Kriechmayr-Bestzeit im 2. Bormio-Training

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Österreichs Speed-Herren untermauern auch im zweiten Training für die Abfahrt in Bormio am Freitag (11:30 Uhr im LIVE-Ticker) ihre Mitfavoriten-Rolle.

Auf der extrem eisigen Stelvio erzielt Vincent Kriechmayr die Bestzeit, allerdings nur vier Hundertstel vor dem Norweger Aleksander Aamodt Kilde. Auf den Plätzen drei, fünf und sechs folgen Daniel Hemetsberger (+0,19), Matthias Mayer (+0,31) und Hannes Reichelt (+0,43). Vierter wird Ryan Cochran-Siegle (USA).

Steven Nyman (USA), Dominik Paris (ITA), Josef Ferstl (GER) und Daniel Danklmaier komplettieren die Top Ten.

Beat Feuz landet auf Platz elf (+0,77), Johannes Kröll und Christopher Neumayer belegen die Plätze 16 und 17. Max Franz kommt mit über dreieinhalb Sekunden Rückstand ins Ziel.

Kjetil Jansrud wird 32. (+2,25), Aksel Lund Svindal, der am Mittwoch seinen 36. Geburstag feierte, ist nicht am Start. Christof Innerhofer kommt nicht in die Wertung.

Kriechmayr: "Nicht von der Piste schlagen lassen"

Im Zielraum angekommen, wollte der Trainingsschnellste Kriechmayr von einer Kampfansage an die Konkurrenz nichts wissen. "Ich habe noch nicht alles hundertprozentig erwischt, aber es ist gut gegangen. Ich wollte eine engagierte Fahrt zeigen, das ist mir geglückt", sagte Kriechmayr gegenüber dem Ö3-Radio.

Für den 27-Jährigen ist es erst das zweite Antreten in Bormio, die selektiven Hochgeschwindigkeitskurven der Stelvio schienen ihm zu liegen. Sein Rezept: "Man muss entschlossen herunterfahren und darf sich von der Piste nicht schlagen lassen."

Ganz ernst zu nehmen sei das Ergebnis ohnehin nicht, meinte der Oberösterreicher. Er verwies auf den Trainingsschnellsten des Vortages Christof Innerhofer. Dieser bluffte am Donnerstag und kam nicht in die Wertung. "Ich habe versucht Kraft zu sparen", erklärte der zweifache Saison-Podestfahrer Innerhofer. "Es sind viele, die schnell fahren können."

Reichelt: "2:0 für die Piste"

Max Franz ließ es mit Platz 46 (3,34) stellenweise noch gemächlicher angehen. Der Sieger des Abfahrtsauftakts in Lake Louise wird seine Karten erst am Freitag aufdecken. Mut, ließ er wissen, würde belohnt werden. "Linienpicken ist nicht gefragt. Man muss frech sein."

Die Stelvio präsentiert sich heuer wieder als gefürchtete Bestie. "Es ist wieder die Piste Stelvio, die man aus früheren Zeiten kennt - spektakulär", meinte Reichelt, der das Gefühl des Bormio-Siegers schon 2012 ausgekostet hat.

Der Routinier aus Salzburg wurde im Vorjahr an selber Stelle als Fünfter auch bester Österreicher, wartet aber seit Jänner in Kitzbühel auf ein Podest in der Abfahrt. In Gröden stand zuletzt Rang zehn zu Buche. Zum Bluffen war dem 38-Jährigen bisher in Bormio nicht zumute. "Bei mir war der Kampf mit der Piste. Im Moment steht es 2:0 für die Piste. Ich habe mich wie ein Passagier gefühlt."

Kriechmayr kontert Reichelt

Aksel Lund Svindal ließ das Training überhaupt aus. Er wollte dem Vernehmen nach seine lädierten Knie nicht übermäßig belasten. Peter Fill wird hingegen auch am Wettkampftag passen. Der zweifache Gewinner des Abfahrtsweltcups (2016, 2017), der nach einem Sturz in Beaver Creek in der laufenden Saison noch nicht Schuss gekommen war, verletzte sich beim Slalomtraining neuerlich am lädierten Rücken.

Einig waren sich die Topfahren aber über die Fahrbarkeit. Reichelt: "Wenn die Piste unruhig ist, ist sie unruhig. Sie ist definitiv fahrbar. Man muss einfach schauen, dass man die Ski unter Kontrolle hat."

Die Mitfavoriten schoben sich wie üblich gegenseitig in die Favoritenrolle. Für Reichelt etwa gehe der Sieg nur über Innerhofer und Kriechmayr. "Wir fahren uns dann die restlichen Plätze aus." Kriechmayr konterte humorvoll: "Jeden Tag vor dem Schlafengehen analysiere ich Hannes Reichelts Trainingsfahrten. Das scheint gut zu wirken."

Hemetsberger zeigt erneut auf

Als Tagesdritter zeigte neuerlich Hemetsberger auf. Der 27-jährige Oberösterreicher ging wie Otmar Striedinger (31./2,21) als Gewinner der internen Qualifikation hervor. Er wird seine zweite Weltcup-Abfahrt nach Kitzbühel (2018) in Angriff nehmen. Romed Baumann (28./1,86) und Daniel Danklmaier (10./0,75) bleibt hingegen nur die Zuschauerrolle.

Eine neuerliche Schrecksekunde kurz vor dem Ziel blieb für Hemetsberger ohne Folgen. "Trotz geringer Restkraft in den Oberschenkel, habe ich ziemlich riskiert", sagte Hemetsberger. Er habe ein gutes Statement für die erstmalige Qualifikation in diesem Jahr abgegeben.

Statistisch scheint Bormio für die ÖSV-Herren wie gerufen zu kommen. Die Stelvio zählt zu den Paradestrecken der Österreicher, seit 1993 feierten sie dort in 21 Weltcup-Abfahrten 13 Siege. Acht davon waren sogar Mehrfach-Triumphe, wobei der Sechsfach-Erfolg 1998 die größte Sternstunde im WM-Ort 1985 und 2005 war.

Textquelle: © LAOLA1.at

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