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ÖSV-Star Kriechmayr: "Ich hätte gerne den Schädel von Odermatt"

Vincent Kriechmayr sucht mit 34 Jahren noch immer das Limit und ist ÖSV-Hoffnungsträger in Kitzbühel. Wird es sein letztes Mal auf der Streif?

ÖSV-Star Kriechmayr: "Ich hätte gerne den Schädel von Odermatt" Foto: © GEPA

"Die Tendenz ist eher schon dahingehend", sagte Vincent Kriechmayr im September angesprochen auf ein mögliches Karriereende nach dem Olympia-Winter.

Ob nach dieser Saison wirklich Schluss ist, hat der Oberösterreicher Stand jetzt noch nicht entschieden.

"Ich weiß nicht, wie es weitergeht", sagt Kriechmayr bei einer Medienrunde in Kitzbühel. "Zurzeit macht mir das Skifahren sehr viel Spaß. Ich genieße es mehr als in den letzten Jahren. Das hat für die Zukunft aber keine Aussagekraft. Jetzt fahre ich einmal die Saison fertig und dann sehen wir weiter."

Mit seinen 34 Jahren ist Kriechmayr nach wie vor das unumstrittene Aushängeschild im ÖSV-Speed-Team. Im Super-G ist er gemeinsam mit Marco Schwarz einer von zwei Saison-Siegern. In der Abfahrt ist er hingegen der einzige Österreicher, der es in diesem Winter bisher aufs Podest geschafft hat (2. in Wengen).

"Wenn du ein bisschen zurückziehst, wirst du durchgereicht"

"Ein paar Rennen habe ich schon versemmelt. Mein Speed ist teilweise sehr gut, aber man muss sich halt voll am Limit bewegen und darf nicht zu viele Fehler einbauen", weiß der Gewinner von 19 Weltcup-Rennen.

Trotz seiner Erfahrung wird es immer schwieriger, mit der jüngeren Speed-Garde rund um Marco Odermatt, Franjo von Allmen oder Shootingstar Giovanni Franzoni mitzuhalten. Das Niveau sei im Vergleich zu den letzten Jahren gestiegen.

Ich hätte gerne den Schädel von Marco Odermatt. Wenn der will, kann er so dermaßen am Limit fahren.

Vincent Kriechmayr

"Es sind so viele Athleten so dermaßen gnadenlos am Limit - wenn du da ein bisschen zurückziehst, wirst du einfach durchgereicht", sagt Kriechmayr.

Im Skirennsport wird gerade auf höchster Ebene, wo es oft um Hundertstel und Zentimeter geht, vieles im Kopf entschieden.

"Ich hätte gerne den Schädel von Marco Odermatt. Wenn der will, kann er so dermaßen am Limit fahren, das ist schon eine sehr gute Eigenschaft", so Kriechmayr.

Hermann Maier - der Super-G-Kaiser von Kitzbühel

"Das war im Nachhinein eine Schnapsidee"

Köpfchen und Mut werden auch am Freitag und Samstag in Kitzbühel wieder gefragt sein. Zuerst im Super-G, dann in der Abfahrt (alle Rennen im LIVE-Ticker). Beides hat Kriechmayr in seiner Karriere schon gewonnen.

Im Vorjahr war der Oberösterreicher auf der Streif nicht am Start, musste nach seinem Sturz in Wengen kurz vor dem Super-G doch noch zurückziehen.

"Das war die erste kleinere Verletzung in meiner Karriere. Ich wollte damals starten, weil ich in der Super-G-Wertung nur 20 Punkte hinten war. Vor dem Start habe ich eine Kniebeuge gemacht und mir gedacht, das geht schon. Das war im Nachhinein eine Schnapsidee. Ich bin halt auch nicht der Gscheiteste in der Schule gewesen", blickt Kriechmayr mit einem Grinser zurück.

2026 geht er wieder als einer der Mitfavoriten an den Start. Es könnte sein letztes Mal in Kitzbühel sein...

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