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ÖSV-Frauen wollen bei Flachau-Slalom "dritte Kraft" sein
Beim Flutlichtspektakel wird ein Duell zwischen Shiffrin und Rast erwartet. Die ÖSV-Frauen wollen in dieser Saison erstmals auf das Slalom-Podest.
Schon mit einem Top-10-Ergebnis hat eine österreichische Slalomläuferin einen großen Schritt in Richtung Olympische Spiele gemacht.
Denn von den infrage kommenden Athletinnen hat dies in diesem Winter erst Katharina Truppe geschafft, sie bereits fünfmal. Am Dienstag in Flachau (ab 17:45 Uhr im LIVE-Ticker>>>) winkt mit 70.000 Euro für die Siegerin das höchste Preisgeld im Frauen-Weltcup, Mikaela Shiffrin (USA) und Camille Rast (SUI) sind die ersten Anwärterinnen darauf.
Die Frauen haben vor den Winterspielen weiters nur noch den Slalom in Spindleruv Mlyn am 25. Jänner im Programm, danach folgen noch Aare und Lillehammer.
Bei 218 Punkten Vorsprung auf Rast könnte die fünffache Saisonsiegerin und zuletzt Zweite von Kranjska Gora bei optimalem Verlauf bereits in Tschechien ihre neunte Slalomkugel holen. In Flachau kürte sich Shiffrin bereits fünfmal zur "Snow Space Salzburg Princess" und war seit 2013 bei jedem Antreten nie schlechter platziert als Dritte.
Österreich in Lauerstellung
Truppe war auf der Hermann-Maier-Strecke einmal Fünfte und zweimal Sechste, und damit in dem Bereich, in dem sie sich auch in diesem Winter bewegt. "Sie zeigt sich in sehr guter Form und in Podiumsnähe. Ich hoffe, dass die eine oder andere einen Schritt in Richtung Top 10 machen kann", sagt ÖSV-Frauen-Cheftrainer Roland Assinger.
Truppe sowie Natalie Falch, Katharina Gallhuber, Franziska Gritsch, Lisa Hörhager, Katharina Huber, Leonie Raich und Valentina Rings-Wanner bilden das ÖSV-Aufgebot.
Das lässige Heimrennen bringe "hohe Motivation" mit sich, meinte Techniktrainer Klaus Mayrhofer und sagt in Richtung Truppe: "Sie ist konstant in den sechs. Wenn sie zwei Bomben runterlässt, ist alles möglich. So muss man auch reingehen."
Der noch fehlende Podestplatz im Slalom werde in dieser Saison noch passieren. "Mir wäre auch recht, wenn es im Februar passieren würde", sprach er das Olympiarennen an. In Flachau rechnet er wie viele mit einem Battle zwischen Shiffrin und Rast. "Wir müssen schauen, dass wir vielleicht dritte Kraft sind. Das haben wir sicher drauf. Und wenn eine oder beide patzt – das ist immer drin, denn sie werden alles riskieren – wollen wir da sein."
Truppe will "Bär zum Steppen" bringen
Truppe will beim Abschwingen im Ziel "den Bär zum Steppen" bringen. Davor ist Konzentration gefragt, denn die Wellen seien immer "sehr schnippisch". Der Podestplatz sei greifbar und das Ziel.
"Ich bin konstant, ich kann darauf vertrauen, dass ich gerade gut auf den Ski draufstehe. Dass der Grundspeed passt und ich die Ski laufen lasse." Sie wolle mitmischen und Shiffrin und Rast ärgern. "Ich werde in drei Tagen 30. Ich werde ihnen am Start sagen, sie sollen bremsen, damit ich ein Geschenk habe."
Duell um Olympia-Quali
Gallhuber, Huber, Falch und Hörhager befinden sich im Rennen um die Olympia-Qualifikation. "Natürlich ist es das Ziel, hier vorkrachen und einmal am Podium zu sein, aber ich muss mich Schritt für Schritt auf mich konzentrieren", sagt Gallhuber. Das hänge mit dem Vertrauen zusammen, auf den soliden Ergebnissen (u.a. Plätze 11, zweimal 13) könne sie aufbauen. "Ich muss frech sein und die Linie attackieren."
Das hat auch Huber vor (u.a. 12, 13, zwei Mal 16): "Natürlich weiß man, dass Olympia im Februar ist und ich noch Ergebnisse brauche. Den Anspruch habe ich an mich selbst." Sie habe zu viele Fehler gemacht und sich schwergetan, das Limit zu suchen. Egal ob Quali oder nicht, die Top 10 seien ihr klares Ziel.
Die 22-jährige Falch schrieb in diesem Winter drei Mal an, darunter als Elfte am Semmering. Hang und Atmosphäre kennt sie schon aus dem Vorjahr, wo ihr die Finalteilnahme allerdings verwehrt blieb. "Je weniger Kopf ich mir mache, je weniger Trara ich draus mache, je normaler ich es sehe, desto besser geht es. Ich will einfach mein Skifahren zeigen und es so einfach halten wie es geht. Da funktioniert es."
Für Hörhager (u.a. 12.) wird es das erste Rennen seit 16. Dezember. Nach einer Sprunggelenkverletzung hofft sie, dass es funktionieren werde.