Shiffrin in Instagram-Talk: "Es kotzt mich an"

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Den Weltcup-Auftakt in Sölden hatte Mikaela Shiffrin zwar aufgrund einer Rückenverletzung verpasst, dennoch fieberte der US-Skistar vor dem Fernseher mit ihren Team-Kolleginnen mit und freute sich über deren Erfolge. Paula Moltzan schaffte es als Zehnte sogar in die Top 10, Nina O’Brien fuhr auf Platz 15.

In einem Instagram-Interview mit Ashlee Tulloch gibt sich die zweifache Olympiasiegerin offen wie selten.

"Es kotzt mich schon an", gibt Shiffrin in Hinblick auf den verpassten Saisonstart zu. "Ich war so nahe dran. Dann kam die Verletzung."

Auf Shiffrin wartet viel Arbeit

Sie wolle im November in Levi in den Ski-Zirkus zurückkehren. Bis dahin stehe noch viel Reha und Training am Programm. Seit Juli habe sie kein Stangen-Training mehr absolviert, aber sie sei zuversichtlich, daheim in Colorado "etwas Schnee auf den Bergen" zu finden.

Hinter Shiffrin liegen harte eineinhalb Jahre. Erst musste sie 2019 den Tod ihrer geliebten Oma verkraften, dann starb im Februar dieses Jahres völlig unerwartet ihr Vater. Jeff Shiffrin begleitete seine Tochter zu allen Rennen, wartete im Ziel auf sie. Sein Ableben warf Shiffrin aus der Bahn. Sie verpasste daraufhin einen großen Teil der Saison, das geplante Comeback beim Weltcup-Finale fiel der Corona-Pandemie zum Opfer.

Shiffrin will "dankbar sein"

"Ich hatte das Gefühl, gerade noch genug Luft zu bekommen, um weiterzuleben. Aber nicht genügend Luft, um wirklich zu atmen", gesteht die 25-Jährige.

Trotz der vielen Schicksalsschläge, die über sie und ihre Familie "wie Wellen herein brachen", müsse sie dankbar für das sein, was sie habe. "Es gibt Menschen, die hat es noch viel schlimmer getroffen", ist sich Shiffrin um die schwierige Situation vieler in der Corona-Zeit bewusst.

Oft wolle sie in der Früh nicht aufstehen, einfach liegen bleiben. Dennoch wolle sie nicht ins Bett gehen und im Jahr 2021 wieder aufwachen.

Shiffrin wird erwachsen

In den letzten Monaten drückte Shiffrin die virtuelle Schulbank. Ihr Vater hatte sich immer um alles gekümmert. Finanzen, Steuern, Training, Reisen. Jetzt müsse sie sich alles selber organisieren.

"Meine Mum ist ein Fels", ist die 25-Jährige froh über die Unterstützung ihrer Mutter. Acht Stunden am Tage sitze sie manchmal vor dem Computer um sich um Finanz- und Business-Angelegenheiten zu kümmern. "Da gibt's Dinge, die man als Erwachsener einfach tun muss."

Zur Ablenkung spielt Shiffrin Gitarre und versucht sich am Mikrophon als Sängerin. "Musik zu machen, macht einfach Spaß."

Shiffrins neue Leidenschaft

"Ich bin lange Zeit nur Ski gefahren, aber dieses Jahr, besonders der Sommer, hat mir die Augen geöffnet, dass es noch so viel mehr gibt", sagt die fünffache Weltmeisterin.

Nach der Beerdigung ihres Vaters seien viele Menschen auf die Familie zugekommen, die wissen wollten, wie sie in dessen Namen spenden und helfen könnten.

So wurde die Idee geboren, einen Fonds zur Unterstützung von Skifahrern und Snowboardern zu gründen – der "Jeff Shiffrin Athlete Resiliency Fund" wurde aus der Taufe gehoben.

Er ermöglicht den Athleten Training, die Teilnahme an Rennen und die teuren Reisen zu finanzieren. Die Sportlerinnen und Sportler erzählen in Interviews ihre Geschichte und geben Einblick in ihr Leben. Der Fond sei eine "große Leidenschaft geworden", erzählt Shiffrin stolz mit Tränen in den Augen.

Shiffrin will "wieder im Starthaus stehen"

Rücktrittsspekulationen nimmt sie den Wind aus den Segeln: "Ich will meine Karriere nicht wegen einer Familientragödie beenden."

Klar denke sie über ihre Zukunft nach der aktiven Karriere nach, aber im Moment wolle sie einfach "wieder im Starthaus stehen und das Skifahren genießen."

Textquelle: © LAOLA1.at

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