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Lindsey Vonn mit Youtube-Vorbereitung auf Tarvis
Lindsey Vonn dämpft aber die Erwartungen bei der Rückkehr des Tarvis-Speedrennens. Die Österreicherinnen überzeugten im Training.
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Während die Ski-Männer die traditionellen Lauberhorn-Rennen in Wengen bestreiten, kehrt der Weltcup der Frauen nach 15 Jahren wieder für Speedrennen nach Tarvis zurück.
Für die meisten Läuferinnen ist die Gleiterstrecke im italienisch-österreichisch-slowenischen Dreiländereck Neuland. Nicht so für Altmeisterin Lindsey Vonn, die als letzte Siegerin von Tarvis ihren Erfahrungsschatz ausspielen könnte. Die Führende im Abfahrtsweltcup dämpfte im Vorfeld aber die Erwartungen.
"Ich habe wirklich keine Erinnerungen an hier, überhaupt nicht. Ich erinnere mich nur, dass es sehr warm war", sagte Vonn, die bei diesen Märzrennen 2011 innerhalb von 48 Stunden die drei Kristallkugeln für Kombi, Abfahrt und Super-G gewonnen hatte. Die jüngsten zwei Super-G 2009 und 2011 in Tarvis wurden zur Beute der mittlerweile 84-fachen Weltcupsiegerin. Damals wie heute stand neben Vonn nur die Italienerin Elena Curtoni (34) am Start.
Angesichts ihrer getrübten Erinnerungen bemühte die 41-jährige Vonn laut eigenen Angaben nun Youtube, um sich die Eigenheiten des Hanges zurück ins Gedächtnis zu rufen. "Diese Strecke ist nicht zu meinem Vorteil", befand die US-Amerikanerin nach der ersten Übungsfahrt. Der Hockeanteil auf der geradlinig dahin gehenden Piste wird hoch sein. "Kurven sind mehr mein Vorteil. In den zwei wichtigen Kurven, die wir hier haben, bin ich schnell." Als Trainings-Siebente und -Neunte war sie jedenfalls im Geschäft vorne dabei.
Ortlieb rechnet "immer und überall" mit Vonn
"Die Lindsey hat ihre ganzen Siege aus einem guten Grund. Man muss immer und überall mit ihr rechnen", sagte Nina Ortlieb, die die Abfahrtstrainings als Schnellste und Zweitschnellste (hinter Nicol Delago) auf dem Papier dominierte. "Im oberen Teil war ein Torfehler dabei", verriet die Vorarlbergerin nach ihrer Fahrt am Freitag und relativierte: "Training und Rennen sind zwei Paar Schuhe." Sie versuche eben nach ihrer Verletzung jeden Trainingslauf zu nützen.
Laut Ortlieb entscheidet sich bereits einiges am Starthang. "Extrem wichtig ist, dass man von oben weg das Tempo mitnimmt. Dann kann man relativ lang nichts mehr gutmachen." Auf der Piste Di Prampero müsse man extrem viel in Position fahren und gleichzeitig im unteren Teil eine feine Klinge zeigen, befand Ortlieb.
Gleitfähigkeiten von Vorteil
Auch Cornelia Hütter musste die vom Monte Santo di Lussari (Luschariberg) führende Strecke erst studieren. "Im oberen Teil schaut alles ähnlich aus. Ich musste es schon öfters durchgehen als normal. Aber es ist alles im Kopf drin", versicherte die Steirerin vor dem Abfahrt am Samstag (10.45 Uhr, ORF 1 und im LIVE-Ticker) und dem Super-G am Sonntag (11.15/ ORF 1 und im LIVE-Ticker>>>).
"Lässig, nach 14 Jahren im Weltcup etwas Neues zu sehen." Nach den beiden Trainings meinte die Steirerin den "Schlüssel zum Erfolg" zu kennen. "Es sind immer so 'Stich' drinnen, wo es dann wieder flach wird. Wenn du da die Geschwindigkeit mitnimmst, bist du im Flachen auch schnell."
Eine, die Gleiterfähigkeiten mitbringt, ist Mirjam Puchner. "Das kann mir ganz gut liegen." Es werde ein enges Rennen werden, prognostizierte Puchner eine Woche nach der kollektiven Schlappe des ÖSV-Teams in Zauchensee.
"Ich glaube nicht, dass wir das Skifahren verlernt haben. Es gibt halt Rennen, in denen es nicht so flutscht", sagte die Fünfte des Abschlusstrainings. Die bisher letzte Tarvis-Abfahrt gewann 2011 die Schwedin Anja Pärson.
Vonn und Robinson im roten Trikot
Im Abfahrtsweltcup verteidigt Vonn vor dem fünften von neun Rennen 129 Punkte Vorsprung auf die deutsche Allesfahrerin Emma Aicher. Hütter liegt im Kugelrennen aktuell als Vierte 174 Zähler zurück.
Im Super-G fanden erst zwei Rennen statt. Dort führt die Neuseeländerin Alice Robinson (180) vor Italiens Speed-Ass Sofia Goggia (160) und Vonn (110).