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Historische ÖSV-Pleite in Kitz: Kriechmayr mit Bitte an Fans

Österreichs Abfahrer sind beim Spektakel auf der Streif nur Zuschauer. Vincent Kriechmayr macht danach eine Ansage für das nächste Jahr.

Historische ÖSV-Pleite in Kitz: Kriechmayr mit Bitte an Fans Foto: © GEPA

Österreichs Abfahrer erleben bei der Abfahrt in Kitzbühel ein historisches Debakel.

Der beste ÖSV-Athlet Vincent Kriechmayr ist so weit hinten in der Ergebnisliste zu finden wie bisher noch nie, auf Rang 13. Bei der 71. Auflage der Hahnenkamm-Abfahrt landet damit erstmals kein Österreicher in den Top Ten.

Mit Manuel Traninger (24.) und Raphael Haaser (25.) schaffen es nur zwei weitere ÖSV-Abfahrer auf der Streif in die Punkteränge.

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Außerdem geht die Sieglos-Serie in der Abfahrt weiter, der bis dato letzte Triumph von Kriechmayr in Soldeu im März 2023 ist bereits 1.046 Tage her.

"Es wurmt mich, dafür bin ich zu ehrgeizig. Es zipft mich g‘scheit an und wird jetzt auch noch eine Zeit brauchen", ist Kriechmayr die Enttäuschung anzumerken, relativiert aber sogleich: "Ich bin gesund, die Leute, die mir wichtig sind, sind gesund. Was will man mehr im Leben."

"Von uns macht es keiner absichtlich"

Kriechmayr geht bei seiner 100. Weltcup-Abfahrt die Steilhang-Einfahrt und Traverse "zu taktisch" an.

"Steilhang-Ausfahrt habe ich versucht, viel Tempo zu machen, bin ein bisschen mehr reingesurft. Stefan Babinsky hat das im Training so gemacht und hatte Topspeed. Ich hab‘s gleich gemacht und hatte gar keinen Speed. Auch die Traverse rein habe ich mir gedacht, ich lege es lieber nicht mit 100 Prozent an, aber da hätte es mehr Angriff gebraucht", so Kriechmayrs Analyse.

Haaser landet genauso wie Stefan Babinsky (34.) im abgeschlagenen Feld, nachdem das Duo tags zuvor im Super-G die Plätze vier und drei belegt hat.

"Es lässt zu wünschen übrig, das ist natürlich nicht zufriedenstellend. Ich glaube, von uns macht es keiner absichtlich, uns wär‘s auch anders lieber. Wir werden dran bleiben und das dann hoffentlich im Februar besser hinbringen", spricht Haaser die Olympia-Abfahrt in Bormio an.

Kriechmayr mit Ansage für nächstes Jahr

Bei dieser sieht sich Kriechmayr nach seiner Performance in Kitzbühel nicht mehr in der Mitfavoriten-Rolle.

"Nach heute bin ich keine Olympia-Hoffnung mehr", sagt der Doppelweltmeister im Zielraum der Streif mit einem leichten Schmunzeln.

An die Fans in Kitzbühel hat er eine Bitte: "Kommt‘s nächstes Jahr wieder, da geben wir uns nicht mehr so geschlagen."

Mitter: "Wir werden es alle überleben"

ÖSV-Alpin-Chef Christian Mitter will die Pleite auf der Streif - zumindest öffentlich - nicht überbewerten.

"Historisch schlecht - das haben wir auch im Riesentorlauf immer wieder gehört. Es geht auch wieder schnell in die andere Richtung. Wir werden es alle überleben, müssen es abhaken und einfach weiterarbeiten", sagt Mitter.

Er sehe jede Krise als Chance: "Jetzt können wir zeigen, aus welchem Holz wir geschnitzt sind. Wir werden uns zusammen da raus arbeiten."

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