Eisschnelllauf: Odor strebt einstelliges Olympia-Ergebnis an
Der Tiroler habe sich "große Ziele gesteckt". Der Auftakt-Bewerb über 1.000 m ist nicht seine Lieblingsdisziplin, doch gerade darum ist die Verteilung optimal.
Eisschnellläufer Gabriel Odor nimmt am Mittwoch (18:30 Uhr) seine zweiten Olympischen Spiele in Angriff.
Los geht es für den Tiroler über 1.000 m, sein erster von drei Einsätzen in Mailand. 2022 in Peking war Odor im Massenstart dabei gewesen, mit Rang zehn hatte er sein Top-10-Ziel erreicht.
Im Speed Skating Stadium der italienischen Metropole soll es für ihn zumindest ein einstelliges Ergebnis geben, am ehesten am 19. und/oder 21. Februar über 1.500 m bzw. im Massenstart.
"In Peking war es toll, einmal hineinzuschnuppern", erinnerte sich Odor vier Jahre zurück. "Wegen Corona war das Erlebnis nicht ganz so toll, aber man hat einmal das olympische Dorf gesehen und die ganze Aufmerksamkeit bekommen."
Die Erfahrung soll ihn nun sportlich weiterbringen. "Ich habe mir große Ziele gesteckt." Allerdings hat ihn zuletzt ein Infekt erwischt. "Das ist sehr mental. Man macht sich da immer einen großen Kopf. Als Sportler will man bestmöglich zu den Wettkämpfen anreisen."
Bedingungen "so noch nicht erlebt"
Die Gegebenheiten im Olympia-Oval bezeichnet Odor als "einzigartig. Sie haben die Halle in der Messehalle aufgestellt. Das habe ich so noch nicht erlebt - das Eis hört sich ein bisschen hohl an, weil es auf Holz liegt."
Die Halle an sich sei aber super-lässig. "Auch das Eis ist recht okay, auf dem lässt sich arbeiten." Viel Motivation hat er von den Europameisterschaften vor einem Monat in Polen mitgenommen, als er über 1.500 m und im Massenstart binnen weniger Stunden Vierter und Fünfter wurde.
"Habe mich konstant weiterentwickelt"
"Man kann nicht alle Karten auf Olympia setzen, wegen der Förderungen", erläuterte der 25-Jährige im APA-Gespräch, warum gute Ergebnisse auch abseits der Spiele wichtig seien.
Seit den Peking-Spielen habe er jedenfalls eine gute Formkurve gehabt. "Ich habe mich konstant weiterentwickeln können. Im Massenstart ist mir gleich nach Olympia im Weltcup ein Podium gelungen, ein Jahr später der zweite Platz bei der EM in Heerenveen. Letzte Saison waren die Ergebnisse konstant recht gut."
In diesem Winter sei dann zeitmäßig noch viel weitergegangen.
"Mir kommt vor, die Lücke ist jetzt geschlossen. Da sind Leute, die waren eine Klasse besser, aber mit denen bin ich jetzt gleichauf. Der Weltmeister war bei der EM sieben Zehntel schneller, letztes Jahr waren es noch drei Sekunden (über 1.500 m, Anm.). Wenn man gut in Form ist und alles hinhaut, ist man eben konkurrenzfähig. Das ist schon ein gutes Gefühl."
Ideales Programm
Über die Kilometer-Distanz sind die Erwartungen aber noch etwas gedämpfter. Dass es damit für ihn losgeht, passe aber perfekt.
"Mein Programm könnte nicht besser sein, ist von der Verteilung her optimal. Ich habe gerne den 1.000er vor dem 1.500er. Der 1.000er ist nicht meine Paradedisziplin, aber gut, um ein gutes Tempo und ein Gefühl für die Eisbahn zu kriegen. Das kann man trainieren, aber im Rennen ist es etwas ganz Anderes", sagte der zuletzt jahrelang für das Training in Calgary beheimatete Athlet.