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Kitz-Sieger Feller: "Es war fast ein bisschen Schweinelähmung"

Manuel Feller hat sein großes Ziel, den Sieg in Kitzbühel, erreicht. Der Tiroler spricht über seine Emotionen und seine schwierige Zeit vor dem Triumph.

Kitz-Sieger Feller: "Es war fast ein bisschen Schweinelähmung" Foto: © GEPA

"Mein Sohn hat letzte Woche, als ich aus Wengen heimgekommen bin, gesagt: Dann holen wir uns halt nächste Woche die Gams. Dann habe ich gesagt: so leicht ist es nicht, aber ich werde es probieren", erzählt Manuel Feller – mit der Goldenen Gams in der Hand.

Ausgerechnet in einer der schwierigsten Phasen seiner Karriere gewinnt der Tiroler sein Heimrennen in Kitzbühel und erreicht damit sein großes Ziel, dem er schon jahrelang hinterherjagte.  

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"Für mich ist es der größte Moment meiner Karriere", sagt Feller mit Tränen in den Augen.

Er sorgt für den ersten ÖSV-Slalomsieg in der Gamsstadt seit Marcel Hirscher 2017 sowie den ersten Podestplatz seit Marco Schwarz 2020 (2.). Insgesamt beendet Feller eine lange Durststrecke von Österreichs Torläufern im Weltcup, der zuvor letzte Sieg ging im Februar 2024 in Palisades Tahoe ebenfalls auf sein Konto.

Manuel Feller nach seinem Kitz-Triumph über…

… den Moment, als der Sieg feststand:

Unglaublich. Dafür finde ich fast keine Worte. Als Loic (Meillard, Halbzeit-Führender; Anm.) da auf die letzte Zwischenzeit hingekommen ist, habe ich schon gemerkt: Ok, das könnte echt funktionieren. Es ist dann schon fast wie in einer Bubble, in der man sich da befindet, alles andere ist nur noch Nebengeräusch. Ich werde ein paar Tage brauchen, bis ich das realisiert habe.

… den Stellenwert des Kitzbühel-Sieges:

Für mich ist es der größte Moment meiner Karriere. Die Kugel ist vom Skifahrerischen her höher einzustufen, weil es nochmal was ganz anderes ist, wenn man über die ganze Saison der Beste ist. Von den Emotionen her ist das hier schöner. Die Kugel habe ich mir zwar auch beim Finale in Saalbach abgeholt, besser kannst du es nicht timen. Aber wir kennen alle die Geschichte mit dem abgesagten Rennen, es ist dann halt nicht auf der Piste passiert. Hier vor dieser Kulisse abzuschwingen - es sind so viele Leute von mir zuhause da, auf dem Berg, der 15 Minuten von meinem Heimatort entfernt ist, wo ich es immer wollte, vielleicht ab und zu sogar zu sehr wollte, ist unbeschreiblich. Mir hätte ja jede Gams gereicht, aber dass es dann gleich ganz oben ist, ist unbeschreiblich.

Kitzbühel-Slalom: Bilder der Siegerehrung mit Manuel Feller

… seine persönlich schwierige Zeit:

Es ist meine schwierigste Saison und allgemein ein sehr schwieriger Abschnitt meines Lebens. Ich will nicht wirklich darüber reden, aber es waren keine einfache Zeiten. Von dem her sieht man wieder einmal: Nie aufgeben, immer weitermachen. Ich habe auf- und abseits der Piste hart an mir gearbeitet und es hat sich ausgezahlt.

… seine bisherige Saison:

Seit Madonna war es ein solides Skifahren. Wir sind dann auch vom Material her auf eine andere Platte gegangen, das hat mich wieder stabiler gemacht. Ich habe dann gemerkt, es geht wieder in die Richtung, wo ich hin will und konnte dann auch wieder attackieren. Madonna war ein bisschen zu viel des Guten, Adelboden war sehr solide und in Wengen war in beiden Durchgängen ein gröberer Fehler dabei, dafür war es dann eh in Ordnung. Schlimmer ist es, wenn du nicht weißt, warum du langsam bist.

Es war nicht so, dass ich im 2. Durchgang nicht nervös war, es war fast ein bisschen Schweinelähmung.

Manuel Feller über den Druck im 2. Durchgang

… die Ausgangslage in Kitzbühel:

Im 1. Durchgang war ich so wenig nervös wie überhaupt noch nie. Ich war relativ überrascht, dass ich von der Zeit her so gut dabei war. Dann hat man schon gemerkt, dass die Leute auf einmal mehr erwarten. Ich erwarte auch immer sehr viel von mir, wenn ich weiß, dass ich gut Skifahren kann, aber dann war die Situation gar nicht mehr so einfach.

… den 2. Durchgang:

Es war nicht so, dass ich im 2. Durchgang nicht nervös war, es war fast ein bisschen Schweinelähmung. Aber ich hatte meinen Plan. Ich habe versucht, es simpel zu halten und solides Skifahren zu zeigen. Schon mit der nötigen Attacke, aber den Ski immer freizugeben. Das war die letzten Jahre immer auffällig, dass da runter die Devise ist. Vor allem auf dem Hang ist präzises Skifahren Gold wert.

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