat bei Olympia "alles probiert"
Kraft, der am Mittwoch einen Skitag in Großarl einlegte, hat Olympia abgehakt. "Das ist natürlich sehr enttäuschend, aber ich kann mir nichts vorwerfen, ich habe da unten wirklich alles probiert. Ich habe gekämpft wie ein Löwe, dass ich es irgendwie hinkriege oder ein Gefühl aufbaue", blickte Kraft im Gespräch mit der APA noch einmal zurück.
Doch er habe sich in der Anlaufspur einfach nicht wohl gefühlt. "Dann kann Skispringen echt ein Hundling sein."
Der Auftritt in Predazzo hatte Kraft so gewurmt, dass er zwei Tage nach Olympia auf der Großschanze in Predazzo gleich wieder trainiert hat. "Weil es mir keine Ruh' lassen hat. Es hat dann von Anfang an wieder sehr gut funktioniert", war Kraft froh, dass er das Thema in seinem Kopf wieder abschließen konnte.
Kraft-Fokus nun auf "coolem" Restkalender
Zehn Einzelbewerbe auf dem Kulm, in Lahti, Oslo, Vikersund und Planica stehen noch auf dem Programm. Und das gefällt Kraft. "Es sind fünf Wochenenden, fünf Schanzen, die ich alle sehr gerne mag.
Auch Lahti und Oslo sind eine meiner Lieblingsschanzen", frohlockt der insgesamt vierfache Einzel-Weltmeister. Da würde es ihm normal etwas leichter fallen. "Das kommt genau recht, mit drei Mal Skifliegen noch."
Große Sprünge hat er sich vorgenommen, aber im Kampf auch um den Skiflug-Weltcup hält er Domen Prevc für schwer schlagbar. "Da muss schon ein Wunder passieren."
Wenn ihm noch einmal ein Podest gelänge, dann wäre das schon okay. "Die Saison ist nun einfach einmal eine schwierigere, aus der werde ich was lernen müssen", weiß Kraft. Gesamtleader Domen Prevc hat nicht weniger als 625 Zähler Vorsprung auf seinen ersten Verfolger, den Japaner Ryoyu Kobayashi. Bester Österreicher ist Daniel Tschofenig als Fünfter.
Neben Stefan Kraft sind nach der Absage von Olympiasieger Jan Hörl, der wegen Rückenproblemen pausiert, sind aus heimischer Sicht sein Super-Team-Goldpartner Stephan Embacher, Daniel Tschofenig, Manuel Fettner bei seinem letzten Österreich-Antreten sowie Maximilian Ortner, Clemens Aigner und Jonas Schuster am Start.