Kriechmayr gewinnt Geduldsprobe in Gröden

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Was für ein Auftakt in das Klassiker-Wochenende in Südtirol: Vincent Kriechmayr gewinnt den Super-G in Gröden!

Das Rennen wird aber zu einer wahren Geduldsprobe und muss aufgrund von starkem Nebel immer wieder für längere Zeit unterbrochen werden.

Letztlich können die für eine Wertung notwendigen 30 Läufer aber starten und Kriechmayr gewinnt knapp mit fünf Hundertstel Vorsprung vor dem Norweger Kjetil Jansrud sowie dem Deutschen Thomas Dreßen (+0,22).

Für Kriechmayr ist es der fünfte Weltcup-Sieg, der dritte im Super-G.

Zweitbester Österreicher ist Hannes Reichelt auf Rang sechs (+0,38) und Matthias Mayer belegt Rang 11 (+0,59). Stefan Babinsky und Christian Walder belegen ex aequo Rang 20, Christoph Krenn landet auf Rang 25 und Max Franz auf Rang 36.

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Langes warten

Immer wieder ins Grödnertal einziehender Nebel ließ Kriechmayr lange zittern. Der Bewerb wurde nach vier und 20 Läufern jeweils lange unterbrochen. Erst knapp dreieinhalb Stunden, nachdem der erste Läufer ins Rennen gegangen war, war der zweite Saisonsieg von Österreichs Speed-Herren nach Matthias Mayer amtlich.

Nach 48 Läufern wurde das Rennen schließlich doch abgebrochen. Mit seinem dritten Karriere-Erfolg im Super-G übernahm Kriechmayr auch die Führung im Gesamtweltcup um 48 Punkte vor Alexis Pinturault.

"So ein Rennen habe ich noch nie erlebt"

"Ich habe eine gute Fahrt erwischt. Ich habe versucht, eine direkte Linie zu finden und ich denke, dass mir das gelungen ist. Mein Ziel war das Podium, mit meiner Leistung bin ich auf jeden Fall sehr zufrieden", sagt Kriechmayr im ORF-Interview.

"Es war für die Jury irrsinnig schwierig. Sie wollte das Rennen unbedingt durchdrücken, weil die Vorhersage für morgen auch nicht gut ist. Die Läufer jetzt hatten zumindest keinen Nebel mehr, aber der Regen ist dazugekommen. Es wr unheimlich schwer. Aber ich bin froh, dass es so ausgegangen ist. So ein Rennen habe ich noch nie erlebt."

Mayer von Welle überrascht

Der nach Magen-Darm-Problemen gezeichnete Reichelt überraschte mit der sechstschnellsten Zeit. "Gestern Nachmittag habe ich noch Durchfall gehabt", erzählte Salzburger, der laut eigener Aussage drei Kilo verlor. Eine Leistung, die "besser als erwartet" ausfiel, gab dem Routinier Zuversicht für die am Samstag angesetzte Abfahrt.

Da will es auch Mayer (0,59), der bei schlechter Bodensicht eine Welle unterschätzte, auf der Saslong wieder besser machen. "Ich habe die Welle bei der Besichtigung nicht so arg im Kopf gehabt", meinte der Super-G-Sieger von Lake Louise. Der mit Startnummer 35 gestartete Stefan Babinsky und Christian Walder holten als ex aequo 20. (+1,10) gute Weltcup-Punkte, die Max Franz nach verpatzter Fahrt als 36. verwehrt blieben.

Am Sonntag (11:45 Uhr im LIVE-Ticker) steht in Gröden die Abfahrt auf dem Programm.

Stimmen

Kjetil Jansrud: "Ich habe nicht mehr gedacht, dass fortgesetzt wird. Ich bin mit meiner Fahrt zufrieden. Wir haben das beste Leben, das man haben kann - wir können Skifahren. Andere müssen im Büro arbeiten, also ist das Warten egal. Der Podestplatz bedeutet viel, gibt Selbstvertrauen. Es ist gut, wenn man Gas gibt und schnell ist. Es ist nicht gut, wenn man Gas gibt und nicht schnell ist - so war es zuletzt bei mir in der Abfahrt."

Thomas Dreßen: "Ich hab aus dem Starthaus rausgeschaut und gesehen, dass der Nebel schon wieder herumzieht und sie funken gehört. Ich hab mir nur gedacht: Wehe ihr macht's jetzt Start-Stopp - lasst mich fahren, dass ich herunten bin. Bei mir war es gut zu fahren. Gröden im Super-G war ich schon öfter gut unterwegs, habe aber leider öfter blöde Fehler gemacht. Die Kurssetzung heute war ganz anders als in Beaver Creek. Dort musstest du einfach eine Drecksau sein und ihn runterdrücken. Dafür war ich noch nicht bereit."

Dominik Paris: "Ich denke, es ist für die Verhältnisse relativ gut gegangen. Aber es war nicht der glücklcihste Zeitpunkt zu starten nach so einer langen Pause. Es war ungut zu fahren. Das Gefühl war schlecht. Man hat schon gemerkt, dass der Nebel seine Arbeit gemacht hat. Es war sehr weich. Und man hat danach gemerkt, sie wurden danach mit dem Rausfahren immer schneller. Mit dem Wetter habe ich hier in Gröden offensichtlich wenig Glück."

Hannes Reichelt: "Wenn man Sechster ist, darf man sich nicht beklagen. Von gestern auf heute ist es gesundheitlich bergauf gegangen. Vorgestern hätte ich mir nicht gedacht, dass es gehen würde. Im Rennen durchtaucht man das, aber herunten war mir schon etwas schlecht. Die Hügel auf der Ciaslat tragen nicht dazu bei, dass es besser geht."

Matthias Mayer: "Ich hab eine Welle übersehen, hatte ziemlich viele Tropfen auf der Brille. Die Welle hatte ich nicht so im Kopf. Mir hat es dann die Ski verschlagen und das ist in demflachen Teil verheerend. Es war eine sehr gute Fahrt von mir bis auf den einen Fehler. Ich denke, es wird morgen auch wieder Geduld gefragt sein, es ist von der Wettervorhersage auch nicht so gut."

Stefan Babinsky: "Man muss immer mit Verschiebungen rechnen. Das Wetter kann man nicht ändern, da muss man versuchen, das Beste rauszuholen. Die Piste war hervorragend. Für diese Wetterverhältnisse waren die Bedingungen richtig gut und ich habe versucht, das Beste rauszuholen."

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Textquelle: © LAOLA1.at

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