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Kriechmayr beendet ÖSV-Durststrecke: "Natürlich war es bitter"

Der Oberösterreicher fährt in Wengen erstmals seit Februar 2024 wieder auf das Weltcup-Podest. Lobende Worte findet er für Sieger Marco Odermatt.

Kriechmayr beendet ÖSV-Durststrecke: "Natürlich war es bitter" Foto: © GEPA

Nach mehr als zwei Jahren und elf Abfahrten hat Vincent Kriechmayr die Durststrecke des ÖSV-Teams in der Königsdisziplin des alpinen Skiweltcups beendet.

Hinter Dominator Marco Odermatt fährt der Mühlviertler auf der Lauberhornabfahrt in Wengen als erster ÖSV-Fahrer seit Februar 2024 in der Abfahrt wieder im Weltcup auf das Podest (zum Rennbericht>>>), setzt damit ausgerechnet wenige Wochen vor den Olympischen Winterspielen in Cortina ein Ausrufezeichen.

Kriechmayr: "Natürlich war das bitter"

"Natürlich war es bitter, dass wir die letzten zwei Jahre so nachgefahren sind. Aber ich hab mir deswegen nicht jedes Mal den Kopf zerbrochen, sondern auf mich geschaut. Heute ist mir eine gute Fahrt gelungen, aber großes Kompliment an Marco Odermatt", sagt Kriechmayr im "ORF"-Interview nach seinem zweiten Platz.

Für den Schweizer Dominator und den Drittplatzierten Giovanni Franzoni hat der 34-Jährige nur lobende Worte übrig. Odermatt setzte sich mit 79 Hundertstel Vorsprung und einer weiteren Machtdemonstration an die Spitze, der formstarke Italiener fuhr mit Startnummer 29 noch auf das Podest.

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"Acht Zehntel finde ich bei Gott nicht"

"Ich finde zwei, drei Zehntel, aber acht Zehntel bei Gott nicht. Unglaublich was der Odi da wieder abgeliefert hat. Und wenn wir ehrlich sind, die Fahrt von Franzoni bei diesen Verhältnissen, der hätte mich mit der gleichen Startnummer auch gepackt. Aber ich freue mich über den zweiten Platz", so Kriechmayr.

"Ich habe diesen Winter immer versucht, von oben bis unten voll am Limit zu fahren. Da hat mir in den letzten Jahren vielleicht etwas das Vertrauen gefehlt", so Kriechmayr auf die Frage, warum es in den letzten Jahren für ihn nicht ganz nach Plan verlaufen ist.

Hemetsberger ist "All-In" gegangen

Nicht das erhoffte Podium, aber mit Platz acht ein starkes Ergebnis konnte Daniel Hemetsberger erzielen. "Ich bin All-In gegangen und habe probiert, dass ich es (Kernen-S, Anm.). genau treffe. Ich bin aber einen halben Meter zu spät, dann drückt es mich nach außen und die Ausfahrt wird zu knapp", so der 34-Jährige über die Schlüsselpassage im oberen Streckenteil, die ihm viel Zeit und möglicherweise auch das Podest gekostet hat.

Mit dem Top-Ten-Platz hat er einen großen Schritt Richtung Olympische Winterspiele gemacht, fix sei seine Teilnahme aber noch nicht. "Ich hätte gerne ein noch besseres Ergebnis eingefahren. Meinen Platz habe ich so noch nicht", so Hemetsberger.

Babinsky: "Es ärgert mich schon"

Nicht an seine Leistung vom gestrigen Super-G anknüpfen konnte Stefan Babinsky, der als 33. außerhalb der Punkteränge landete.

"Es ärgert mich schon. Ich bin gut drauf und habe einen guten Grundspeed, konnte das heute aber nicht auf den Punkt bringen. Ich habe eigentlich den ganzen Lauf nur gekämpft und nie das Gefühl gehabt, attackieren zu können", so der Zweite vom gestrigen Bewerb.

"Nichtsdestotrotz muss ich einfach weiterarbeiten. Ich weiß, dass ich schnell Ski fahren kann und - wenn ich alles auf den Punkt bringe - ganz vorne mitfahren kann", sagt Babinsky.

Als nächstes Rennen steht für die ÖSV-Abfahrer mit dem Hahnenkammrennen in Kitzbühel ein weiterer Klassiker auf dem Programm. Dann geht es bei der vorletzten Abfahrt vor den Winterspielen nicht nur um die "Goldene Gams", sondern auch um die letzten Olympia-Tickets.

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