Spannung pur im Slalom: Hirschers viele Erben

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Die Siegerliste des Slalom-Weltcups der vergangenen sieben Jahre liest sich recht eintönig, bis auf eine Ausnahme (2015/16) dominierte der achtfache Gesamtweltcup-Sieger aus Österreich.

Besonders in den letzten drei Saisonen war Hirscher eine Klasse für sich, gewann mit 160, 164 bzw. 235 Punkten Vorsprung die kleine Kristallkugel.

Wer glaubte, dass nach Hirschers Rücktritt Henrik Kristoffersen oder Clement Noel die neuen Dominatoren im Stangenwald sein werden, hat aber weit gefehlt.

Blutjunge Talente, alte Hasen, diverse Nationalitäten und eine Dichte wie in wenigen anderen Sportarten - die Slalom-Rennen bieten aktuell Spannung und Überraschungsmomente par excellence.

"Nach dem Abgang von Marcel Hirscher haben viele Lunte gerochen. Es geht brutal zur Sache", weiß auch ÖSV-Slalom-Trainer Marko Pfeifer.

Das beweist auch ein Blick auf die Statistik nach den ersten sieben von zwölf Saison-Slaloms:

Mehrkampf um Slalom-Kugel

Führender in der Gesamtwertung ist aktuell Henrik Kristoffersen. Der Norweger liegt allerdings nur 17 Punkte vor dem Schweizer Daniel Yule, Clement Noel hat als Dritter 52 Punkte Rückstand.

Dahinter klafft eine Lücke: Ramon Zenhäusern und Marco Schwarz auf den Rängen vier und fünf liegen 203 bzw. 210 Punkte zurück. Alexis Pinturault ist hinter Sebastian Foss-Solevaag mit einem Rückstand von 246 Punkten Siebenter.

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In den bisherigen sieben Rennen gab es vier verschiedene Sieger: Henrik Kristoffersen, Alexis Pinturault, Clement Noel und Daniel Yule.

Kristoffersen gewann den Saison-Auftakt in Levi, Pinturault triumphierte in Val d’Isere. In Zagreb und Wengen stand Noel ganz oben auf dem Podest. Yule ist mit seinen drei Siegen in Madonna, Adelboden und Kitzbühel bisher der erfolgreichste Läufer.

Im Vergleich: Im Vorjahr gab es mit Hirscher, Noel, Yule und Zenhäusern in der gesamten Saison vier verschiedene Sieger. Das Podest machten sich insgesamt elf Läufer unter sich aus.

In der aktuellen Saison schafften es in den ersten sieben Rennen bereits zehn Fahrer aufs Stockerl: Kristoffersen, Noel, Yule, Schwarz, Pinturault, Zenhäusern, Myhrer, Gross, Vinatzer und Khoroshilov.

Auch wenn die Anzahl der Sieger und Podestanwärter bis dato in etwa gleich hoch ausfällt wie in der vergangenen Saison und am Ende meist die "üblichen Verdächtigen" oben stehen, ist zu erkennen: Das Feld ist enger zusammengerückt. Die Zeiten von Mega-Vorsprüngen sind vorbei.

Auf dem schwierigen Ganslernhang in Kitzbühel lagen die Top 20 im ersten Lauf innerhalb von 1,11 Sekunden. Auf dem Chuenisbärgli in Adelboden schaffte man es mit 1,52 Sekunden Rückstand gerade noch in den den 2. Durchgang, die Top Ten trennten am Ende gerade einmal 62 Hundertstel.

Wenn ein Belgier Laufbestzeit fährt

Insgesamt elf Läufern gelang in den bisherigen 14 Slalom-Durchgängen dieser Saison schon eine Laufbestzeit: Neben Kristoffersen, Noel, Yule, Pinturault und Zenhäusern auch vermeintlichen Underdogs wie Kristoffer Jacobsen (SWE), Armand Marchant (BEL), Linus Strasser (GER), Lucas Braathen (NOR) sowie den beiden Österreichern Fabio Gstrein und Adrian Pertl.

Auch Fahrer wie Luke Winters (USA), Tanguy Nef (SUI) oder Albert Popov (BUL) zeigten bereits mit schnellen Durchgangszeiten auf.

"Volles Risiko und keinen Fehler, sonst hast du keine Chance", sagt etwa Marco Schwarz über die aktuelle Dichte im Slalom.

Wem das am besten gelingt, darf sich am Ende über Slalom-Kristall freuen und wird zu Hirschers Erben.


Textquelle: © LAOLA1.at

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