Eisschnellläuferinnen Herzog und Rosner laufen hintennach
Vanessa Herzog und Jeannine Rosner hatten im Bewerb über 1.000 Meter nichts mit den Medaillen zu tun. Gold geht an einen Superstar.
Die gesundheitlich angeschlagene Vanessa Herzog und Jeannine Rosner haben bei den Olympischen Spielen in Italien schwierige Zeiten.
Die schmerzgeplagte Herzog musste sich bei ihrem ersten Antritt im Speed Skating Stadium von Mailand über 1.000 m am Montag in 1:16,99 Minuten mit Rang 24 begnügen.
Rosner, die jüngste Teilnehmerin, blieb in 1:18,41 Min. nur der 30. Platz. Gold holte sich Jutta Leerdam vor ihrer niederländischen Landsfrau Femke Kok und der Japanerin Miho Takagi.
"Erhofft sich immer, dass ein Wunder geschieht"
"Man erhofft sich immer, dass ein Wunder geschieht", meinte Herzog im ORF-Interview.
Sie hatte sich nach einer dreiwöchigen Zwangspause wegen einer Bandscheibenvorwölbung samt beidseitiger Entzündung des Iliosakralgelenks erst kurzfristig für einen Start über den Tausender entschieden.
Topzeiten waren so von der zweifachen Olympia-Vierten nicht zu erwarten. Am Start sei ihr der Schmerz "kurz eingeschossen", danach "war es wie zu erwarten. Weder gut noch schlecht".
Geplant hat die 30-Jährige noch ihre Lieblingsstrecke 500 m, den Start am kommenden Sonntag ließ sie am Montagabend aber offen. "Ich weiß nicht, ob es Sinn macht, noch den 500er zu fahren", sagte Herzog.
Rosner auf der Suche nach der Kraft
Unzufrieden ist auch Rosner mit ihren bisher zwei Auftritten in Mailand. Nach dem vorletzten Platz über 3.000 m blieb der 19-jährigen Tirolerin diesmal nur der 30. und letzte Platz.
"Mir fehlt die Kraft, ich weiß nicht, woran es liegt. In der zweiten Kurve, wo es normalerweise richtig gut gehen soll, habe ich gespürt, dass ich keine Kraft mehr gehabt habe", erklärte die Junioren-Weltmeisterin, die für den Bewerb nachgerückt war.
Das niederländische Gold-Duell ging an die polarisierende Topfavoritin Leerdam. Vor den Augen ihres jubelnden Verlobten und US-Influencers Jake Paul feierte sie in 1:12,31 Minuten ihren größten Erfolg ihrer Karriere vor Kok (1:12,59).
Vor vier Jahren in Peking musste sich das Glamour-Girl noch mit Silber hinter der diesmal drittplatzierten Takagi begnügen.
Leerdam ein Star, aber umstritten
Leerdam sorgt nicht nur auf dem Eis für Schlagzeilen. In den sozialen Medien ist die 27-Jährige ein Superstar - allein auf Instagram hat sie fünf Millionen Follower.
Und dann ist da noch ihre Beziehung mit Paul, der auch für seine Boxkämpfe - zuletzt gegen den ehemaligen Weltmeister Anthony Joshua - bekannt ist.
Vor allem in ihrem Heimatland ist Leerdam umstritten. Sie hatte zuletzt für Aufsehen gesorgt, als sie anders als ihre Teamkolleginnen mit einem Privatjet zu den Spielen gereist war.
Zudem weigerte sie sich, mit der schreibenden Presse vor der 1.000-Meter-Entscheidung zu sprechen. Die Antwort gab Leerdam auf dem Eis.